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Mai 2013
3sat thema
Rückblick
Konfliktquelle Wasser
"Wer es hat, wird reich sein, wer es vergeudet ein Dummkopf - und wer es verschmutzt ein Verbrecher", sagte schon der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry über das Wasser. Aber wem gehört das Wasser eigentlich?
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"Biblia pauperum" (Armenbibel) auf indisch: Szenen aus dem Kamasutra an einem Tempel in Varanasi
Lust auf die Lust
Von Zaubertränken und Aphrodisiaka
Die Suche nach einem wirksamen Aphrodisiakum ist vermutlich so alt wie die Menschheit. Liebestränke und Speisen zur Anregung der Lust oder zur Vertiefung der sexuellen Erfahrung waren immer verlockend und geistern durch die gesamte Geschichte.
Prof. Dr. Sabine Glasl-Tazreiter vom Institut für Pharmakognosie der Universität Wien: "Was soll so ein Aphrodisiakum? Das soll die Libido verstärken und das sexuelle Vergnügen steigern. Es soll Liebe entfachen und die Potenz steigern. Potenz steigern kann man noch irgendwo festmachen. Wie aber kann man eine Luststeigerung messen? Das ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht ganz einfach. Daher muss man sagen nur Humbug können Aphrodisiaka nicht sein, weil sonst hätten sie sich nicht so lange gehalten. Allerdings, eine Begründung, warum manche Stoffe, aus Pflanzen, ja auch aus Tieren herkommend, aphrodisierend wirken sollen, das weiß die Wissenschaft bis heute nicht."

Aphrodite - Göttin der Liebe
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Die Suche nach Luststeigerung (ver)führte zu obskuren Mitteln. Bei ungewollten Nebenwirkungen konnte man weder Arzt noch Apotheker fragen
Als Göttin der Liebe musste Aphrodite sozusagen beruflich eine Kräuterexpertin sein. Am Nil hatte die große Isis - neben allerlei erstrangigen Agenden - auch die Patronanz über die wichtigste Nebensache der Welt. Dementsprechend ausgeprägt und beliebt war daher ihr Kult. Zum geheimen Herrschaftswissen der Isis-Priester gehörten wohl allerlei Rezepturen zur Erlangung und Erhaltung der Lust. Unter dem porösen Siegel der Verschwiegenheit verbreitete sich das Wissen um die kraftspendenden Ingredienzien bald bis in alle Winkel der damals bekannten Welt.

Die Suche und Herstellung von anregenden Mittelchen wurde schon bald zu einem einträglichen Gewerbe. Denn Lust und Macht stehen seit jeher in enger, durchaus wechselseitig wirkender Beziehung. Ein Alchemielabor war ein Ort höchster Geheimhaltung und großer Hoffnungen. Als Nebenprodukte der vergeblichen Suche nach künstlichem Gold fielen allerhand mehr oder weniger wirksame Wundermittel ab.

Mexikanisches Wundermittel
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Angeblich zur Freude von Mann und Frau: "Potente Activador Sexual"
Gustav W. Trampitsch beobachtete für seine Dokumentation über Zaubertränke und Aphrodisiaka auch die Herstellung eines volkstümlichen "potente activador sexual" auf einem Markt in Mexiko.
Einer der Stammkunden, die sich mit diesem Cocktail regelmäßig die Lendenkraft aufbessern, sagte: "Also ich glaube dran und es ist auch gesünder als Medikamente zu nehmen." Und auf die Frage, wie es denn heute den richtigen mexikanischen Macho gehe, seufzte der Vertreter einer aussterbenden Art: "Ja, ja, früher hat es die Machos gegeben, heute nicht mehr. Die haben noch bestimmt was zu tun ist, zuhause - in der Familie. Aber das ist vorbei. Früher war das anders, da hatte man das große Haus für die Ehefrau und Familie. Und das kleine für die Freundin. Ja Ja. Ich hab nur mehr eines, ein kleines: Heute bestimmen daheim beide, alle beide - Da muss man sich eben einigen. Weil, heute hat die Frau ihre Rechte. Wenn da was nicht passt… dann ist sie weg…"

Dann ging der zuversichtlich gestärkte Mann weiter, um sich auf den (verbotenen) Handel mit toten Kolibris einzulassen. Die trägt der standesbewusste Macho unterm Hemd, weil sie gut für Lendenkraft und Ausdauer sein sollen.

