© ORF/Interspot/Heinz Leger
Video online ab 11.9.2017, 6.00 UhrVideo online ab 11.9.2017, 6.00 Uhr
In der Wüste Gobi ziehen Karawanen von Oase zu Oase
Die Magie der Mongolei
Isoliert von den undurchdringlichen Wäldern Sibiriens im Norden und der chinesischen Mauer im Süden hat sich im Herzen Asiens eine der schönsten und unberührtesten Naturlandschaften der Erde erhalten. Das Land bietet einer Vielzahl selten gewordener Tierarten Platz und Rückzugsmöglichkeit. Im Norden, in den Bergen, teilen sich das mächtige Argali-Schaf, der Steinbock und der Schneeleopard das felsige Revier. Im Südwesten liegt das Zuhause der Takhis, der Vorfahren unserer Hauspferde. Etwas tiefer in der Wüste Gobi ziehen Wildkamele von Oase zu Oase. Im Osten des Landes liegt das größte zusammenhängende Grasland Asiens. Im späten Frühjahr wimmelt es hier nur so von Gazellenherden. Ein Spektakel, das auch von den allgegenwärtigen Wölfen nicht unbeachtet bleibt. "Die Magie der Mongolei" ist ein Streifzug durch die unberührte Natur und atemberaubende Landschaft im Herzen Asiens.
Schneidend peitscht der Wind durch das Altaigebirge im Nordwesten der Mongolei. Es ist Winter. Minus 40 Grad Celsius machen einen Aufenthalt im Freien zur Qual. "Eingepackt wie die Kosmonauten ...", so witzeln die mongolischen Mitarbeiter, ist ein "Universum"-Team unter der Leitung von Regisseur Heinz Leger in den Bergen unterwegs, um Argali-Wildschafe zu drehen. Die Dokumentation "Die Magie der Mongolei" ist ein Streifzug durch ein Land der Extreme mit faszinierenden Bildern aus einer der kältesten und gleichzeitig der heißesten Gegenden der Welt.

Das kalte Herz Asiens
© ORF/Interspot/Heinz Leger Minus 40 Grad am Fluss
Minus 40 Grad am Fluss
Für die Reise in das kalte Herz Asiens waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Wie dreht man bei solchen Temperaturen? "Am besten gar nicht", war die lapidare Antwort der konsultierten Techniker. Doch mit dieser Auskunft wollte sich das Team der Interspot Film nicht zufrieden geben. Bei aufwendigen Materialtests wurden in der Kältekammer des Wiener Arsenals die Schwachstellen des Filmequipments aufgespürt und beseitigt. So mussten zum Beispiel Spezialkabel angefertigt werden, da herkömmliche Videokabel bei diesen Temperaturen wie dürres Holz brechen.

Herzliche Gastfreundschaft in entlegensten Gegenden
© ORF/Interspot/Heinz Leger Kasachischer Adlerjäger
Kasachischer Adlerjäger
"Abgesehen von den wirklich widrigen Arbeitsbedingungen im Winter war die Gastfreundschaft der Menschen in den entlegenen Gebieten im russisch-chinesischen Grenzgebiet die größte Überraschung", erzählt der Heinz Leger. "Selbst wenn wir unangemeldet mitten in der Nacht bei einer der wenigen Familien, die im Gebirge überwintern, auftauchten, wurden wir mit offenen Armen empfangen und reich bewirtet."

In dieser freundschaftlichen Atmosphäre entstanden atemberaubende Bilder der letzten kasachischen Adlerjäger, die mit ihren Steinadlern auf Beizjagd gehen, von Takhis, den mongolischen Wildpferden, die in den Tälern dem schneidenden Wind trotzen, und Aufnahmen vom Moschustier, einem Verwandten unserer Hirsche, das aussieht wie ein Reh mit Vampirzähnen.

Rudel Maralhirsche  © ORF/Interspot/Heinz Leger Rudel Maralhirsche
Das Moschustier - ein Reh mit Vampirzähnen © ORF/Interspot/Heinz Leger Das Moschustier - ein Reh mit Vampirzähnen

Die andere Seite der Mongolei
© ORF/Interspot/Heinz Leger Dünen vor dem Altaigebirge
Dünen vor dem Altaigebirge
Von den eisigen Gipfeln im Norden zu den gewaltigen Sanddünen der Wüste Gobi: Unter der sengenden Sonne recken sich hier mächtige Sandberge in die Höhe. Der ständige Nordwestwind treibt den feinen Sand langsam vor sich her. Sand, der aus längst versiegten Flüssen und Seen stammt, wird hier zu Dünen geformt, die die Einheimischen "singenden Sand" nennen. In keiner Wüste der Welt gibt es so viele Sandberge mit Höhen von mehreren hundert Metern, und am abendlichen Feuer flüstern sich die Einheimischen oft Geschichten über die Dünengeister zu.

Doch die Mongolei besteht nicht nur aus Sand und Stein, der Norden des Landes erinnert an unsere Alpen. Im dichten Lärchenwald sind Wildschweine ständig auf der Suche nach Futter und in den Flüssen tummelt sich eine Vielzahl von Fischen, darunter der größte Verwandte aus der Familie der Forellen und Lachse, der Taimen.

Sendedaten
Montag, 11. September 2017
um 17.00 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Dokumentation von Heinz Leger, Österreich 2006
Sendung zum Thema
Dschingis Khan - Reiter der Apokalypse
Tradition trifft Moderne
Mongolei - Zwischen Jurte und Megacity
Die Mongolei ist ein riesiges, weites Land, fast viermal so groß wie Deutschland. In der Hauptstadt Ulan-Bator pulsiert das Leben, die weite Steppe ist hingegen nur sehr spärlich besiedelt. Bis heute herrschen gewaltige Unterschiede zwischen der Stadt, in der mongolische Traditionen auf moderne Großstadtmenschen prallen, und dem weiten Land, in dem Nomaden noch immer weitestgehend isoliert umherziehen.
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