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Personalchef Xavier Broseta haben die Proteste von Air-France-Mitarbeitern das Hemd gekostet. Er musste von Sicherheitskräften evakuiert werden. © reuters Lupe
Personalchef Xavier Broseta haben die Proteste von Air-France-Mitarbeitern das Hemd gekostet. Er musste von Sicherheitskräften evakuiert werden.
Sparpläne sorgen für Tumult
Air France muss in Zukunft kürzer treten
Neue Kürzungspläne bei Air France erzürnen die Gewerkschaften. Bei einer Protestaktion schlägt die Stimmung in Gewalt um: Der Personalchef ergreift die Flucht.
Im Streit um einen neuen Sparplan hatten Mitarbeiter ein Treffen von Konzernleitung und Betriebsrat in der Zentrale der Fluggesellschaft gestürmt. In dem Tumult wurden der Personalchef und der Langstrecken-Verantwortliche attackiert und ihre Hemden zerrissen. Die Manager mussten von Sicherheitsleuten eskortiert werden und bei ihrer Flucht über einen Zaun klettern.

Die Leitung der Fluggesellschaft hatte den Gewerkschaften vor den Tumulten einen neuen Sparplan vorgestellt, durch den bei der kriselnden Fluggesellschaft 2.900 Stellen gefährdet sind. Dieser "Plan B" soll nach dem Scheitern von Verhandlungen mit den Piloten-Gewerkschaften den geplanten Sparplan "Perform 2020" ersetzen.

Betroffen von den Sparmaßnahmen sind 300 Piloten, 900 Mitglieder des Kabinenpersonals und 1.700 Jobs am Boden. In der Geschichte des Unternehmens steht erstmals die Möglichkeit der Entlassung von Piloten bevor.

Günstige Konkurrenz
Die Fluggesellschaft, die zusammen mit Partner KLM aus den Niederlanden nach Lufthansa der Branchenzweite Europas ist, steht unter hartem Konkurrenzdruck. Auf den europäischen Routen setzen ihr Billigflieger zu, auf den Langstrecken arabische Wettbewerber. Laut den Sparplänen soll die Langstreckenflotte bis 2017 um 14 Flugzeuge auf 93 Jets schrumpfen. Das Langstreckenangebot soll bis 2017 um zehn Prozent zusammengestrichen werden. 35 Flüge pro Woche sollen wegfallen.

Eine weitere Maßnahme sei, Airbus -Flugzeuge vom Typ A340, die ausgemustert werden, nicht wie geplant durch neue Boeing-787-Jets zu ersetzen, teilte der Konzern mit. Air France hofft zudem, die Auslieferung von fünf Passagierjets vom Typ Boeing 787 streichen zu können. Das Unternehmen verzeichnete im Geschäftsjahr 2007/2008 zum letzten Mal einen Gewinn. 2015 könnte der Konzern erstmals wieder einen kleinen Gewinn erwirtschaften, was aber laut Angaben der Unternehmensführung, allenfalls der Beginn einer langsamen Genesung ist.

Sendedaten
Freitag, 9. Oktober 2015, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Archiv
Hier haben wir für Sie den kompletten Chat mit makro-Gast Prof. Frank Fichert zur Luftfahrt-Sendung zum Nachlesen verlinkt.
Thema der Sendung: Luftfahrt
Turbulenzen am Himmel
Der Himmel ist groß und weit. Dennoch stecken Fluggesellschaften in der Klemme - zwischen Billigfliegern, Golf-Airlines und knausrigen Kunden. Monopole fallen, wie einst bei Telefontarifen. Am Ende wird die Branche eine andere sein.