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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Bei VW geht die Angst um. In der Wolfsburger Konzernzentrale laufen die Rechenschieber heiß. Es riecht nach Sparprogramm, vielleicht sogar Entlassungen. © dpa Lupe
Bei VW geht die Angst um. In der Wolfsburger Konzernzentrale laufen die Rechenschieber heiß. Es riecht nach Sparprogramm, vielleicht sogar Entlassungen.
Angst vor der bösen Zahl
Wieviel kostet Volkswagen der Abgasskandal?
Für VW wird es jetzt richtig, richtig teuer. Neben der Umrüstung betroffener Fahrzeuge rollt eine Flut von Sammelklagen auf den Autobauer zu. Anwälte wetzen bereits die Messer. Und das ist noch längst nicht alles.
Der Akteur ist ein Weltkonzern. Der Schaden lässt sich zunächst nicht quantifizieren. Fest steht: Es geht um Milliarden an Schadensersatzforderungen. Das Image ist ruiniert. Die Rede ist von BP, jenem britischen Ölkonzern, der für immer mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in Verbindung gebracht werden wird.

VWs Abgasskandal spielt, zumindest finanziell, in einer ähnlichen Liga. Zum jetzigen Zeitpunkt lasse sich das Volumen der Forderungen gegen die Wolfsburger nicht abschätzen, sind sich die Experten einig. Aber sie werden hoch sein. Allein für die Umrüstung betroffener Fahrzeuge hat VW 6,5 Mrd. Euro zurückgestellt. Dies ist jedoch eine vorläufige Schätzung. Es könnte auch mehr werden. Nach Firmenangaben sind bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen.

Zudem stehen Volkswagen hohe Schadenersatzforderungen von Aktionären ins Haus. "Wir haben zahlreiche Anfragen wegen Schadenersatzklagen von Anwälten erhalten, die größere institutionelle Anleger in den USA vertreten", sagt Peter Dreier von der auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Anwaltskanzlei Dreier Riedel. Er rechnet wie auch andere Experten mit einem jahrelangen Prozessmarathon.

Die Haie kreisen schon
Schadenersatzansprüche könnten zum einen wegen Manipulation des Marktes bestehen. Der auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Anwalt Andreas Tilp argumentiert, VW habe bereits im Juni 2008 gegenüber einer kalifornischen Behörde falsche Angaben zu den Abgaswerten eines Jetta-Modells gemacht. Damit hätten die Manipulationen begonnen. Zudem könnten Aktionäre Ansprüche geltend machen, falls VW seinen Informationspflichten nicht nachgekommen ist.

Darüberhinaus sieht das amerikanische Rechtssystem vor, dass auch anderweitig Geschädigte, z.B. Patienten mit Atemwegserkrankungen oder ähnlichem, Schadensersatzforderungen gegenüber einem Luftverschmutzer geltend machen können. Auch wenn dieses Vorgehen aus europäischer Sicht zunächst wenig erfolgversprechend scheint, könnte es sein, dass Volkswagen mit einem Vergleich jahrelange Rechtsstreitigkeiten vermeiden will. Ein solcher Vergleich wird üblicherweise teuer.

Das Volumen der US-Klagen lässt sich Experten zufolge kaum abschätzen, denn neben Schadenersatz können US-Gerichte auch noch Bußgelder ("punitive damages") verhängen.

In der Mangel
Der Abgas-Skandal bei Volkswagen wird laut Rating-Agentur Fitch die gesamte Autobranche verändern. Unter anderem dürften die Kontrollen strenger werden und damit die Kosten für Forschung und Entwicklung steigen. Weil Diesel-Fahrzeuge durch den Fall in einem schlechten Licht dastünden, könnten Wagen mit alternativen Antrieben künftig stärker gefragt sein. Es könne aber auch wieder eine Verlagerung hin zu Benzinern geben. Eine Abkehr von Diesel-Fahrzeugen würde sich auf europäische Hersteller stärker auswirken als auf ihre amerikanischen oder asiatischen Rivalen, so Fitch.

VW fährt bei wichtigen technologischen Entwicklungen der Konkurrenz hinterher. Trotz hoher Forschungsausgaben der vergangenen Jahre hat man den Anschluss verpasst. Diesen Rückstand aufzuholen, kostet Zeit und jede Menge Geld für Investitionen. Just in einem Moment, wo Milliardenbeträge im Abgas-Skandal verbrennen.

Für die juristischen Auseinandersetzungen wappnet sich VW mit der Kanzlei Kirkland & Ellis. Die Anwälte vertraten bereits den Ölkonzern BP nach dem Sinken der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko. Volkswagen rechnet offenbar mit dem Schlimmsten.

VW-Skandal: Exklusiv-Interview
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Ziemlich beste Freunde
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VW-Aktie 2005-2015
© VWDLupeDie Vorzugsaktien von VW: Von 260 auf 95 Euro in sechs Monaten. Das ist schon eine Leistung. Kein Wunder, dass viele Anleger nun gegen Volkswagen klagen. Die Höhe des Schadens errechnet sich grundsätzlich nach der Differenz des Kaufkurses und dem Kurs nach öffentlichem Bekanntwerden der Vorwürfe.

"Wir gehen von einem Mindestschaden von circa 60 Euro pro Aktie aus", sagt Andreas Tilp, Anwalt für Kapitalmarktrecht. Am 18. September, vor Bekanntwerden des Skandals, hatte die VW-Aktie noch bei mehr als 160 Euro notiert. "Fallen die Kurse der VW-Aktien weiter, so erweitert sich der eigentliche Schaden", sagt Kristin Wahlers, Expertin für Bank- und Kapitalmarktrecht beim Frankfurter Büro von FPS.
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Lobbyismus
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Die Politik ist heute umgeben von einem feinen Netz der Einflussnahme. Lobbyisten jedweder Couleur drängen mit Macht und Geld, Gesetze in ihrem Sinne zu gestalten. Allen voran die Finanzindustrie.