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Vorschau
Sendung am 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Rückblick
Sendung vom 17. November
Wirtschaftswachstum versus Klima
Die Fixierung auf permanentes Wachstum sei schuld, dass wir auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Das sagen die Vertreter der "Postwachstumsökonomie". Und sie suchen nach Alternativen.
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© colourbox.de Video
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Island
Insel mit Eigensinn
Die Isländer sind ein ganz eigenes Volk. Das hat die kleinste Volkswirtschaft in der OECD während der Finanzkrise 2008 bewiesen. Sie suchte einen eigenen Weg aus der Krise - mit Erfolg.
Die Insel drohte 2008 im Strudel der Lehman-Pleite unterzugehen. Drei isländische Großbanken hatten sich grandios verzockt. Ihre Schulden waren zehn Mal so hoch wie Islands Wirtschaftsleistung. Als die Regierung Banken und Spekulanten retten und sich damit langfristig erdrückende Schulden aufladen wollte, gingen die Isländer auf die Barrikaden. Sie wollten nicht für die Gier der anderen zahlen und machten ihren Politikern die Hölle heiß.

Glaubt man den Zahlen, erholt sich die Insel so schnell, wie sie damals unterzugehen drohte. Für 2014 beträgt das Wachstumgut 3,5 %. Das ist weit über EU-Durchschnitt. Weit darunter liegt die Arbeitslosigkeit mit gut 4 %.

Sie scheinen also vieles richtig gemacht zu haben, nach dem beinahe Crash. Nur ist das in der Bevölkerung irgendwie nicht so richtig angekommen. Viele Isländer sehen ihre und die Situation ihres Landes immer noch eher pessimistisch. Auch Katrín Ólafsdóttir Wirtschaftsdozentin an der Universität Reykjavik äußert ihre Bedenken: "Wir haben vor der Krise über unsere Verhältnisse gelebt, und alle scheinen zu erwarten, dass wir dieses Level wieder erreichen. Dabei konnten wir es uns damals schon nicht leisten, genauso wenig wie heute."

Droht ein zweiter Crash?
Kapitalkontrollen, also das Verbot Devisen außer Landes zu bringen, haben Islands Wirtschaft nach dem Crash eine Atempause verschafft, massive Kapitalflucht verhindert, und die Talfahrt der isländischen Krone gestoppt. Aber je länger sie in Kraft sind, desto schwieriger wird es, sie wieder los zu werden. Skuli Mogensen einer der reichsten Männer Islands sieht das ganz realistisch: "Tourismus und Fischerei haben zwar erfolgreiche lokale Märkte geschaffen. Aber wenn alles Kapital nur im Land investiert wird, werden wir einen zweiten Crash erleben.

© Michael Khano Kobalt Productions Lupe
Filmautorin Katrin Sandmann beim Fischen
Islands älteste Einnahmequelle ist zweifelsohne die Fischerei. Lange Zeit war das Meer das Rückgrat der isländischen Wirtschaft, stellte einen Großteil der Arbeitsplätze und brachte das meiste Geld ins Land. 2014 hat der Tourismus erstmals die Fischerei als wichtigste Wirtschafts-Branche überholt. Außerdem spielt der Energiesektor eine immer größere Rolle. Ob Wasserkraft oder Erdwärme. Die Vulkaninsel verfügt über mehr erneuerbare Energien als sie verbrauchen kann. Ökostrom ist unschlagbar günstig. Aus diesen natürlichen Ressourcen lässt sich auch Kapital ziehen. Wenn man weiß wie.


Mr. WOW Skuli Mogensen hat eine eigene Airline © Benedict Sichenender Kobalt ProductionsLupeMr. WOW Skuli Mogensen hat eine eigene Airline
Friseur Stjuri kennt die Seelenlage der Nation. © Benedict Sichenender Kobalt ProductionsLupeFriseur Stjuri kennt die Seelenlage der Nation.
Óttarr Proppé ist einer der schillernsten Politiker des Parlamentes. © Michael Khano Kobalt Productions LupeÓttarr Proppé ist einer der schillernsten Politiker des Parlamentes.

Sendedaten
Sonntag, 10. Januar 2016, 6.15 Uhr
Info
Ein Film von Katrin Sandmann

Erstausstrahlung: 12. Dezember 2014
Mehr zur Autorin
Die Journalistin Katrin Sandmann berichtet seit 15 Jahren von verschiedenen Krisenschauplätzen der Welt. Für makro war sie kürzlich im Libanon, zuvor aber auch in Pakistan, Saudi-Arabien und Somalia.
Islands schrägster Politiker
Óttarr Proppé
Filmautorin Katrin Sandmann war bei den Isländern und hat sie als ganz bodenständige, aber manchmal auch schräge Menschen kennen gelernt. Einen Oppsositionspolitiker etwa, der ansonsten in einer Heavy-Metal Band spielt und Sätze sagt, wie: "Wir wissen, dass wir uns verändern müssen. Nur wissen wir noch nicht so genau, wie wir das anstellen sollen."
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