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Vorschau
Sendung am 2. September
Smartphone & Co
Das Smartphone wandelt sich zum Alleskönner und verändert die Wirtschaft. Jetzt soll sich noch die Virtual Reality-Brille dazu gesellen. Wie stark profitieren davon zukünftig Unternehmen?
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Rückblick
Sendung vom 12. August
100% Baumwolle
Baumwolle ist einer der begehrtesten Rohstoffe weltweit. Die Textil- und Bekleidungsindustrie setzt unverändert auf das Naturprodukt. Doch im Schatten der Baumwollfelder gedeihen Sklavenhandel und Kinderarbeit.
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Altbau neben Neubau. Auch in Berlin fließt viel Geld in den Immobiliensektor. Die Konsequenz sind zumeist teure Wohnungen mit hohen Mieten. © dpa Lupe
Altbau neben Neubau. Auch in Berlin fließt viel Geld in den Immobiliensektor. Die Konsequenz sind zumeist teure Wohnungen mit hohen Mieten.
"Es fehlt an Bauflächen"
Wege aus der Wohnungsnot
Wohnungen gibt es. Aber nicht dort, wo die Leute leben wollen: in den Städten. makro-Moderatorin Eva Schmidt im Vorabinterview mit Immobilienökonom Michael Voigtländer über ein Übel, das jeder kennt.
makro: Sie schlagen vor, den Leerstand in ländlichen Gebieten stärker zu nutzen, um die Wohnungsnot in den Städten zu lindern. Aber das ist doch der Kern des Problems: Viele Dörfer veröden ja gerade deshalb, weil die Bewohner strukturschwachen Gegenden den Rücken kehren. Wie wollen Sie denen denn jetzt das Landleben schmackhaft machen?

Michael Voigtländer: Wir haben auf der einen Seite Leerstand, und auf der anderen Seite Wohnungsmangel, oftmals sogar in regionaler Nachbarschaft wie etwa in Hessen oder Nordrhein-Westfalen. In den Großstädten entstehen die meisten neuen Jobs, aber dennoch kann es attraktiv sein, im Umland zu leben. Dafür bedarf es aber einer besseren Verkehrsinfrastruktur, damit die Menschen möglichst bequem und ohne PKW pendeln können. Und die bislang schrumpfenden Städte und Gemeinden müssen attraktiver werden - eine schnellere Internetverbindung ist für viele Menschen heute etwa ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium.

makro: Der Gesetzgeber ist nun auf den Plan getreten mit Mietpreisbremse und Bestellerprinzip. Brauchen wir mehr staatliche Regulierung des Wohnungsmarktes?

Michael Voigtländer: Durch staatliche Regulierung entsteht keine einzige neue Wohnung. Vielmehr besteht die Gefahr, dass wir durch immer mehr Regulierungen Investoren vertreiben. Es bedarf aber einer gezielten Unterstützung von einkommensschwachen Haushalten. Meiner Ansicht nach müssen wir das Wohngeld weiter stärken, da es gezielt Haushalten hilft, die mit den Wohnkosten überfordert sind. Vor allem muss das Wohngeld auch dynamisiert werden, d.h. es bedarf einer Anpassung der Leistungen an die Mietentwicklung.

makro: Warum kommt der Bau von neuen Wohnungen nicht ausreichend in Schwung? Bei den derzeit hohen Mieten sollte sich das doch lohnen.

Michael Voigtländer: Es gibt auch genügend Investoren, die in den Großstädten bauen wollen. Schließlich ist der Wohnungsbau nicht nur aufgrund steigender Mieten, sondern auch wegen der niedrigen Zinsen attraktiv. Allerdings fehlt es oftmals an Bauflächen, dies ist der wesentliche Engpassfaktor. Hinzu kommt, dass durch immer mehr Standards und Auflagen das Bauen sehr teuer geworden ist.

makro: Stichwort Standards und Auflagen: Die energetischen Anforderungen an den Wohnungsbau sind immer weiter gestiegen. Müssten wir uns von unseren ehrgeizigen Klimaschutzzielen verabschieden, um das Wohnen wieder bezahlbar zu machen?

Michael Voigtländer: Der Klimaschutz ist sehr wichtig und gerade der Gebäudesektor spielt eine Schlüsselrolle, auch um unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Wir dürfen die Anforderungen aber nicht überziehen: Wenn wir weniger bauen, weil die Standards zu hoch sind, nutzen wir mehr alte Gebäude, die deutlich mehr Energie verbrauchen. Wir sollten daher die Standards insgesamt langsamer verschärfen, auch damit die Bauwirtschaft mehr Planungssicherheit hat.

makro: Verändert sich das Leben in der Stadt unter dem Eindruck der Wohnungsnot?

Michael Voigtländer: Das Leben in der Stadt wird immer teurer, und darauf reagieren die Menschen. Mikro-Appartements, die kleiner als 30 Quadratmeter groß sind, gewinnen an Bedeutung. Außerdem leben auch mehr und mehr Erwerbstätige und Rentner in WGs zusammen, um einerseits Kosten zu sparen, andererseits aber auch, um Gesellschaft zu haben. In Städten wie München geht der Wohnflächenverbrauch pro Kopf bereits zurück, dies wird sich in den nächsten Jahren sicherlich fortsetzen.

Mieten: Reden Sie mit!
© dpaDer Immobilienökonom Prof. Michael Voigtländer sagt, Investoren stünden bereit. Doch die Bauvorschriften seien heute enorm hoch. Und letztlich seien Verkehrskonzepte gefragt, die das Wohnen im Umland der Städte wieder attraktiv machen. Diskutieren Sie mit!
Alles zur Sendung "Miete"
© reutersBezahlbare Mieten
Mieten für Wohnimmobilien haben sich in den vergangenen Jahren stark verteuert. Nicht nur in München, Frankfurt und Berlin, sondern vor allem in mittelgroßen deutschen Städten.
Zur Person
Prof. Dr. Michael Voigtländer
Der Volkswirt Prof. Michael Voigtländer ist seit 2005 am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln tätig. Dort leitet er das Kompetenzfeld Finanz- und Immobilienmärkte. Zudem ist er Honorarprofessor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Dozent u.a. an der Bergischen Universität Wuppertal und der IREBS Immobilienakademie.
Die Zukunft des Wohnens
Der Mietreport
Wohnen wird zum Luxusgut. In wirtschaftlich attraktiven Städten, wie Frankfurt/Main, München und Hamburg ist Wohnraum knapp und teuer. Die Mieten steigen in schwindelerregende Höhen. Wohnungsmangel in wachsenden Städten, Leerstand in schrumpfenden Regionen: Beides stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen.