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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Die hochbezahlten Jobs der Ölbranche haben Amerikas Konjunktur aus der Krise gezogen. © BP p.l.c Lupe
Die hochbezahlten Jobs der Ölbranche haben Amerikas Konjunktur aus der Krise gezogen.
Auf dem letzten Loch
Fracking-Industrie kämpft gegen die Pleite
Die Fracking-Branche in Amerika zeigt Parallelen zum Goldrausch im vorletzten Jahrhundert, sagt makro-Gast Bernhard Klinzing. Der Boom ist vorbei. Die Technologie wird bleiben. Die Tante-Emma-Fracker werden verschwinden.
Bernhard Klinzing, Rohstoffexperte des Frankfurter Börsenbriefs, hat für makro die Lage der Fracking-Branche in Nordamerika untersucht. Die toxische Kombination aus niedrigem Ölpreis und hoher Verschuldung macht den Unternehmen zu schaffen:

In der Fracking-Industrie Nordamerikas beginnt ein Wandel. Die niedrigen Ölpreise haben bereits Opfer gefordert. Im Boom wurden 30% der Anlagen von Familienunternehmen ohne finanzielle Reserven betrieben. Sie mussten den Cash Flow aus der laufenden Förderung nicht nur für zu bedienende Kredite aufwenden, sondern auch für die Erschließung der nächsten Bohrstätten. Denn ein normales Bohrloch ist nach einem Jahr zu durchschnittlich 75%, nach zwei Jahren zu 87% erschöpft. 300.000 Barrel Schieferöl müssen jeden Monat aufgrund dieser Ermüdung ersetzt werden.

Insgesamt beläuft sich die Fracking-Förderung in den USA auf 4,6 Mio. Barrel täglich. 500.000 Bohrlöcher produzieren weniger als 15 Barrel pro Tag. Die Kosten für eine Bohrung belaufen sich auf 7-10 Mio. Dollar. Das bedeutet einen stetigen Zwang zu Investitionen. Das können sich die kleinen Firmen wegen des gefallenen Ölpreises kaum noch leisten. Zumal die Ressourcen für die Bohrungen - Gerät, Sand, Chemikalien und Fracking-Wasser - endlich sind, so dass nicht beliebig viele neue Bohrungen gleichzeitig gestartet werden können.

Auf die Bilanz kommt es an
Wie lange ein einzelnes Unternehmen durchhalten kann, hängt von den finanziellen Polstern in der Bilanz ab. Die Multis mit großen Reserven können hoffen, dass sich eine Entwicklung analog zu der des Erdgases vor ein paar Jahren ergibt. Dort hatten die Mechanismen des Marktes für ein Gleichgewicht und letztlich auch wieder für steigende Kurse sorgt.

Lupe
Ölpreis 2000 - 2015
Mit American Eagle konnte im März eines der größeren Unternehmen der Branche seine Verbindlichkeiten in Form von Kupons für die Anleihe nicht mehr bedienen. Viele kleine Unternehmen fördern weiter, obwohl es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Sie brauchen den Cash Flow, um ihre Kredite weiter bedienen zu können.

Eine pauschale Aussage für die Branche lässt sich allerdings nicht fassen, weil jedes Unternehmen in seiner Finanzierungsstruktur einzeln betrachtet werden muss. Deshalb sind auch Prognosen unmöglich, wie lange wie viele Unternehmen wie niedrige Preise durchhalten.

Wie im Goldrausch
Auf der anderen Seite ist die gesamte Branche sehr im Fluss. Bis ins letzte Jahr war der Öl-Rausch vergleichbar mit dem Goldrausch im vorletzten Jahrhundert. Die Mieten in den Wohnlagen rund um die Ölfelder explodierten ebenso wie die Löhne. Der Beschäftigungsboom in den USA während der letzten Jahre ist ganz maßgeblich auf die Energie-Industrie zurückzuführen. Unterm Strich hat allein Texas fast die gesamte Erholung getragen.

Heute besteht erhebliches Rationalisierungspotential, was auch genutzt wird. Für die Mitarbeiter ist das eine schlechte Nachricht. Im Februar gingen 16.333 Jobs im Energiesektor verloren. Im noch jungen Jahr 2015 sind es damit schon 39.621 Arbeitsplätze.

Auch die technologische Entwicklung schreitet voran. Es wird mehr Sand in die Bohrlöcher gefüllt, mehr Vorkommen gleichzeitig angebohrt. Wer hier schnell Effizienzvorteile sichert, hat bessere Überlebenschancen. Die Pleitewelle wird sich fortsetzen, die Entlassungen zunehmen, aber unterm Strich ist dennoch ein "soft landing" der Schieferöl-Branche vorprogrammiert.

Sendedaten
Freitag, 13. März 2015, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Ölpreis: Reden Sie mit!
© dpaEs gibt so viel Erdöl wie noch nie - die Produktion ist hoch, die Lager sind voll. Bleibt Öl jetzt dauerhaft billig? Und was bedeutet das? Diskutieren Sie mit!
Thema der Sendung: Öl
Billiges Öl
Öl ist mehr als Treibstoff. Öl ist ein 3,4-Billionen-Dollar-Markt. Öl ist Macht, Seismograph und Fluch. Öl schafft Reichtum und vernichtet ihn. All diese Facetten bestimmen seinen Preis. Und jetzt ist Öl billig.
Interview zum Ölpreisverfall
© finanzen100Video"Pistole auf der Brust"
Bernhard Klinzing vom Frankfurter Börsenbrief, am 13. März zu Gast bei makro, weiß alles über Öl. Wie reagiert die Branche auf den Preisverfall? Und was sind die Folgen? In einem Vorabinterview nennt er Gewinner und Verlierer.
Infografik
Rig Count - Was ist das?
Die Bohrungen von heute bestimmen die Fördermenge von morgen. Die "Rig Count"-Statistik wird wöchentlich von Baker Hughes veröffentlicht und dient als wichtigste Bezugsgröße ihrer Art.
Infografik
Förderkosten für Öl
Für Ölproduzenten ist entscheidend, dass sie ihr Öl teurer verkaufen können, als sie es produzieren. Bei Preisen von 50 bis 60 Dollar pro Barrel gelingt das längst nicht mehr allen.
Schwerpunkt
Öl & Gas