Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Dezember 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
Navigationselement
Die Hightech-Armbänder übertragen ihre Daten aufs Smartphone. © reuters Lupe
Die Hightech-Armbänder übertragen ihre Daten aufs Smartphone. Dort können jede Menge Apps jede Menge Dinge damit tun.
Wearables: Digitale Kindergärtner
Das Geschäft mit den kleinen Datenkraken
Fitnessarmbänder und andere Wearables protokollieren jeden Schritt, jeden Atemzug und sagen uns, was gut ist. Ob das wirklich gut ist, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist es ein super Geschäft.
Seit 2013 machen sich die sogenannten Wearables einen Namen auf den internationalen Technikausstellungen. Datenbrillen, Smartwatches und Fitnessarmbänder bahnen sich aus der Unterhaltungselektronik den Weg in unseren Alltag. Eine neue Welle der Datenerfassung bricht über uns herein. Auf Wunsch lassen wir unseren Tagesablauf protokollieren und vergleichen. Wer profitiert und was geht zu weit?

Technische Spielereien, die unseren Alltag erleichtern sollen, sind keine Neuheit am Markt. Der Trend, diese Minicomputer zum Sammeln körpereigener Daten zu nutzen, allerdings schon. Selbstvermessung zur Selbstkontrolle ist der neuste Hype in der Fitness- und Gesundheitsbranche.

Selbstvermessung zur Selbstkontrolle
Die großen Namen aus dem Silicon Valley haben das Verlangen der Verbraucher nach Fitness und Gesundheit früh erkannt und unterstützen nun mit eigens dafür entworfener Technik. Der gute, alte Schrittzähler wird in Form eines Armbands oder einer Uhr designt und um einige Funktionen erweitert. Fertig ist das Fitnessgerät.

Um den gewünschten Kalorienverbrauch zu erreichen, vibriert das kleine Überwachungsgerät am Arm, sobald die Ruhephase überschritten ist. Sensoren auf der Haut messen Blutdruck, Puls und Stresslevel. Der Nutzer kann außerdem seinen Schlaf auswerten lassen, wenn das Wunderarmband rund um die Uhr getragen wird.

Fitnessarmband geht die Puste aus
Seit 2014 tritt die Unterscheidung von Fitnessarmbändern und Smartwatches hinsichtlich ihres Erfolges stärker in den Fokus. So prognostiziert das Analyse- und Forschungsunternehmen Gartner dem Fitnessarmband einen sinkenden Markt. Sollten im Jahr 2014 noch rund 20 Millionen Stück verkauft werden, so werden es im Jahr 2015 voraussichtlich nur noch 17 Millionen sein. Gegensätzlich dazu solle der Markt für die Smartwatch wachsen: von 14 Millionen Stück auf 21 Millionen verkaufte Uhren soll der Absatz steigen, so die Analysefirma.

Die Ursache für diese unterschiedlichen Entwicklungen der neuen Wearables sind ihre Funktionen. Somit versteht sich das reine Fitnessarmband als eine Art erweiterter Schrittzähler. Die Smartwatch hingegen bietet weitere Funktionen zur optimalen Trainingsüberwachung an, dieses Fitnessgadget gewinnt beim Verbraucher.

Die großen Anbieter des Fitnessarmbands, wie Fitbit und Jawbone reagieren auf die Nachfrage nach den all-in-one Geräten mit der Optimierung ihrer Produkte. Die technischen Grenzen zwischen dem Fitness-Armband und der Smartwatch verschwimmen.

Neue Technik - Neue Daten
Wusste man bis vor kurzen noch nicht wohin mit all diesen persönlichen Informationen, wurde hier nun Abhilfe geschaffen. Neue Apps ermöglichen fortan die Speicherung und Auswertung des individuellen Fitnessplans. Der Fitness-Tracker als all-in-one Gerät ermittelt den Blutdruck, die Tiefschlafphase genauso wie aktuelle GPS-Daten und schickt sie weiter an das Smartphone oder Tablet.

Der Verbraucher erhält auf Wunsch eine tägliche Auswertung seiner erbrachten Leistungen, beispielsweise die gelaufene Kilometeranzahl. Neue Motivation, so die Kalkulation, kann nun durch den Austausch mit anderen Nutzern erfolgen: Seine Daten gegen meine Daten.

