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Der VW-Käfer wurde ein Riesenerfolg. Hier ein Blick in die Fertigungshallen von Wolfburg 1966. © ap Lupe
Der VW-Käfer wurde ein Riesenerfolg. Hier ein Blick in die Fertigungshallen von Wolfburg 1966.
Die Rache der "Krauts"
"Made in Germany" - Vom Stigma zum Gütesiegel
Das Label "Made in Germany" geht auf Unternehmer im englischen Sheffield zurück, die damit im späten 19. Jahrhundert deutsche Produkte diskreditierten. Ein kolossaler Fehler!
"Made in Germany" kennzeichnete deutsche Produkte zunächst nicht etwa weil ihre Hersteller es so wollten. Es war vielmehr eine Straf- und Schutzmaßnahme. In der englischen Stahlwarenmetropole Sheffield hatten sich Ende des 19. Jahrhunderts Unternehmer und Handwerker beschwert.

Nachahmerprodukte ihrer Waren, wie zum Beispiel Messer, überschwemmten den Markt. Sie waren günstiger, qualitativ schlechter und trugen den Schriftzug "Sheffield made" - trotz ausländischer Herkunft. Die meisten dieser fakes kamen aus Deutschland.

In London nahm man sich der Sache an. Das englische Parlament erließ 1887 im "Merchandise Marks Act" einen Zusatz, nach dem Produkte aus dem Ausland gekennzeichnet werden mussten. Zum Beispiel als "Made in Germany".

Ingenieurskunst, Effizienz, Zuverlässigkeit
Tatsächlich war die deutsche Industrie in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts noch nicht so weit entwickelt wie ihr englisches Pendant. Das änderte sich aber bald. Pioniere wie Gottlieb Daimler, Carl Friedrich Benz, Werner von Siemens und Robert Bosch kombinierten Erfindergeist mit Unternehmersinn. Maschinenbau und Automobilindustrie profilierten sich besonders.

Und die Qualität der Waren wurde besser. Jetzt wirkte sich die erzwungene Kennzeichnung gegenteilig aus. "Made in Germany" bedeutete etwas Positives. Nebenbei merkten die englischen Konsumenten plötzlich, wie viele deutsche Produkte sie schon benutzten. Auch nach zwei Weltkriegen blieb der gute Ruf deutscher Waren erhalten. Mit ihnen verbunden vor allem die Werte: hohe Ingenieurskunst, Effizienz, Zuverlässigkeit und Solidität.

Sendedaten
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Made in Germany
Freitag, 29. Januar 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Reden Sie mit!
© dpaWie viele Kratzer verträgt das Gütesiegel "Made in Germany"? makro-Studiogast Prof. Matthias Fifka sagt, man dürfe Firmenskandale keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Diskutieren Sie mit!
Thema der Sendung
Made in Germany
Wie steht es aktuell um den Ruf von Produkten und Unternehmen aus Deutschland? Ist "Made in Germany" mit Blick auf den VW-Skandal noch ein Gütesiegel im In- und Ausland?