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Kurz und knapp erzählt Barbara Vinken, was ihr an diesem Buch gefällt.
Buchtipp: "Der Reisende" von Ulrich Alexander Boschwitz
Leseempfehlung von Barbara Vinken
Deutschland im November 1938. Otto Silbermanns Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Er selbst versucht, unsichtbar zu bleiben, nimmt Zug um Zug, reist quer durchs Land. Inmitten des Ausnahmezustands. Er beobachtet die Gleichgültigkeit der Masse, das Mitleid einiger Weniger. Und auch die eigene Angst.
© klett_cotta Cover: "Der Reisende"
Cover: "Der Reisende"
Der jüdische Kaufmann Otto Silbermann, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, wird in Folge der Novemberpogrome aus seiner Wohnung vertrieben und um sein Geschäft gebracht. Mit einer Aktentasche voll Geld, das er vor den Häschern des Naziregimes retten konnte, reist er ziellos umher. Zunächst glaubt er noch, ins Ausland fliehen zu können. Sein Versuch, illegal die Grenze zu überqueren, scheitert jedoch. Also nimmt er Zuflucht in der Reichsbahn, verbringt seine Tage in Zügen, auf Bahnsteigen, in Bahnhofsrestaurants. Er trifft auf Flüchtlinge und Nazis, auf gute wie auf schlechte Menschen. Noch nie hat man die Atmosphäre im Deutschland dieser Zeit auf so unmittelbare Weise nachempfinden können. Denn in den Gesprächen, die Silbermann führt und mithört, spiegelt sich eindrücklich die schreckenerregende Lebenswirklichkeit jener Tage. [Klappentext]






Sendung zum Thema
© zdf_rico_rossivalBuchzeit im Frühling 2018
Im Frankfurter Osthafen diskutiert Gert Scobel wieder mit seinen literarischen Kolleginnen.

Buchzeit am Sonntag, 11. März 2018, um 18.00 Uhr in 3sat
Buchzeit-Kritikerin
Barbara Vinken
Autorin, Kulturwissenschaftlerin und Professorin für Romanistik