Ob es die Ausführungen von Gestütsleiter Dr. Dobretsberger sind, der für die Zucht und Erhaltung der Lipizzaner als letzte barocke Kulturpferderasse verantwortlich ist oder die 52 Jahre Berufserfahrung, die aus dem Direktor der Reitschule und damit Obersten Bereiter Ernst Bachinger sprechen, es wird klar, hier sind Menschen am Werk, die ihren Beruf mit Leidenschaf t und Engagement erleben.
Aber auch die Mitarbeiter in Piber haben eine Menge zu erzählen. Sind sie dafür verantwortlich, den Fohlen die Scheu vor den Menschen zu nehmen und damit die Basis für die spätere Ausbildung zu legen: Denn ohne Vertrauen, genügend Zeit und gleichberechtigte Partnerschaft geht gar nichts.
Spannend ist auch die bewegte Geschichte der Reitschule. Aufgrund der mehrmaligen Evakuierung des Gestüts in Lipica vor Napoleons Truppen, des Zusammenbruchs der Donaumonarchie oder der Flucht vor der Roten Armee war der Fortbestand der Hofreitschule mehr als einmal in großer Gefahr.
Ein Betrieb mit 120 Mitarbeitern und an die 300 Pferden ist natürlich auch eine wirtschaftliche und logistische Herausforderung. Einst Prestigeobjekt des österreichischen Kaiserhauses, später hochdefizitärer Staatsbetrieb, werden das Bundesgestüt Piber und die Spanische Hofreitschule heute in einer eigenen Gesellschaft geführt. Das Marketing und die Repräsentation nach außen hat ein PR-Profi übernommen. Dkfm. Elisabeth Gürtler hat jahrelang den Wiener Opernball organisiert und ist erfolgreiche Chefin des Hotel Sacher. Weniger bekannt ist aber ihr großes Wissen über Pferde: Elisabeth Gürtler war einmal Vizestaatsmeisterin im Dressurreiten.