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Syrische Flüchtlinge im Libanon - Dokumentation ansehen © Alexander Seidenstücker, Kobalt Productions Video
Der Libanon macht die Grenzen dicht. Wirtschaft und Infrastruktur drohen unter dem Flüchtlingsstrom aus Syrien zu kollabieren. [>> Dokumentation ansehen]
Libanon - Flucht nach vorn
Wirtschaft im Belagerungszustand
Kein Anrainer bekommt die Auswirkungen des Syrien-Krieges heftiger zu spüren als der Libanon. Doch die jungen libanesischen Unternehmer zeigen sich unbeirrt von politischem Chaos und Krieg.
Kein Anrainer bekommt die Auswirkungen des Syrien-Krieges heftiger zu spüren, als der Libanon. Mehr als eine Million Flüchtlinge hat der kleine Nachbarstaat aufgenommen - bei selbst nur 4,5 Millionen Einwohnern.

makro berichtete bereits im Sommer 2014 über die Folgen. Wirtschaft und Infrastruktur drohten bereits damals unter dem Flüchtlingsstrom zu kollabieren. In den letzten Monaten hat sich die Lage weiter zugespitzt, die Libanesen wurden den Syrern gegenüber immer feindseliger. Genug, sagte die libysche Regierung nun und machte die Grenzen dicht.

Dauerhafter Ausnahmezustand
"Wir befinden uns in einer nicht enden wollenden Ausnahmesituation", sagt der libanesische Parlamentsabgeordnete Alain Aoun. "Irgendwann würden wir dann zwei Millionen Flüchtlinge im Land haben, bei einer Bevölkerung von gut vier Millionen. Schon jetzt sind die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, das Sozialgefüge, die Sicherheitslage, unser ganzes Leben, enorm. Der Flüchtlingsstrom wird gefährlich und daher müssen wir irgendwo einen Punkt machen und sagen: Es ist genug."

Eindrücklich beschreibt Alain Aoun, weshalb der Libanon am vergangenen Wochenende seine Grenzen zum Nachbarland Syrien für Flüchtlinge nahezu geschlossen hat. Der Libanon hatte die Grenzen seiner Belastbarkeit erreicht. Schon jetzt machen die Syrer rund ein Viertel der Bevölkerung aus. Auf Deutschland übertragen, wären dies 20 Millionen Flüchtlinge, um das libanesische Niveau zu erreichen.

Jobs gehen vermehrt an Syrer
Die Libanesen, die den Krieg im Nachbarland und die Flüchtlingsströme vier Jahre lang mit erstaunlicher Gelassenheit genommen haben, bekommen die Folgen der bislang offenen Grenze nun mit voller Härte zu spüren. Die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen im Land wird schlechter. Libanesen beklagen, dass Jobs vermehrt an Syrer gingen, die zu geringeren Löhnen arbeiten. Und es mehrt sich die Sorge, dass mit den Flüchtlingen auch IS-Kämpfer ins Land sickern und so den Terror aus dem Nachbarland über die Grenze tragen.

Schon jetzt leidet die Wirtschaft unter der Krisensituation in der Region. Seit Beginn der Syrienkrise ist das Wirtschaftswachstum von 8 auf 2 Prozent eingebrochen. Regierung und Zentralbank versuchen gegenzusteuern, unterstützen mit speziellen Förderprogrammen junge Unternehmer.

Unternehmer trotzen dem Chaos
Autorin Katrin Sandmann ist für makro in den Libanon zurückgekehrt, um herauszufinden, wie die Wirtschaft auf die verschärfte Lage reagiert. Und stellte fest, dass sich die jungen libanesischen Unternehmer von politischem Chaos, steigender Arbeitslosigkeit und dem Krieg direkt nebenan weiter unbeirrt zeigen. Mit ihren kreativen Ideen trotzen sie weiter der Wirtschaftskrise.

Wobei fast jedes Start-Up ein Business-Modell für den Firmensitz im Ausland in der Schublade hat. Man weiß ja nie!

 

Libanon: Zukunft gesucht
"Libanon - Zukunft gesucht" [>> Dokumentation ansehen] © Alexander Seidenstücker, Kobalt Productions Video
Der Libanon war einst die Schweiz des Nahen Ostens. Davon ist wenig geblieben. Der syrische Bürgerkrieg spült die Not ins Land. Auf vier Libanesen kommt heute ein Flüchtling. Weltrekord.
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Flüchtlinge: Im Niemandsland
"Libanon - Zukunft gesucht" [>> Dokumentation ansehen] © Alexander Seidenstücker, Kobalt Productions
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Sendedaten
Donnerstag, 13. August 2015,
13.25 Uhr

WDH: Freitag, 7.00 und 9.45 Uhr

Erstausstrahlung: 9. Januar 2015
Über die Autorin
LupeDie Journalistin Katrin Sandmann berichtet seit 15 Jahren von verschiedenen Krisenschauplätzen der Welt. Für makro war sie kürzlich im Libanon, zuvor aber auch in Pakistan, Saudi-Arabien und Somalia.
Libanon: Flüchtlinge
© Alexander Seidenstücker, Kobalt ProductionsDas Boot ist voll
Ein Land in Angst vor Überfremdung. Menschen in Sorge um ihren Arbeitsplatz. Städte, die nicht wissen wohin mit all den Flüchtlingen. Wir schreiben das Jahr 2015, und nein, es geht nicht um Deutschland.
Schwerpunkt
Naher Osten
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
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