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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Wie Apples iCar aussehen wird, weiß noch niemand. Hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit könnte es - typisch Apple - neue Maßstäbe setzen. © David Villarreal Fernández, CURVED, cc-by-3.0 Lupe
Wie Apples iCar aussehen wird, weiß noch niemand. Hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit könnte es - typisch Apple - neue Maßstäbe setzen.
Apples Angriff auf die Autobranche
iCar könnte schon 2019 kommen
Der Angriff auf die Autobranche kommt aus ungewohnter Richtung. Aber er kommt. Apples Pläne für ein iCar konkretisieren sich. Ja, spinnen die? Nicht unbedingt. Die Branche jedenfalls fürchtet Apples visionäre Kraft.
Die Gerüchte um die Produktion des Apple iCar, die vor einem halben Jahr erstmals für Aufsehen sorgten, konkretisieren sich. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" will der US-Konzern bereits 2019 ein eigenes Elektroauto auf den Markt bringen. Dem Entwicklungsstab für das umweltfreundliche Auto sei die Verdreifachung des Personals auf bis zu 1800 Mitarbeiter bewilligt worden. Apple selbst kommentiert den Zeitungsbericht wie üblich nicht.

Über die Entwicklung eines Elektroautos bei Apple wird schon lange spekuliert. Entgegen der weit verbreiteten Mutmaßung, dass der Technologiekonzern mit einem selbstfahrenden Auto den Automobilmarkt umkrempeln wolle, arbeite das Unternehmen aber derzeit an einem "klassischen" Elektroauto, so das "Wall Street Journal".

Die Vision eines komplett vernetzten, selbstfahrenden Autos ist trotzdem näher als man denkt - nur die Hersteller kommen aus einer ganz neuen Ecke. Die Platzhirsche der Autobranche werden sich umschauen müssen. Apples Konkurrent Google fuhr bereits im Januar mit einem Prototyp seines Autos die erste Testtrecke.

Steve Jobs' Vision
Im Jahr 2007 gab es erste Gerüchte bezüglich eines geplanten iCars. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt stellte Volkswagen seinen neuen Kleinwagen Up! der Öffentlichkeit vor. Apple-Gründer Steve Jobs zeigte sich damals an der Idee eines iCars interessiert. Volkswagen und Apple trafen sich zu Gesprächen, ein Ergebnis blieb aus.

Den zweiten bekannten Anlauf auf den Automobilmarkt wagte Apple im Sommer 2013. Das Ergebnis sind Kooperationen mit BMW, Daimler und General Motors. Insgesamt 27 Fahrzeughersteller integrierten Apples Software iOS, besser bekannt als Carplay, in ihre Wagen.

Sprung ins kalte Wasser
Glaubt man den Spekulationen, will Apple schon 2019 sein Auto auf den Markt bringen, ein Jahr früher als bisher angenommen. Aus Fachkreisen heißt es, dies sei ein überaus ambitioniertes Ziel. In der Autobranche beträgt die Entwicklungszeit für ein neues Modell üblicherweise fünf bis sieben Jahren. Und dabei handelt es sich nicht um Unternehmen, die ihr erstes Auto auf den Markt bringen.

Unter dem Decknamen "Titan" soll die Entwicklung des iCars in vollem Gange sein. Apple äußerte sich bisher zu keinem der bekannten Spekulationen. Die Gerüchte werden jedoch durch die Klage von A123 Systems LLC bestärkt. 5 Mitarbeiter soll Apple von dem Batteriehersteller abgeworben haben, wogegen A123 nun vorgeht. Der Mitbegründer des Elektroautoherstellers Tesla Motors, Technik-Guru Elon Musk, berichtet, dass seinen Angestellten für einen Wechsel zur Konkurrenz 250.000 Dollar sowie Gehaltserhöhungen von 60 Prozent angeboten wurde.

Apple rekrutiert Mitarbeiter
© reuters Lupe
Autoneuling Tesla hat das Elektroauto aus der Ökoschnecken-Nische befreit und macht den etablierten Oberklasseherstellern mächtig Konkurrenz.
Apples iCar wird ein Fahrzeug mit Elektromotor sein, so viel scheint sicher. Ungewiss dagegen war noch die Frage, ob Apple seinem Konkurrenten Google nacheifert und ein autonom fahrendes Auto entwickelt oder ob das iCar tatsächlich noch ein Lenkrad besitzen wird. Wenn das "Wall Street Journal" mit seinem Bericht richtig liegt, dürfte es zunächst wohl auf ein klassisches Elektroauto hinauslaufen.

Apple stellt sich ein neues Team zusammen. Der iPhone-Erfinder scheint keine Lust und Zeit zu haben, sich selbst in die Materie einzuarbeiten. Er kauft die notwendigen Fachleute ein und entwickelt im Baukastenprinzip sein neustes Produkt. Hinsichtlich der Produktion fällt der Name des kanadisch-österreichischen Automobilkonzerns Magna. Die beiden Unternehmen treffen sich laut Insiderberichten bereits zu Gesprächen. Auch eine Produktion in China wird erwogen.

Auto als Mittel zum Zweck
Bereits in den Verhandlungen mit VW 2007 sprach sich der Visionär Steve Jobs für die Apple-typische Einfachheit der Bedieneroberfläche und des Designs aus. Sein Nachfolger Tim Cook hat es sich zum Ziel gesetzt, das digitale Leben der Nutzer mit neuen Apple-Produkten weiter zu durchdringen. Doch warum ausgerechnet der Automobilmarkt mit einem solchen Kraftaufwand?