Unverbesserliche Machos schwören: Mit toten Kolibris unterm Hemd gibt’s keine tote Hose © ORF/Moonlake EntertainmentLupeUnverbesserliche Machos schwören: Mit toten Kolibris unterm Hemd gibt’s keine tote Hose
Fastfood für Lust und Lenden: Austernomelette am Nachtmarkt von Taipeh © ORF/Moonlake EntertainmentLupeFastfood für Lust und Lenden: Austernomelette am Nachtmarkt von Taipeh
Chinesisches Viagra. Altes, traditionelles Potenzmittel aus Taiwan © ORF/Moonlake EntertainmentLupeChinesisches Viagra. Altes, traditionelles Potenzmittel aus Taiwan

Weiter wird vom Spargel, von Sellerie, Chili & Co. berichtet und Carmen "Titita" Hernandez, die Grande Dame der mexikanischen Haute Cuisine, bleibt zu diesem Thema bodenständig und schwört auf die anregende Wirkung von Chili: "Chili hat tatsächlich eine stimulierende Wirkung. Einst haben die Indianer Mexikos Grundnahrungsmittel immer mit sich getragen. Scharfen Chili, frische Tortillas und Bohnen. Das ist eigentlich eine ziemlich gesunde Diät, abgesehen davon, dass das Eiweiß fehlt. Pure Kohlehydrate, die ihnen die Kraft gaben, die sie brauchten. Und Chili, unser Aphrodisiakum. Chili reizt die Geschmackspapillen. Das macht es aus und deshalb willst du immer mehr davon. Ja, noch heute gibt es Leute, die einfach vom frischen Chili abbeißen. 'Du bist so scharf wie der grüne Chili'. Solche Sprüche gibt es viele hier in Mexiko. Alle zum gleichen Thema. Wir scherzen eben darüber, genauso wie über den Tod. Vor allem aber ist Chili ohne Zweifel eine der allerwichtigsten Zutaten in der mexikanischen Küche."

Starkes Qi ist wichtig
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In einer uralten traditionellen Apotheke in Tainan setzt man auf die altbekannte Kraft von Wurzeln und Kräutern
In Tainan, der alten Hauptstadt von Taiwan, fand Gustav Trampitsch in einer uralten traditionellen chinesischen Apotheke ein seltsames, harzartiges Präparat, auf das schon Chinas Kaiser ihre lustvollen Hoffnungen setzten.
Über ein hausgemachtes und in seinen genauen Bestandteilen selbstverständlich geheimes Rezept sagte ein Apotheker:"Das Allerwichtigste ist Sport. Chinesische Kräuter soll man nur als Unterstützung verwenden. Falls man aber etwas braucht, um ein wenig nachzuhelfen, empfehle ich eine Mischung aus Schildkrötenpanzer, Hirschgeweih, Ginseng und Bocksdorn. Es ist besonders hilfreich vor allem für Männer, die bereits jahrelang keine Erektion mehr hatten. Zusammen mit den schon genannten Zutaten und einigen chinesischen Kräutern ist es das beste Hilfsmittel zur Verbesserung des Qi, der Lebensenergie. Da ältere Männer meist schon ein schwächeres Qi haben, leiden sie öfter an Erektionsproblemen. Wenn die Meridiane nicht blockiert sind, haben sie eine gute Lebensenergie. Deswegen ist es sehr wichtig, dass man genug Qi hat."

Sendedaten
Samstag, 23. März 2013
um 10.00 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Ein Film von Gustav W. Trampitsch, Österreich 2011
Buchtipp
Stefan Haag

Liebeskraut und Zauberpflanzen:
Mythen, Aberglauben, heutiges Wissen

Kosmos-Verlag 2010
ISBN: 978-3440122310
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