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Die Blockade der Haupthandelswege nach Indien trifft Nepal hart. Alternative "Transportwege" sind eine einzige Katastrophe. Lupe
Die Blockade der Haupthandelswege nach Indien trifft Nepal hart. Alternative "Transportwege" sind eine einzige Katastrophe.
Nepal setzt sich schachmatt
Proteste blockieren Handelswege
Nepal zählt zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Das wird auch so bleiben. Denn neben den Folgen des verheerenden Erdbebens bringt jetzt eine Blockade wichtiger Handelsrouten die Wirtschaft zum Erliegen.
Am 24. September startete die nepalesische Minderheit der Madhesi eine Blockade an der Haupthandelsroute Richtung Indien. Bei gewaltsamen Ausschreitungen wurden bereits 40 Menschen getötet.

Die Gründe für den Aufstand liegen tief: Im September 2015 wurde Nepals Verfassung generalüberholt. Das einstige Königreich ist nun eine föderale Republik mit sieben Provinzen. Die Grenzziehung dieser Provinzen ist umstritten - auch seitens der Minderheit der Madhesi, die im Süden des Landes an der Grenze zu Indien lebt. Die Unzufriedenheit eskaliert in Form der Blockade.

Engpässe bei Versorgung
Nepal hat - eingezwängt zwischen Indien und dem Himalaya (China) und gestraft mit miserabler Infrastruktur - kaum Handelswege. Jener durch das Territorium der Madhesi ist von besonderer Bedeutung. Er ist die Verbindung zum wichtigsten Partner des Landes: Indien. Die Stadt Birgunj trägt auch den Beinamen "Gateway to Nepal".

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. In Nepal mangelt es aktuell an allem - am meisten schmerzen jedoch die Engpässe bei Nahrungsmitteln und das fast vollständige Fehlen von Treibstoff.

Spielball der Großmächte
Die Behörden sind überfordert. Die Polizei greift immer öfter zu Gewalt. Die Regierung in Kathmandu wirft ihrem Pendant in Neu Delhi vor, die Demonstranten zu unterstützen. Die protestierenden Madhesi siedeln nicht nur in Nepal, sondern auch auf der indischen Seite der Grenze. Deswegen zeigt sich die indische Regierung offen solidarisch und fordert von Kathmandu, auf die Sorgen der Madhesi einzugehen.

Derweil macht Nepal Deals mit dem anderen großen Partner, nämlich dem in Norden: China. So besuchte eine nepalesische Delegation ranghohe chinesische Politiker, um über Treibstofflieferungen zu verhandeln. Diese hat China gerne gewährt, da das Reich der Mitte so seinen Einfluss auf Nepal festigen kann. Die Protestler wiederum fürchten, dass die Regierung durch den Deal mit China ihre Blockade unterläuft.

Kommunisten konsolidieren ihre Macht
Die Madhesi beäugen die Entwicklungen im 90 Kilometer nördlichen Kathmandu mit wachsendem Unbehagen: Dort gibt es seit Oktober 2015 einen neuen Regierungschef, Khadga Prasad Sharma Oli von der Marxistisch-Leninistischen Partei. Die Kommunisten werden seit Jahren von China unterstützt, das seinen Einfluss auf Nepal ausdehnen und jenen Indiens zurückdrängen möchte.

Die Probleme im eigenen Land scheint die neue Regierung zu vergessen: Die Verfassung hat viele staatliche Gelder verschlungen. Geld, das besser in der Aufbauhilfe nach dem Erdbeben im April investiert worden wäre. Wenn eine jahrelang verschleppte Verfassung wichtiger ist als 8900 Tote und eine zerstörte Infrastruktur, kann etwas nicht richtig laufen.

Sendedaten
makro
Nepal nach dem Beben
Freitag, 6. November 2015, 21.00 Uhr
Alles zur Nepal-Sendung
© reutersNepal nach dem Beben
Infolge der Naturkatastrophe im April diesen Jahres droht dem stark zerstörten Nepal noch eine ökonomische Katastrophe.
Nepal: Reden Sie mit!
© colourbox.deZwar hat man sich kürzlich eine sehr fortschrittliche neue Verfassung gegeben, aber dringend benötigte Investitionen bleiben auf der Strecke. Diskutieren Sie mit!
Glossar
Nepal
Der Himalaya-Staat Nepal liegt zwischen den höchsten Bergen der Welt an seiner Nordgrenze und feuchtheißen Dschungelgebieten im Süden.
Bruttoinlandsprodukt
© IWFLupe1980 war die Wirtschaftsleistung Nepals mit 2 Milliarden Dollar praktisch nicht existent. Seither hat sie sich immerhin verzehnfacht. Das verheerende Erdbeben und die anschließenden Komplikationen werden zu einem schweren Rückschlag führen.
Nepal
Nur noch Schutthaufen
Ausnahmezustand im Himalaya: Das schwere Erdbeben vom 25. April 2015 hat nicht nur mehr als 5500 Menschenleben und tausende Verletzte gefordert, sondern auch das kulturelle und spirituelle Herz des Landes schwer beschädigt. Nach Einschätzung von Experten sind die Schäden an Tempelanlagen weniger schlimm als angenommen.