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Turbulenzen am Himmel
Luftfahrtbranche kämpft mit neuer Konkurrenz
Der Himmel ist groß und weit. Dennoch stecken Fluggesellschaften in der Klemme - zwischen Billigfliegern, Golf-Airlines und knausrigen Kunden. Monopole fallen, wie einst bei Telefontarifen. Am Ende wird die Branche eine andere sein.
Die Tumulte nach Verkündung eines Sparpaketes bei Air France zeigen, wie es um die europäischen Airlines bestellt ist. Viele Luftfahrtgesellschaften stecken in der Krise. Über Handgreiflichkeiten ist bei der Lufthansa zwar nichts bekannt, trotzdem geht es der Kranich-Linie kaum besser als Air France.

Auch die größte deutsche Fluggesellschaft hat den Rotstift angesetzt und will sich mit einem Umbau des Konzerns neu aufstellen. Unter der Marke Eurowings will Lufthansa künftig auf langen Strecken billige Flüge anbieten. Ein neues Tarifsystem, das sich an dem der Billig-Flieger orientiert, ist auch geplant. Bei der Belegschaft kommen die Pläne allerdings gar nicht gut an. Seit Monaten belastet ein Tarifkonflikt zusätzlich das Geschäft.

Bildergalerien
<b>Triebwerke</b> © Rolls-Royce plc Triebwerke
<b>Airbus</b> © Airbus S.A.S 2012, photo by exm - P. Masclet Airbus

Europäische Airlines wie Lufthansa und Air France müssen dringend wettbewerbsfähiger werden. Denn Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten wie Emirates, Etihad oder Gulf-Air gewinnen kräftig Marktanteile. Sie bieten guten Service und moderne Maschinen zu günstigen Preisen. Möglich ist das zum Teil nur durch staatliche Hilfen. Auf der anderen Seite nehmen die Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet die etablierten Linien in die Mangel. So bemüht sich Easyjet unter der Leitung von Carolyn McCall erfolgreich um Geschäftsreisende und hat sich so zur umsatzstärksten Billigfluglinie gemausert.

Bei allen Sparbemühungen dürfen Investitionen in eine moderne Flotte nicht nachlassen. Die neuesten Flugzeuggenerationen von Airbus und Boeing ausgestattet mit den modernsten Triebwerken sind leichter, sparsamer und leiser. Ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Highlights

Interview: "Umbau alternativlos"
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Luftfahrtexperte Prof. Frank Fichert von der Hochschule Worms sagt, der Sparkurs der Lufthansa sei voller Risiko. Der Premiummarke drohe das Billig-Image. Trotzdem sieht er keine Alternative.
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makroskop Luftfahrt
© Airbus S.A.S
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Weltweit nimmt der Luftverkehr rasant zu. Bis 2030 wird er sich verdoppeln. An deutschen Airlines geht das Wachstum weitgehend vorbei. Die Musik spielt in Asien, vor allem in Indien und China.
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makro extra

Vorabinterview: Flügellahme Airlines
Der A350 XWB ist das neue Flagschiff des Flugzeugbauers Airbus für die Mittel- bis Langstrecke. Er soll 25% weniger Treibstoff verbrauchen als die Konkurrenz. Hier wird ein Exemplar für die Fluggesellschaft Finnair lackiert. © Airbus S.A.S 2015, photo by master films - F. Lancelot
Die Kunden fliegen immer mehr, die Airlines verdienen immer weniger. Warum das so ist und wie die Branche reagieren muss, skizziert Luftfahrtexperte Frank Fichert im Vorabinterview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt.
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Air France: Sparpläne sorgen für Tumult
Personalchef Xavier Broseta haben die Proteste von Air-France-Mitarbeitern das Hemd gekostet. Er musste von Sicherheitskräften evakuiert werden. © reuters
Neue Kürzungspläne bei Air France erzürnen die Gewerkschaften. Bei einer Protestaktion schlägt die Stimmung in Gewalt um: Der Personalchef ergreift die Flucht.
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Luftfahrtantriebe

Interview: "75% weniger Treibstoff"
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Volker Thum, Verbandschef der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, hält es für realistisch, Treibstoffverbrauch und Lärm eines Flugzeugs mittels neuer Triebwerke bis 2050 um rund 75% zu reduzieren.
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Antrieb der Zukunft
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Kerosin ist Klimakiller und Kostenfaktor. Trotzdem: In der Luftfahrt wird der Antrieb der Zukunft der Antrieb der Vergangenheit sein. Nur besser, sparsamer, leiser. Batterien hingegen sind zu schwer, Solarantrieb zu schwach.
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Berichte aus der Sendung

Golf-Airlines: Angriff aus der Wüste
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Ohne Geldsorgen expandieren Emirates, Etihad & Co. Das neue Drehkreuz am Golf saugt, unbeschwert von Steuern und Nachtflugverbot, den Luftverkehr aus Europa ab und leitete ihn nach Asien weiter.
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Lufthansa: Kranich im Waschgang
Robert Mugabe, mittlerweile über 90 Jahre alt und starker Mann Simbabwes, ruiniert seit 35 Jahren sein Land. © dpa
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Mit Blick auf Air France oder British Airways hat sich die Lufthansa gut gehalten. Tatsächlich aber ist sie bloß die Einäugige unter den Blinden. Für den vollen Durchblick hilft nur Generalüberholung.
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Easyjet: Mehr als nur billig
© dpa
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Als Easyjet-Chefin Carolyn McCall 2010 startete, formte sie aus dem einst für Unpünktlichkeit verschrienen Billigflieger einen Edeldiscounter, der früher als andere auf Service und Geschäftskunden setzte.
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Sendedaten
Freitag, 9. Oktober 2015, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Archiv
Hier haben wir für Sie den kompletten Chat mit makro-Gast Prof. Frank Fichert zur Luftfahrt-Sendung zum Nachlesen verlinkt.
Studiogast
Prof. Frank Fichert
Der Volkswirt Prof. Frank Fichert leitet an der Hochschule Worms den Studiengang "Aviation Management & Piloting". Frank Fichert ist Autor zahlreicher Fachbücher, darunter das Standardlehrbuch zur Luftverkehrswirtschaft im deutschsprachigen Raum.
Moderation
Eva Schmidt
Info: Golf-Airlines
© Lufthansa GroupLupeDie Verlagerung des internationalen Luftverkehrs ist bereits in vollem Gange. Der Anteil der Passagiere, die zwischen Europa und Indien sowie Südostasien mit einem direkten Flug reisen, geht zwischen 2005 und 2013 um 23% zurück. Gleichzeitig steigern die drei staatlich geförderten Golf-Drehkreuze ihre Marktanteile auf das Zweieinhalbfache. Auf der hier verlinkten Seite hat die Lufthansa einige sehr interessante Fakten zur massiven Expansion der Golf-Airlines und ihrer Drehkreuze grafisch aufbereitet:
Fluglärm
© reutersLupeDie grenzenlose Freiheit über den Wolken hat sehr irdische Konsequenzen. Der Ausbau des wichtigen Drehkreuzes Frankfurt erhöht die Lärmbelastung der Region massiv. Eine Lösung ist zwar in Sicht. Leider erst in ferner Zukunft.