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© dpa Lupe
VW-Skandal
Wolfsburg auf der schiefen Ebene
Seit Volkswagen den Qualitätsbegriff "German engineering" ganz neu definiert hat, indem mit getürkten Abgastests Dreckschleudern zu Sauberautos umdeklariert wurden, gilt im VW-Hauptquartier Alarmstufe rot.
Für den VW-Konzern hat das gravierende Konsequenzen. Den sich abzeichnenden Kosten begegnet das Unternehmen bereits mit Milliardenrückstellungen. VW wird daran nicht zugrunde gehen, aber mehrere Jahre lang heftigem Gegenwind ausgesetzt sein.

Ein derart dreister Betrugsfall ist zwar nicht direkt typisch, aber sehr wohl systemimmanent. Die Einflussnahme der Autolobby auf die Politik geht so weit, dass realistische Testverfahren hinsichtlich Verbrauch und Abgaswerten konsequent verhindert wurden.

Lobbyismus: Ziemlich beste Freunde
Heute ist Sigmar Gabriel (l.) Wirtschaftsminister in Berlin. Zuvor war er Ministerpräsident in Niedersachsen. An VW kommt so jemand nicht vorbei. Martin Winterkorn hat als VW-Chef seinen Hut nehmen müssen. © reuters
Der "gute Draht" der Autobranche in die Politik ist legendär. Er gehört quasi zur DNA der Autorepublik Deutschland. Das war bei Kohl so, bei "Autokanzler" Schröder und auch bei Angela Merkel.
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Exklusiv-Interview: VW - Immer Chefsache
Probesitzen auf der IAA - hier war die Welt noch in Ordnung. Bundeskanzlerin Angela Merkel in VWs neuem Hybridfahrzeug Tiguan. © dpa
Der Abgasskandal bei VW wirft ein Licht auf die dunkle Seite der mächtigen deutschen Autolobby. Auto ist immer Chefsache. makro-Moderatorin Eva Schmidt spricht mit Matthias Fifka, Professor für Unternehmensethik.
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Kosten: Angst vor der bösen Zahl
Bei VW geht die Angst um. In der Wolfsburger Konzernzentrale laufen die Rechenschieber heiß. Es riecht nach Sparprogramm, vielleicht sogar Entlassungen. © dpa
Für VW wird es jetzt richtig, richtig teuer. Neben der Umrüstung betroffener Fahrzeuge rollt eine Flut von Sammelklagen auf den Autobauer zu. Anwälte wetzen bereits die Messer. Und das ist noch längst nicht alles.
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VW-Aktie 2005-2015
© VWDLupeDie Vorzugsaktien von VW: Von 260 auf 95 Euro in sechs Monaten. Das ist schon eine Leistung. Kein Wunder, dass viele Anleger nun gegen Volkswagen klagen. Die Höhe des Schadens errechnet sich grundsätzlich nach der Differenz des Kaufkurses und dem Kurs nach öffentlichem Bekanntwerden der Vorwürfe.

"Wir gehen von einem Mindestschaden von circa 60 Euro pro Aktie aus", sagt Andreas Tilp, Anwalt für Kapitalmarktrecht. Am 18. September, vor Bekanntwerden des Skandals, hatte die VW-Aktie noch bei mehr als 160 Euro notiert. "Fallen die Kurse der VW-Aktien weiter, so erweitert sich der eigentliche Schaden", sagt Kristin Wahlers, Expertin für Bank- und Kapitalmarktrecht beim Frankfurter Büro von FPS.
VW: Das war passiert
VW hat Autos mit einer Software ausgestattet, die Abgaswerte manipulierte. Damit wurden Tests bestanden und der Diesel wirkte umweltfreundlicher. Wegen der Tricksereien steht VW nun weltweit in der Kritik. Nach Firmenangaben sind bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Milliarden-Lasten kommen auf den Wolfsburger Dax-Konzern zu.
Lobbyismus
© reutersDie Macht der Einflüsterer
Die Politik ist heute umgeben von einem feinen Netz der Einflussnahme. Lobbyisten jedweder Couleur drängen mit Macht und Geld, Gesetze in ihrem Sinne zu gestalten. Allen voran die Finanzindustrie.