Wie vielfältig Ecuadors Vulkane das Leben seiner Bewohner prägen, zeigt ein anderes Beispiel im Film. Nur 70 Kilometer entfernt von Balthazars Dorf entfernt lebt die Familie Egas an den Abhängen des aktiven Vulkans Tungurahua. Die Erde ist fruchtbar, gesättigt mit Mineralien, die der Ascheregen bei jedem Ausbruch auf die steilen Felder bringt. Doch die Bauern wie Luis Egas und seine Eltern leben auch mit der ständigen Furcht vor einem neuerlichen Ausbruch. Erika Egas erzählt von den Nächten, in denen es glühende Steine vom Himmel geregnet hat und alle Tiere verendet sind. Die Regierung hat ihnen ein neues, kleines Haus außerhalb der Gefahrenzone zur Verfügung gestellt, doch wie viele andere bleiben sie lieber in ihrem Dorf, dort wo sie sich zu Hause fühlen. Um die Bewohner seines Heimatdorf Chacauco im Ernstfall zu schützen, arbeitet Luis Egas als freiwilliger Vulkanbeobachter. Jede Veränderung des Vulkans, jedes ungewöhnliche Geräusch aus dem Inneren des Berges meldet er an die Zivilschutzbehörde, die im Ernstfall eine Evakuierung der Dörfer am Fuße des Tungurahua anordnet, zuletzt im Frühjahr 2011.
So zeigt die Dokumentation "Eis vom Thron Gottes" einerseits, wie eng Zerstörungskraft und Fruchtbarkeit beisammen liegen und das Leben der Menschen am Tungurahua bestimmen und spannt andererseits den Bogen zum letzten Eisholer vom Chimborazo, dessen beschwerliches Leben ebenfalls von Kindheit an durch den Vulkan geprägt wurde.