Statistiken legen das Bewegungsprofil eines Durchschnittsbürgers auf drei Bereiche fest: das Zuhause, das Büro und das Auto. Nach MacBook, iPhone, iPad und der Software iOS würde das iCar eine letzte Lücke schließen. Dabei ist nicht die Entwicklung eines Autos das Ziel, sondern das Auto ist Mittel zum Zweck. Im Vordergrund steht die Vernetzung des Nutzers in jeder Umgebung. Konkurrent Google scheint hier momentan einen Schritt voraus zu sein. Doch Apple ist dank seiner schier unerschöpflichen Ressourcen nicht zu unterschätzen.

Die Macht des iKonzerns
Google werkelt bereits seit längerem an seinem Auto. Googles "driveless car" macht den Namen zum Programm und ersetzt den Fahrer durch ein computergesteuertes System. Nicht unbedingt massentauglich wirkt dieses Gefährt auf den ersten Blick, doch ist an dieser Stelle zu bedenken, wie neue Technologien die Automobilebranche bereits revolutioniert haben. Selbständige Einparkhilfen oder Assistenten, um die Spur zu halten, gehören heute schon fast zur Serienausstattung.

In Las Vegas präsentierte Daimler seinen F015, ein autonom fahrendes Vehikel im futuristischen Design. Das neuste Modell des VW Golf wurde jüngst zum Gold R Touch modernisiert. Das Auto bleibt, aber an der Technikschraube wird gedreht. Die Furcht, hinter den technischen Innovationen der Konkurrenz zu bleiben, sorgt für immer mehr Bewegung auf dem Automarkt. Apple nutzt seine Finanz- und Innovationsmacht und erhöht den Druck auf die Branche.

Realismus oder Hybris?
Ob Apple den Automarkt in den kommenden Jahren durch ein neues Model bereichern wird, ist wohl zumindest bis 2019 Zukunftsmusik. Google und Apple haben jedoch eine neue Marktlücke für sich entdeckt. Ob die Eigenproduktion der Autos im Fokus steht oder das Ganze nur eine Machtdemonstration gegenüber den Automobilherstellern sein soll, wird sich zeigen.

Mediathek
VideoBig-Data-Business: Auto-Spion
Das "Internet der Dinge" revolutioniert auch die Autoindustrie. Bei den Autoherstellern ist ein regelrechter Wettlauf um die Daten von Autofahrern entstanden. Späht uns künftig der eigene Pkw aus?
Mediathek
© Ulrike WitternVideoLadenhüter E-Auto
Der neueste Herausforderer des Verbrennungsmotors ist das E-Auto. Leider ist es viel zu teuer. Toyota hingegen setzt auf Hybridtechnik. Die hat den Vorteil, dass sie von Kunden gekauft wird.
Das Elektroauto
Bis 2020 sollen, so der Plan der Bundesregierung, eine Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Ein illusorisches Ziel. Anfang 2014 waren es gerade einmal 12.156 Wagen. Die neuesten Zahlen sprechen von rund 26.000. Obwohl das Elektroauto umweltschonend, leise und vor allem kostengünstig in Sachen Steuern, Versicherung und Tankkosten ist, schreckt viele Autofahrer die geringe Reichweite und der hohe Kaufpreis bisher ab.
Automesse in Genf
Langsame Elektrisierung
Da kleine elektrisch betriebene Stadtflitzer bisher Ladenhüter sind, wollen die deutschen Autohersteller jetzt mit emissionsfreien Sportwagen auf Kundenfang gehen.
So mächtig ist Apple
Mit einem Gewinn von 11 Milliarden Dollar im Juni-Quartal 2015 lag der Wert des Unternehmens bei 750 Milliarden Dollar. Nach den jüngsten Börsenturbulenzen sind es etwas weniger. Viel wichtiger aber: Apple hat unglaubliche 203 Milliarden Dollar in der Kriegskasse. Damit hätte man genug liquide Mittel um die drei deutschen Autobauer BMW (Börsenwert 52,1 Mrd. Euro), Volkswagen (53,9) und Daimler (71,1) komplett aufzukaufen.
Wirtschaftsdokumentation
Chinas Autoträume
China macht mobil. In nur zwei Jahrzehnten gelang in den Millionenstädten der Umstieg vom Fahrrad aufs Auto. Das Milliardenvolk marschiert heute auf vier Rädern. Paradebeispiele sind die Wirtschaftszentren Peking, Shanghai und Shenzen.
Deutschlands Autobranche
Der deutsche Exportmarkt lebt von dem Geschäft mit seinen Automarken, wie VW, BMW und Audi. Der Verband der Automobilindustrie verzeichnet für das Jahr 2014 einen weltweiten Export von 4.303.127 PKWs.

Dabei hat die Industrie erkannt, dass die Investition in den Forschungs- und Entwicklungsausbau unerlässlich ist. So gab die deutsche Automobilbranche im Jahr 2013 rund 18,3 Mrd. Euro für die Entwicklung neuer Technologien intern aus und investierte rund 6,1 Mrd. Euro in sogenannte ausgelagerte Forschungseinrichtungen.

Unter anderem wurde in die Technologie zur Vernetzung des Fahrzeugs mit seiner Umgebung und dem Internet investiert. Auf genau diesen Bereich fokussieren sich Google und Apple. Es wird sich zeigen ob die deutschen Hersteller mit den Softwareentwicklern Schritt halten können oder ob eine Kooperation für beide Seiten die erfolgversprechendste Lösung ist.