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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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Eine mächtige Buche wie diese hat fortstwirtschaftlich einen hohen Wert. © colourbox.de Lupe
Eine mächtige Buche wie diese hat fortstwirtschaftlich einen hohen Wert.
Hunger auf Holz
Das Geschäft mit dem nachwachsenden Rohstoff
Der Rohstoff Holz erlebt eine Renaissance. Seine Bedeutung als Energierohstoff steigt, als Baumaterial wird es immer beliebter. Obendrein gilt Holz als nachhaltig. Es wächst nur viel zu langsam.
Holz gilt als Sinnbild der Nachhaltigkeit. Wer mit Holz heizt, schont die Umwelt, heißt es. Auch als Baumaterial wird Holz wegen seiner Langlebigkeit und Natürlichkeit wiederentdeckt.

Der Holzhunger der Deutschen ist gigantisch. 2013 wurden rund 105 Millionen Kubikmeter Festholz verbraucht, was nicht zuletzt auch an der Energiewende liegt. Wer mit Holz heizt, schont die Umwelt, heißt es. Die Folge: Seit Jahren steigt der Holzpreis kontinuierlich. Der Jahresumsatz der Holzwirtschaft liegt bei 170 Milliarden Euro.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit wurde eigentlich im und für den Wald geboren. Um ihn nach Jahrhunderten der gnadenlosen Ausbeutung zu schätzen und langfristig zu erhalten. Wir Deutschen lieben unseren Wald, seine Ruhe, seine Kraft. Wir litten mit ihm als er im "Waldsterben" lag und wenn Stürme ihn zu Boden ringen. Und doch droht ihm die größte Gefahr durch unseren Holzhunger. Holz ist beliebt wie selten zuvor.

Holzwirtschaft auf dem Holzweg?
Doch nur die Hälfte des hierzulande verbrauchten Holzes wurde auch hier geerntet. Um die Lücke zu schließen, zieht man mehr als noch vor einigen Jahren Totholz aus dem Wald - und mache es zu Hackschnitzeln. Das war früher wegen des geringen Ertrages wirtschaftlich völlig unattraktiv. Nun wird das Totholz Waldbesitzern in manchen Gegenden förmlich aus den Händen gerissen. Doch dem Wald fehlen dann die Nährstoffe.

Obwohl Deutschland zu einem Drittel mit Wald bedeckt ist und damit die holzreichste Nation Europas, gehören wir dennoch zu den weltgrößten Holz-Importeuren. Für unseren Holzhunger fallen Waldflächen in Sibirien, Estland, Lettland, Georgien oder Tschechien der Säge zum Opfer. Kann man da noch von Nachhaltigkeit sprechen? Ist die Holzwirtschaft in Deutschland auf dem Holzweg?

 

Interview mit Björn Seintsch
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makro-Studiogast, der Forstwirtschaftsexperte Dr. Björn Seintsch, sagt, noch gebe es trotz steigender Nachfrage keinen Holzmangel. Wächst der Holzbedarf aber weiter, werde sich das ändern.
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makroskop Holz
© colourbox.de Video
Obwohl es in Deutschland riesige Waldflächen gibt, haben wir nicht genug Holz um unseren Bedarf zu decken. Wofür brauchen wir eigentlich soviel und wo kommt es her, wenn nicht aus unseren Wäldern?
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Holzverwendung: So endet unser Holz
Es ist schon paradox: Das teuerste heimische Holz, Buche und Eiche, wird, wegen der hohen Heizwirkung, einfach verbrannt. Die günstigen und weniger festen Nadelhölzer enden als Kleiderschrank.
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USA: Ausgebaut
Entrindete Baumstämme: Von allen Rohstoffmärkten ist der für Holz wohl der komplizierteste.
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte auch die Holzbranche zu Fall. Die hängt direkt an der Bauindustrie: Der Ami baut halt gerne mit Holz. Wenn er nicht baut, so wie jetzt, übernehmen die Chinesen.
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Sägewerk Pollmeier: Buche boomt
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Traditionelle Sägewerke verarbeiten eher Weichholz. Weil es auf dem Markt aber immer mehr hartes Laubholz gibt, hat sich die Firma Pollmeier in Thüringen spezialisiert auf Buche. Mit Erfolg.
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Deutsche Bahn: Der Wald-Riese
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Die Deutsche Bahn ist einer der größten Waldbesitzer der Republik. 20.000 ha beidseits der Trassen werden bewirtschaftet, vor allem mit Energieholz. Das bedeutet: Der Bahnwald hat ein kurzes Leben.
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Der Bahn-Förster
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Gerhard Hetzel ist Förster bei der Deutschen Bahn. Sein Reich ist der Bahndamm. Am liebsten mag er dort Eiche. Wegen der Sicherheit. makro erklärt er warum.
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Holzkraftwerke: Hackschnitzelirrsinn
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Der heimische Kamin ist eine feine Sache, ein Holzkraftwerk zur Stromerzeugung ziemlicher Unsinn. Ohne EEG-Subventionen läuft da nichts. Vor allem wenn der Ölpreis fällt und der Holzpreis steigt.
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Sendedaten
Freitag, 13. Februar 2015, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Holz: Reden Sie mit!
© zb-bildfunkDie Anforderungen, die die Gesellschaft an den Wald stellt, sind teils völlig widersprüchlich: Man will ihn besser schützen und gleichzeitig stärker nutzen. Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Dr. Björn Seintsch
Seintsch arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Waldwirtschaft in Deutschland.
Holzpreis in Deutschland
LupeDer Erzeugerpreisindex für Rohholz beschreibt, vereinfacht gesagt, den Holzpreis in Deutschland. Er setzt sich zusammen aus Stammholz und Industrieholz und lässt sich weiter herunterbrechen auf die verschieden hier geernteten Baumarten. Nadelhölzer, vornehmlich Fichte, Kiefer und Lärche machen 75% der Holzmenge aus; Laubhölzer, überwiegend Buche, den Rest.

Seit 2003 ziehen die Preise an, was u.a. an der zunehmenden energetischen Nutzung von Holz liegt (Kaminholz, Pellets). Hierfür werden hochpreisige Holzarten (Buche, Eiche) bevorzugt, da sie einen höheren Brennwert haben.
Interaktiv
Mythos Wald
Ob in den Wipfeln, unter der Rinde, im Unterholz oder unter den Wurzeln - im Wald lässt sich viel mehr entdecken, als man gemeinhin zu sehen bekommt. (3sat.nano)
Widersprüchliche Waldpolitik
Schildbürgerstreich
Einerseits will die Bundesregierung bis 2020 mehr "Urwälder" in Deutschland schaffen. Gleichzeitig hat sie aber die Menge des erlaubten Holzeinschlags um 60 Prozent erhöht. (3sat.nano)
Schwerpunkt
Holz