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Star Wars ist überall. Mit der Macht im Rücken warten diese Fahrgäste auf die nächste Metro in Paris. © reuters Lupe
Star Wars ist überall. Mit der Macht im Rücken warten diese Fahrgäste auf die nächste Metro in Paris. Nur: Wo ist Yoda?
Star Wars VII
Disneys Griff nach der Macht
Der Krieg der Sterne - in die siebte Runde er geht. Star Wars ist nicht nur Kino. Star Wars ist Kult und Star Wars ist Kommerz. Den Erfolg soll eine genau geplante Marketingstrategie garantieren.
Allein die erste Präsentation des Trailers zum neuen Star-Wars-Film legte im Herbst Kinointernetseiten lahm. In den Disney-Vergnügungsparks wird die Achterbahn zu einem Star-Wars-Abenteuer umgebaut. Und auf den Schulhöfen weltweit tauschen Erdlinge die Sammelkarten zum Film. Am 17. Dezember geht der Krieg der Sterne weltweit in die siebte Kino-Runde. Im Vorfeld des Filmstarts hat der Disney-Konzern die Welt in einen künstlichen Star-Wars-Hype versetzt. Dahinter steht eine ausgeklügelte und durchorganisierte Vermarktungsmaschine.

Sie startete mit einem gigantischen Deal: Vor drei Jahren kaufte der amerikanische Unterhaltungsgigant Disney die Produktionsfirma "Lucasfilm" für mehr als vier Milliarden Dollar. Lucasfilm wurde einst von Regisseur und Produzent George Lucas gegründet, dem Erfinder der Sternenkriegs-Saga. Schnell folgte dem Kauf der Auftrag von Disney, eine neue, siebte Filmepisode zu produzieren.

Die Macht des Marketings
Und jetzt wird seit einigen Wochen allerlei Weltraum-Klimbim rund um die Sternenkrieger verkauft: ein Darth-Vader-Toaster beispielsweise, Yoda-Pantoffeln oder der Han-Solo-Minikühlschrank. Alles Teil der Marketing-Kampagne. Fünf Milliarden Dollar könnte Disney mit Fanprodukten einnehmen, noch bevor der Film startet.

Angesichts dieser Bilder ist klar, warum der Löwenanteil der Star-Wars-Einnahmen mit Merchandising erzielt wird. © dpaLupe
Selbst Prinzessin Leia aus der Original-Trilogie ist 40 Jahre später vor Zweit-, Dritt- und Viertverwertung nicht sicher. © reutersLupe
Es gibt kein Entkommen, nirgends: Strurmtruppen vor einem imperialen Kampfläufer. Aus Lego. In Hong Kong. © apLupe

Disney hat mit Star Wars sein Imperium um die wohl erfolgreichste Marke der Filmgeschichte bereichert. Insgesamt hat die Filmserie seit dem Start des ersten Teils (1977) etwa 28 Milliarden Dollar umgesetzt, schätzt die Süddeutsche Zeitung: 4,35 Milliarden davon an der Kinokasse, 4,5 Milliarden durch Verkäufe auf Datenträgern, 3,4 Milliarden durch Computerspiele. Stolze 12,1 Milliarden kamen durch Spielzeug in die Kassen.

Hauptsächliche Nebensachen
Die Nebeneinnahmen übersteigen die Kinoeinnahmen also um ein Vielfaches. Filmunternehmen versuchen deshalb, aus einem Film eine Produktmarke zu machen. Während der Film selbst auf Kino, Disc und Online-Angebote begrenzt bleibt, zieht eine Marke zusätzliche Einnahmen durch Fortsetzungen, Spielzeuge, Freizeitparks, Musicals und Spiele.

Grundlage für den Gesamterfolg auch in Zukunft bleibt jedoch der Erfolg auf der Leinwand. Die Betriebsstudie des Hauptverbands der Filmtheater spricht von der "Veredelungsfunktion" des Kinos. Alle Marketingmaßnahmen sind deshalb auf den Filmstart ausgerichtet: "Star Wars - Das Erwachen der Macht" muss ein Kassenknüller werden.