Die Unterstützung der Wearables durch die Apps hat nicht nur einen Vorteil für den Verbraucher. Die Hersteller nutzen die zusätzliche Software für die Optimierung ihrer Geräte. Schickt das Gerät die ermittelten Daten direkt weiter, z.B. an das Smartphone oder den PC, können bessere Akkulaufzeiten erzielt werden. Die gewonnenen Informationen über den Verbraucher spielen hier die entscheidende Rolle. Die Anbieter dürfen die erhobenen Daten nicht ohne Zustimmung des Wearable-Nutzers weitergeben. Dennoch ist die Versuchung groß.

Versicherer freuen sich
Die Vorteile aus der Bereitschaft des Verbrauchers, seine persönlichen Daten zu sammeln und auch freizugeben, haben auch die Krankenkassen für sich erkannt. Die ersten Bonusprogramme für den aktiven Versicherten liegen bereits als Entwurf vor. Wer den Krankenkassen erlaubt, einen Blick in seinen Alltag zu werfen, könnte bald davon profitieren.

Übergewicht und zu hoher Blutdruck werden allerdings ebenso übermittelt. Sanktionen der Krankenkassen gegenüber dem Patienten sind gesetzlich verboten, dieses gilt jedoch auch nur für die gesetzlichen Krankenkassen. Der Datenmarkt produziert neue Güter. Der Verbraucher schafft das Angebot, der Absatzmarkt ist groß. Wer den Kunden langfristig durch "intelligente" Technik an sich bindet, kann nicht verlieren - in jeder Hinsicht.

Was ist ein Wearable?
Wearables, abgeleitet aus dem Englischen "to wear something", sind kleine, tragbare Mini-Computer, die dem Nutzer eine unterstützende Funktion im Alltag bieten sollen. In ständigem Austausch mit der passenden App kommuniziert das Wearable mit dem Smartphone oder PC und versorgt den Nutzer mit Informationen. Die bekanntesten Vertreter dieser neuen Generation von Hightech im Miniformat sind Googles Datenbrille "Glass", Apples "Smartwatch" sowie die Fitnessarmbänder von namenhaften Anbietern wie Nike und Jawbone.
Messe "photokina" in Köln
© McKinsey Global InstituteFerngesteuerte Kameras und Selfie-Spezialisten
Mit vielen neuen Modellen und immer ausgefeilterer Technik im Fokus ist die weltgrößte Fotomesse "photokina" in Köln an den Start gegangen.
Der Wearable-Markt
Weltweit unterscheidet der Markt unterschiedliche Kategorien der am Körper tragbaren Elektronik, mit ebenso unterschiedlichen Erfolgsprognosen. Die Auswahl am Markt bietet dem Verbraucher Fitnessarmbänder, Smartwatches, Datenbrillen und smarte Textilien. Eine zunehmende Verschmelzung der Fitnessarmbänder und Smartwatches ist absehbar.

Ausschlaggebend dafür sind die erwarteten Verkäufe. Im Bereich der Smartwatch erwartet der Hightech-Markt den Produktstart der Apple Smartwatch in diesem Jahr. Andere Anbieter, wie Sony und Pebble erhoffen sich von der Aufmerksamkeit für das Apple-Produkt, zu profitieren.

Weniger gut startete die Datenbrille am Markt. 2012 präsentierte sich Googles Datenbrille "Glass" ein erstes Mal der Welt, ist seitdem aber in der Überarbeitung verschollen. Für 2015 ist ein neuer Produktstart anvisiert.

Der Geheimtipp am Wearable-Markt sind die smarten Textilien. Für die T-Shirts und Handschuhe mit eingebauten Sensoren erwartet Gartner das größte Wachstum. Mit einem geringen Absatz von nur 100.000 Stück im Jahr 2014 solle die Stückzahl am Ende des Jahres 2015 auf 10,1 Millionen Stück rasant ansteigen.

Zusammenfassend wurde auf dem europäischen Markt mit den Wearables im Jahr 2014 insgesamt ein Umsatz von rund 3,7 Milliarden Euro erzielt. Für das Jahr 2016 wird eine Umsatzsteigerung auf rund 5,6 Milliarden Euro erwartet.
Das Ende der Privatsphäre
Durchschaut
Während Google die Möglichkeiten seiner Datenbrille "Google Glass" noch nicht ausreizt, sind kleinere Startups da wenig zimperlich und arbeiten an Gesichtserkennung.