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© colourbox Lupe
Hohe Berge und viel Wasser - Die geografischen Bedingungen im Himalaya sind ideal für die Nutzung von Wasserkraft.
Nepals wilde Wasser
Flüssiger Rohstoff mit Potenzial
Eines der größten Entwicklungspotenziale Nepals ist die Wasserkraft. Damit könnte nicht nur der Strombedarf des Landes gedeckt werden. Der so produzierte Strom ließe sich auch gewinnbringend exportieren.
Nepal verfügt weder über Erdöl-, Erdgas- und Kohlelagerstätten, noch über nennenswerte Vorkommen anderer wichtiger Rohstoffe. Aber es verfügt über genügend Wasser und über genügend Höhenunterschiede. Ideale Bedingungen um Staudämme oder Wasserkraftwerke zu errichten. Acht der höchsten Berge der Welt speisen mit ihrem Gletscherwasser drei der größten Flüsse des Landes. Hinzu kommen riesige Wassermengen während der Regenzeit.

© krish dulal Lupe
Kali Gandaki A das zur Zeit (Stand: März 2015) größte Wasserkraftwerk in Nepal. Es liegt an einem Zufluss des Ganges.
Das Land hat bereits einige große Wasserkraftwerke. Trotzdem reicht deren Kapazität nicht einmal aus, um die eigene Stromversorgung zu sichern.
Das technisch nutzbare Potenzial der Wasserkraft Nepals wird auf rund 40.000 Megawatt geschätzt. Bis dato werden davon weniger als zwei Prozent genutzt. Nepals Elektrifizierungsrate liegt bei gerade einmal 76 Prozent. In abgelegenen Regionen des Landes ist sie noch niedriger. Hier hat nur jeder Vierte Zugang zu Strom.

Laut dem aktuellen Jahresbericht der Nepal Electricity Authority konnten 2014 mehr als 20% der Stromnachfrage nicht bedient werden. Die Spitzenlast lag bspw. im Jahr 2013/14 bei 1.201 MW wovon jedoch nur 791 MW bereitgestellt werden konnten. Die Lücke zwischen nachgefragtem Strom und dem wirklich produzierten Strom will man mit dem gezielten Ausbau von Wasserkraftkapazitäten schließen. Dazu gehören Kleinwasserkraftanlagen ebenso wie Großprojekte.

Strom für die Nachbarn
Angesichts des großen Potenzials gilt der Export von Strom als wichtiger Beitrag für die weitere Entwicklung des Landes. Die beiden energiehungrigen Nachbarstaaten China und Indien haben großes Interesse an günstigem Strom. Im September 2014 bekam erstmals ein ausländisches Privatunternehmen den Zuschlag für den Bau eines riesigen Wasserkraftwerkes - Die indische Firma GMR. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will sie eine 900-Megawatt-Anlage in Upper Karnali errichten und dafür mehr als 1,2 Mrd Euro investieren. Dafür soll Nepal laut Vertrag zwölf Prozent der produzierten Energie umsonst erhalten.

Sendung zum Thema
Nepal nach dem Beben
Infolge der Naturkatastrophe im April diesen Jahres droht dem stark zerstörten Nepal noch eine ökonomische Katastrophe.
Info
Nepal gewinnt momentan seine Energie noch hauptsächlich aus Kohle, Ölprodukten und Biomasse. Der weitaus größte Anteil entfällt dabei auf Biomasse (insbesondere Feuerholz und Dung) mit mehr als 81 Prozent.
Wussten Sie dass...
weltweit rund ein Sechstel der gesamten Strommenge aus Wasserkraft erzeugt wird

weltweit mehr als 80 % der erneuerbaren Energie aus Wasserkraft gewonnen wird.

weltweit mehr als 85 % aller Dämme noch nicht zur Stromerzeugung genutzt werden.