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Mai 2013
Mangelhafte Nachsorge
Rückblick
Krank aus der Klinik
Die Praxis der frühen Patientenentlassungen nach Operationen nimmt immer weiter zu. Je früher die Kliniken die Patienten entlassen, desto mehr Kosten können sie sparen. Bleibt die Gesundheit der Patienten dabei auf der Strecke?
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© ORF/Gernot Stadler Lupe
In der Eismine: mit einem Pickel bricht Baltazar Eisblöcke aus dem Gletscher
Eis vom Thron Gottes
Durch Jahrhunderte haben Indios in den Gletschern der ecuadorianischen Vulkane Eis gebrochen und zu Kühlzwecken auf den Märkten der Dörfer und Städte verkauft. Der Film "Eis vom Thron Gottes" portraitiert den letzten Eisholer, begleitet ihn hinauf zu den Eisminen, auf den Markt und durch den Alltag mit seiner Familie am Fuß des Chimborazo, Ecuadors höchstem Vulkan. Der Film geht aber auch der Frage nach, was es bedeutet, in unmittelbarer Nähe eines aktiven Vulkans zu leben.
Eine Jahrhunderte alte Tradition steht vor dem Aussterben, das Brechen von Gletschereis zu Kühlzwecken in den Bergen von Ecuador. Heute gibt es nur mehr den 68-jährigen Balthazar Ushka aus dem kleinen Dorf Quatro Esquinas am Fuß des Chimborazo, Ecuadors höchstem Vulkan, der diese Profession ausübt.

© ORF/Gernot Stadler Lupe
Der Aufstieg zum Gletscher dauert etwa vier Stunden
Einmal in der Woche steigt er zu den Eisminen auf, um in knapp 5000 Meter Höhe Eisblöcke aus dem Gletscher zu brechen, die er dann am Markt von Riobamba um vier Dollar pro Block verkauft.

"Früher war das ein einträgliches Geschäft", sagt er, "doch heute muss ich froh sein, wenn sie mir am Markt den vereinbarten Preis bezahlen." Seit seiner Kindheit geht Baltazar Ushka nun bereits auf den Chimborazo, um Eis zu holen.

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Der letzte Eisholer vom Chimborazo: Baltazar Ushka
In großen Gruppen zu je fünf Eisholern und mit entsprechend vielen Lasttieren sind sie früher gegangen. Doch das Fabrikeis hat das Natureis vom Chimborazo nach und nach verdrängt. Mit dem spärlichen Einkommen, das er aus dem Verkauf von Eisblöcken erzielt, kann er seine Familie kaum ernähren. In ihrem Film "Eis vom Thron Gottes" portraitieren die beiden Filmemacher Therese Engels und Gernot Stadler den letzten Eisholer Baltazar Ushka, begleiten ihn hinauf zu den Eisminen, auf den Markt in Riobamba und durch den Alltag mit seiner Familie am Fuße des Chimborazo.

Leben mit den Vulkanen
© ORF/Gernot Stadler Lupe
Der Chimborazo: eisiger Thron Gottes
Wie vielfältig Ecuadors Vulkane das Leben seiner Bewohner prägen, zeigt ein anderes Beispiel im Film. Nur 70 Kilometer entfernt von Balthazars Dorf entfernt lebt die Familie Egas an den Abhängen des aktiven Vulkans Tungurahua. Die Erde ist fruchtbar, gesättigt mit Mineralien, die der Ascheregen bei jedem Ausbruch auf die steilen Felder bringt. Doch die Bauern wie Luis Egas und seine Eltern leben auch mit der ständigen Furcht vor einem neuerlichen Ausbruch. Erika Egas erzählt von den Nächten, in denen es glühende Steine vom Himmel geregnet hat und alle Tiere verendet sind. Die Regierung hat ihnen ein neues, kleines Haus außerhalb der Gefahrenzone zur Verfügung gestellt, doch wie viele andere bleiben sie lieber in ihrem Dorf, dort wo sie sich zu Hause fühlen. Um die Bewohner seines Heimatdorf Chacauco im Ernstfall zu schützen, arbeitet Luis Egas als freiwilliger Vulkanbeobachter. Jede Veränderung des Vulkans, jedes ungewöhnliche Geräusch aus dem Inneren des Berges meldet er an die Zivilschutzbehörde, die im Ernstfall eine Evakuierung der Dörfer am Fuße des Tungurahua anordnet, zuletzt im Frühjahr 2011.

So zeigt die Dokumentation "Eis vom Thron Gottes" einerseits, wie eng Zerstörungskraft und Fruchtbarkeit beisammen liegen und das Leben der Menschen am Tungurahua bestimmen und spannt andererseits den Bogen zum letzten Eisholer vom Chimborazo, dessen beschwerliches Leben ebenfalls von Kindheit an durch den Vulkan geprägt wurde.

Sendedaten
Mittwoch, 13. Februar 2013
um 14.00 Uhr
Wiederholung:
Mittwoch, 13./14. Februar 2013
um 4.55 Uhr
Stereo, 16:9
Erstausstrahlung
Credits
Eine Dokumentation von Therese Engels und Gernot Stadler, Österreich 2011
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