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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Regisseur Joshua Oppenheimer beim Menschenrechtsfestival 2015 in Nürnberg. © dpa Lupe
Regisseur Joshua Oppenheimer beim Menschenrechtsfestival 2015 in Nürnberg.
Chronist der indonesischen Seele
Der Dokumentarfilmer Joshua Oppenheimer
In seinen letzten beiden Filmen widmete sich der US-Amerikanische Dokumentarfilmer Joshua Oppenheimer dem indonesischen Genozid - und zwar auf sehr unkonventionelle Weise.
Die Dreharbeiten für seinen 2012 erschienenen, Oscar-nominierten Film "The Act of Killing" begannen bereits 2003; Oppenheimer filmte unendlich viel Material. Er filmte zahlreiche Täter des damaligen Genozids, die bis heute wichtige Positionen in der Indonesischen Gesellschaft bekleiden. Er unterbreitete einer Gruppe Tätern von 65/66 die Möglichkeit "Stars" seines Films zu werden, wenn sie ihre Mordtiraden von damals neu inszenieren - komplett nach eigenem Gusto.

Der charismatische Protagonist des Films, Anwar Congo, ein Täter von 1965/66, bezeichnet sich selbst als "Gangster" und freut sich darüber, seine "Heldentaten" von damals in der Manier der großen Leinwandganoven nachspielen zu können. Das Resultat dieser "Re-Enactments" sind einzigartig surreale, zwischen Komik und Tragik-mäandernde Bilder, die einem bis weit nach Ansehen des Films immer noch das Blut gefrieren lassen.

The Look of Silence
In seinem neuesten Film, "The Look of Silence" (2014), der seit dem 1. Oktober 2015 auch in deutschen Kinos läuft, widmet sich Oppenheimer einem jungen Mann, der seinen älteren Bruder im Genozid verlor: Adi Rukin. Adi versucht die Täter von damals im Face-to-Face-Gespräch mit den Taten von damals zu konfrontieren - und fordert nicht mehr ein als ein einfaches Schuldbekenntnis.

Ein weiterer wichtiger Fokus des Films ist der Umgang mit der eigenen Vergangenheit: Adi, seinerseits Familienvater, wünscht sich für seine eigenen Kinder, dass sie in der Schule nicht die "Lüge" lernen, sondern von den Lehrern über das Massaker aufgeklärt werden. Im Vergleich zu dem überbordenden, experimentellen "The Act of Killing" ist "The Look of Silence" ein ruhiges, poetisches Werk, das anhand eines Einzelschicksals das ganze Dilemma der fehlenden indonesischen Erinnerungskultur aufdeckt.

Indonesien: Geschichte
Das Massaker von 1965/66
Indonesiens demokratische Weste hat einen furchtbaren blutroten Fleck. Mitte der 60er-Jahre wurden Anhänger der kommunistischen Partei und jene, die man dafür hielt, zu Hunderttausenden ermordet. Die Täter kamen davon. Bis heute.
Indonesien auf der Buchmesse
Zwischen Märchen und Moderne
Wie sieht die Literatur eines Landes aus, das auf eine 2000 Jahre alte Schriftkultur zurückblickt, dessen 250 Millionen Einwohner sich aber auf 300 verschiedene ethnische Gruppen verteilen? Kulturzeit geht dem in einer vierteiligen Reihe nach.
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