Zu den rund 200 Millionen Dollar für die Filmproduktion wendet Disney deshalb noch einmal geschätzte 225 Millionen Dollar für Werbung auf. Diese Kosten sollen möglichst gleich am Startwochenende rund um den 4. Advent wieder eingespielt werden. Denn die ersten Tage entscheiden meist über Wohl und Wehe eines Films.

Star-Wars-Schöpfer George Lucas hat sich mit seinem Werk unsterblich gemacht - und steinreich. © reutersLupe
Immer schon eiskalt: Bösewicht Darth Vader auf dem Eis-Skulpturfestival im belgischen Liège - geschaffen vom ungarischen Künstler Zsolt Toth. © reutersLupe

"Avatar" bleibt die Benchmark
Dann zeigt sich außerdem, ob das Kalkül der Disney-Strategen im Vorfeld aufgegangen sein wird. Falls nämlich die Werbemaschine zu früh angeworfen wird, besteht Gefahr, dass die Euphorie bis zum Filmstart im Kino schon verflogen, ein Übersättigungsgefühl oder Frust wegen der langen Wartezeit entstanden ist.

Wenn aber alles rund läuft, hat der neue Streifen nach Ansicht der Großbank Morgan Stanley das Zeug, 1,95 Milliarden, vielleicht sogar 2,25 Milliarden Dollar einzuspielen. Damit könnte Star Wars 7 zum zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten nach "Avatar" (2,79 Milliarden Dollar) werden.

Kein Wunder, dass Disney die nächsten Vermarktungsschritte längst eingeleitet hat. So berichtet die Zeitschrift cinema, bereits Ende 2016 starte der Serienableger "Rogue One: A Star Wars Story". Im Mai 2018 solle dann ein Film über die Vorgeschichte von Han Solo folgen. Parallel dazu werde bereits an den Episoden 8 und 9 der eigentlichen Star-Wars-Saga gearbeitet. Der Krieg der Sterne geht weiter.

Kinojahr 2015
© dpaVolle Kassen wie noch nie
Berichte über den Tod des Kinos waren weit übertrieben. Das erste Halbjahr 2015 bescherte einen neuen Rekord. Blockbuster wie James Bond und Star Wars sollten den Trend fortschreiben.
Kinobetreiber
Hohe Kosten wie noch nie
Die Kinokassen klingeln zwar, doch mit Kartenverkäufen allein ist kein Kino zu betreiben. Die teure Umstellung auf Digitaltechnik lässt sich nur durch Erlöse aus dem Verkauf von Popcorn, Cola und sonstigem Fresskram stemmen.
Einspielergebnisse
Star Wars Episode 1
Die dunkle Bedrohung
(1999)
Produktionskosten: 115 Mio. USD
Einspielergebnis: 1 Mrd. USD

Star Wars Episode 2
Angriff der Klonkrieger
(2002)
Produktionskosten: 115 Mio. USD
Einspielergebnis: 649 Mio. USD

Star Wars Episode 3
Die Rache der Sith
(2005)
Produktionskosten: 113 Mio. USD
Einspielergebnis: 849 Mio. USD

Krieg der Sterne
(Episode 4)
(1977)
Produktionskosten: 11 Mio. USD
Einspielergebnis: 775 Mio. USD

Das Imperium schlägt zurück
(Episode 5)
(1980)
Produktionskosten: 18 Mio. USD
Einspielergebnis: 538 Mio. USD

Die Rückkehr der Jedi-Ritter
(Episode 6)
(1983)
Produktionskosten: 32,5 Mio. USD
Einspielergebnis: 573 Mio. USD

Quelle: Internet Movie Database
Star Wars: The Force Awakens
US 2015
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, u.a.
Kinostart:
AT/CH/DE: 17.12.2015