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Seit der Wahl der Partei "Recht und Gerechtigkeit" blicken viele Polen in fragende Gesichter. © ap Lupe
Seit der Wahl der Partei "Recht und Gerechtigkeit" blicken viele Polen in fragende Gesichter.
Wohin steuert Polen?
Vom Musterschüler zum Problemkind
80 Milliarden Euro an Fördermitteln hat Polen bisher aus Brüssel erhalten und einen beispiellosen Aufschwung erlebt. Jetzt haben in Warschau EU-Skeptiker das Sagen. Die Wirtschaft wird nervös.
Polen hatte sich zum Musterschüler in der EU entwickelt. Wirtschaftlich. Dank niedriger Löhne und EU-Geldern boomt die Wirtschaft. Doch nun baut die neue Regierung den polnischen Staat um. Europa fürchtet eine Entdemokratisierung à la Orban in Ungarn und fragt sich besorgt: Wohin steuert Polen?

Das Land an der Weichsel hat enorm vom EU-Beitritt profitiert: Für 2016 werden vom Internationalen Währungsfonds (IWF) 3,5 Prozent Wachstum erwartet, doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt. Seit dem EU-Beitritt 2004 verzeichnet Polen ein stetiges Wachstum mit Raten von bis zu 7,2 Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts. Die Arbeitslosigkeit fiel von mehr als 20 auf etwa acht Prozent.

Polnische Wirtschaftsleistung pro KopfLupe
Durchschnittliches MonatseinkommenLupe

Die Warschauer Börse entwickelte sich zu einem dynamischen Handelsplatz und die Milliarden aus Brüssel wurden in Infrastrukturprojekte wie Autobahnen, Abwasseranlagen und Häfen gesteckt.

Trotzdem brachten die Wahlen im Oktober eine absolute Mehrheit für die nationalkonservative Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PIS). Viele Polen sind unzufrieden. Denn während die Wirtschaftszahlen tatsächlich gut aussehen, kommt der Aufschwung vor allem in den ländlichen Regionen bei vielen Menschen nicht an.

Highlights

"Autoritäre, illiberale Demokratie"
Video
Studiogast bei makro ist der Polen-Kenner Prof. Dieter Bingen. Was Polen braucht, sagt er, sei eine gute Anbindung an starke europäische Partner. Was Polen hat, ist Jaroslaw Kaczynski.
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Vorabinterview: Stolz und Vorurteil
Europäisch-polnisches Victory-Zeichen. Die europäische Komponente hat bei der neuen polnischen Regierung allerdings keinen guten Stand. © reuters
Es ist eine schwierige Beziehung zwischen Polen und der EU. makro-Moderatorin Eva Schmidt sprach mit Polen-Kenner Prof. Dieter Bingen über Milliardensubventionen und die polnische Angst vor Identitätsverlust.
Interview lesen

makroskop Polen
© reuters Video
Polen ist ein Musterknabe mit Handicap. Seit 10 Jahren verzeichnet es - auch dank Förder-Milliarden aus Brüssel - ununterbrochenes Wachstum. Trotzdem liegt das Einkommen noch unter dem Griechenlands.
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Währungskredite: Polen in der Franken-Falle
Polen gehört nicht zum Euroraum, sondern hält bisher an der eigegen Währung Zloty fest. © reuters
Fremdwährungskredite sind tückisch. Das haben 500.000 polnische Hausbesitzer, die sich vermeintlich günstig in Schweizer Franken verschuldet hatten, bitter am eigenen Leib erfahren müssen.
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Berichte aus der Sendung

Politik: Ist Polen jetzt verloren?
© reuters Video
In Polen wird jetzt durchregiert: Regierung, Präsident, Parlament - alles unter Kontrolle einer Partei, deren Name "Recht und Gerechtigkeit" bereits einen Absolutheitsanspruch erhebt. Dahinter steht ein Mann.
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Polens Kohle: Die letzte Festung
© dpa Video
Überall auf dem Globus setzt sich die Erkenntnis durch, aus dem Klimakiller Kohle auszusteigen. Nicht so in Polen. Polen ist Kohle-Land. Und das hat noch jede Regierung verteidigt.
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Brandenburg: Boom im toten Winkel
© dpa Video
Einst wirtschaftlich abgehängt, heute Boomregion: Seit dem Beitritt Polens zur EU entsteht in der Grenzregion neues Leben. Polen lockt Investoren. Und Brandenburg profitiert.
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Polens Geschichte - Spielball fremder Mächte
© dpa Video
Hat Polens Eigensinn Züge von Paranoia? Mag sein. Aber wenn, dann aus gutem Grund. Denn Polens Erfahrungen mit den beiden großen Nachbarn in West und Ost sind vor allem eins: schlecht. Das prägt.
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Sendedaten
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Wohin steuert Polen?
Freitag, 5. Februar 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Moderation
Eva Schmidt
Studiogast
Prof. Dr. Dieter Bingen
Der Politologe Prof. Dieter Bingen ist Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt. Seit 2004 ist er zudem Honorarprofessor an der Hochschule Zittau/Görlitz und seit 2012 Gastprofessor an der Technischen Universität Darmstadt. In Kürze erscheint die von ihm mitherausgegebene Anthologie "Mein Polen - meine Polen. Zugänge und Sichtweisen". Mit einem Geleitwort von Frank-Walter Steinmeier, Harrassowitz Verlag 2016.
Rating runter
Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Polens mit folgender Begründung herabgestuft:"Die Abstufung folgt unserer Einschätzung, dass Polens System der verfassungsmäßigen checks and balances signifikant untergraben wurde, indem Unabhängigkeit und Effektivität von Schlüsselinstitutionen wie Verfassungsgericht und öffentlichem Rundfunk durch verschiedene Gesetzesinitiativen seit der Wahl im Oktobr 2015 geschwächt wurden."
Infografik
© Botschaft der Bundesrepublik Deutschland WarschauLupeAußenhandel Polens
Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Polens.
Schwerpunkt
Europa
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