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Zweiteilige Reihe
Rückblick
Im Luxuszug durch Afrika
Einmal jährlich startet die zweiwöchige Reise im Luxuszug "Pride of Africa" von Südafrika nach Tansania. Von Kapstadt aus, fährt er vorbei an den weltberühmten Victoria-Wasserfällen bis zum Ziel, nach Daressalam.
Navigationselement
© ORF/Manuela Zips-Mairitsch Lupe
Ntsiki Biyela, Weinmacherin des Jahres 2009
Weinland Südafrika
Reif für Ubuntu
Weine sollen in der Lage sein, von ihrer Herkunft zu erzählen. Wenn diese Winzerweisheit auch für Südafrika gilt, dann müssten die Weine des Kaplandes einen bitteren Nachgeschmack besitzen: nach Sklaverei, Ausbeutung und menschenunwürdigen Arbeitsverhältnissen. Doch dem Wein wird auch eine Menschen, Kulturen und Völker verbindende Eigenschaft nachgesagt.
Im Neuen Südafrika soll der Gemeinschaftsgedanke im Sinne des nationalen Mottos "Ubuntu" auch die Weinwirtschaft erfassen. Kann Ubuntu zum gelebten Prinzip werden? Die afrikanische Lebensphilosophie Ubuntu besagt, dass der Mensch erst durch andere Menschen zum Menschen wird. Ein Forscherteam der Universität Wien hat den Fortschritt zu gerechten Bedingungen in der Kapregion untersucht und versucht die Frage im Film aus den Perspektiven der Betroffenen zu beantworten.

Heute gehört der Wein Südafrikas allen
© ORF/Manuela Zips-Mairitsch Lupe
Weinlese in Südafrika
Black Economic Empowerment - die Politik der "Schwarzen wirtschaftlichen Ermächtigung" soll auch im Weinbau schwarzen Menschen die lange vorenthaltene soziale Gerechtigkeit bringen. Seit ihren Anfängen war Südafrikas Weinindustrie von "weißer Macht" bestimmt. Nicht zufällig heißt eine der schönsten Weinregionen bis heute die "Ecke der Franzosen" - Franschhoek. Mit den weißen Siedlern hielten nicht nur alte Methoden des Kelterns Einzug, sondern auch rassistische Vorurteile. Schwarze Arbeiter blieben bis zum Ende der Apartheid in krassen Abhängigkeitsverhältnissen. Sie konnten die Früchte ihrer erzwungenen Arbeit kaum jemals ernten. Heute soll der afrikanische Anteil am lokalen Terroir einen guten Schuss Black Power erhalten.

Südafrika hat etwas erreicht, was dem Land kaum jemand zugetraut hätte: eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, die Herstellung des sozialen Friedens und die politische Gleichberechtigung. Zu Recht gilt es vielen ausländischen Besuchern als Traumland. Nicht nur unter den romantischen Lauben des West Kaps. Damit es für alle seine Bewohner zumindest zu einem lebenswerten Staat wird, braucht es aber noch viel guten Willen seitens der Besitzenden.

Prinzip des Teilens und Teilhabens
© ORF/Manuela Zips-Mairitsch Lupe
Ashanti Weinfarm
Das Prinzip des Teilens und Teilhabens sei dem Wein als Produkt eingeschrieben, meinen etwa Ntsiki Biyela, die Weinmacherin des Jahres 2009 und Charles Erasmus, Chef der Südafrikanischen Weinstiftung - zwei Schlüsselfiguren in der heutigen südafrikanischen Weinindustrie:

"Die ganze Weinkultur hat man vor uns versteckt. Schwarze Menschen hatten keine Ahnung davon. Trotzdem hab ich mir gedacht: Wein, was soll’s. Trotz aller Hürden hab ich mir einfach in den Kopf gesetzt, Winzerin zu werden. Ohne jede Vorstellung, was mich erwarten würde." (Ntsiki Biyela, Winzerin von Stellekaya, Stellenbosch)

"Früher waren die Weinberge für mich als schwarzen Menschen ein Symbol des Reichtums einer Minderheit in unserem Land. Ein Symbol für ungleiche Besitzverhältnisse. Damit konnte ich mich niemals identifizieren. Heute ist natürlich alles anders. Wir sind jetzt ein Teil des Weinbaus. Wir blicken auf die Weinberge, trinken den Wein und fühlen, dass das uns gehört, ganz Südafrika. Es ist kein weißes oder schwarzes Produkt mehr, sondern es gehört uns allen - und sollte uns allen einen Vorteil bringen." (Charles G. Erasmus, South African Wine Industry Trust, CEO (SAWIT)

Sendedaten
Montag, 24. September 2012
um 16.00 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Ein Film von Werner Zips und Manuela Zips-Mairitsch, Österreich 2010
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