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© ORF/ScienceVision/Lukas Kogler Lupe
Nebel über dem Admonter Becken
Eisenwurzen
Geheimnisvolles Land
Die Eisenwurzen und ihre benachbarten Regionen stehen für den Einklang von uralter Kultur und Handwerkstradition inmitten faszinierender Naturlandschaft. Natur, Geschichte, Forscherdrang und Abenteuerlust liegen in der Region Eisenwurzen eng nebeneinander.
Mächtige Bergketten mit hochragenden Felswänden, glasklare Flüsse und Seen, dichte Wälder und enge Klammern prägen den Naturpark steirische Eisenwurzen. Die archaische Gebirgslandschaft, wirkt, als wäre sie seit Millionen Jahren völlig unverändert. Aber geht man in der Erdgeschichte nur einige Millionen Jahre zurück, wühlten hier faustgroße Schnecken in küstennahen Sandbänken warmer tropischer Meere. Wo sich heute Wiesen und urtümliche Wälder erstrecken, bedeckten noch vor 20.000 Jahren gigantische Gletscher das Land.

Einst Zentrum der Eisenverarbeitung
Die "Universum"-Dokumentation "Eisenwurzen - Geheimnisvolles Land" von Waltraud Paschinger führt nicht nur in die Erdgeschichte, sondern auch in die nähere Vergangenheit zurück. Sie zeigt die Industrie- und Handelsgeschichte einer Region, die von Erz und Eisen geprägt ist. Die Eisenwurzen war - wie ihr Name schon beschreibt - einst Zentrum der Eisenverarbeitung. Mit den hoch qualitativen Waffen, Sensen und Werkzeugen, die hier geschmiedet wurden, betrieb man regen Handel bis in den arabischen Raum. Und Hand in Hand mit der Erzgewinnung nahm auch die Holzindustrie ihren Aufschwung.

Als die Dinosaurier verschwanden
© ORF/ScienceVision/Rita Schlamberger Lupe
Geheimnisvoll, nebelverhangen - die Eisenwurzen
In jüngster Zeit drehen sich die neuesten geologischen Forschungen in der Eisenwurzen um eine 65 Millionen Jahre alte, nur zwei Zentimeter dicke, dunkle Gesteinsschicht, die in Gams bei Hieflau zu Tage tritt. Diese Linie, auch Kreide-Tertiär-Grenze genannt, markiert eine der größten Krisen in der Erdgeschichte: die Epoche, in der die Dinosaurier und mit ihnen unzählige andere Tier- und Pflanzenarten plötzlich von der Erde verschwanden. Aktuelle Forschungsergebnisse der Wissenschafter der russischen Akademie der Wissenschaften und des Wiener Naturhistorischen Museums ergaben nun: Nicht primär der Meteoriteneinschlag im Golf von Mexiko, sondern Arsen und andere giftige Schwermetalle von Vulkanausbrüchen sollen zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben.

Eine Spurensuche in die Vergangenheit
© ORF/ScienceVision/Lukas Kogler Lupe
Geologische Funde aus der Eisenwurzen, die in der Geowerkstatt in Gams bearbeitet wurden
"Der Europäische Steirische Geopark Eisenwurzen wird noch für weitere wissenschaftliche Erkenntnisse sorgen", ist sich Heinz Kollmann, der Fachbetreuer des Geoparks sicher. Die Geologie aber auch für den Laien begreifbar zu machen ist eines seiner größten Anliegen und die eigentliche Zielsetzung des Parks. Im Laufe ihrer Entwicklung hat die Erde ihr Bild immer wieder aufs Neue verändert. Gewaltige Naturereignisse beeinflussten in verschiedenster Art und Weise diese Vorgänge. Im Naturpark Steirische Eisenwurzen finden sich unzählige Hinweise für diese oft sehr radikalen Veränderungsprozesse. Anhand von historischen Funden und aktuellen Forschungsergebnissen begleitet die "Universum"-Dokumentation "Eisenwurzen - Geheimnisvolles Land" Wissenschafter auf ihrer Spurensuche in die bewegte Vergangenheit dieser einzigartigen Region.

Sensationelle Funde
So manches Rätsel rankt sich um den Verbleib der "Echse von Großreifling", einem Fischsaurier - ein sensationeller Fund aus dem 19. Jahrhundert, der bei einem Großbrand im Stift Admont fast zur Gänze verloren ging. Heute müssen die Wissenschafter wie Kriminalisten aus den spärlichen Überresten Aussehen und Verhalten der zehn Meter langen Echse rekonstruieren, die vor 240 Millionen Jahren durch ein tropisches Meer schwamm.

Schaft-Kugelblume  © ORF/ScienceVision/Rita SchlambergerLupeSchaft-Kugelblume
Wiesenenzian  © ORF/ScienceVision/Rita SchlambergerLupeWiesenenzian
Wilde Orchidee © ORF/ScienceVision/Rita SchlambergerLupeWilde Orchidee

Für die "Universum"-Dokumentation "Eisenwurzen - Geheimnisvolles Land" standen Waltraud Paschinger und ihrem Team modernste Mittel der Naturfilmdokumentation zur Verfügung: Neben opulenten 3-D-Animationen und aufwendigen Flugaufnahen kommen auch Spielszenen zum Einsatz.

© ORF/ScienceVision/Christoph Groppenberger Lupe
Selbst den Gämsen folgte die Kamera bis in die steilsten Bergregionen
Sie führen zu Holzknechten in steile Schluchten, zu alten Wassermühlen und in die Gansergrotte, wo aus den steinigen Hinterlassenschaften der Eiszeit einst Mühlsteine gehämmert wurden. Bei der Umsetzung der Spielszenen wurde Waltraud Paschinger von den Bewohnern der Eisenwurzen tatkräftig unterstützt: "Ihr Engagement machte diese Dreharbeiten für mich zu etwas ganz Besonderem. Jung und Alt aus der Region schlüpften gekonnt in diverse Rollen oder suchten auf Dachböden und Speichern nach Utensilien aus der Vergangenheit. Ihre Hilfe trug wesentlich zum Gelingen des Films bei." Doch das Filmteam hatte auch mit störrischen Akteuren zu kämpfen: "Ein Esel sollte Getreide über eine Brücke zu den alten Gamser Wassermühlen tragen. Erst der fünfte Esel war bereit, die Brücke zu überqueren."

Die Musik zum Film
Die Musik zu "Eisenwurzen - Geheimnisvolles Land" steuerte Starproduzent Erwin Kiennast bei, der dabei "vor allem Vokalistisches" im Sinn hatte und auf entsprechende Größen der Austro-Musikszene zurückgriff. "Wilfried und Konsorten kenne ich schon eine halbe Ewigkeit und mit Zabine bin ich schon aus Hubert von Goiserns Zeiten bekannt. Musikalisch habe ich mir von 4xang einige Jodler angehört, die wir dann adaptierten. Für Zabine hab' ich hingegen einen richtigen Song geschrieben." Für weitere unverwechselbare Klänge sorgen Musiker wie Albin Paulus an der Maultrommel. Kiennast: "Die Musik selber ist einerseits von der Gewalt und Massivität der Region und gleichzeitig von der unendlichen Vielzahl kleiner, fast fragiler Details geprägt. Ein bisschen Auenland, Frodo und die Tore von Mordor darf's schon sein, wenn man auf den Spuren von Geheimnissen wandert."

Sendedaten
Donnerstag, 14. August 2014
um 17.00 Uhr
Wiederholung:
Donnerstag, 14./15. August 2014, 2.45 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Ein Film von Waltraud Paschinger, Österreich 2006
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