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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Ochsen sind in Kuba unverzichtbar, denn sie brauchen keinen Sprit.
Zuckersüß und bitterarm
Landwirtschaft ist Kubas Sorgenkind
Für Landwirtschaft ist Kuba perfekt. Hier wächst alles, was die Natur erfunden hat. Sollte man meinen. Tatsächlich ist das Land stark von Lebensmittelimporten abhängig. Der Grund? Misswirtschaft.
Die Landwirtschaft ist das Sorgenkind Kubas. Und das in einem Land, in dem alles wachsen könnte, was die Natur erfunden hat. Doch es fehlt nicht nur an Sprit, auch an Schädlingsbekämpfung und Dünger, an Bewässerungsmöglichkeiten und Krediten.

Privatleute dürfen nun vom Staat Land pachten und bebauen, um so die Nahrungsmittelproduktion anzukurbeln. Wer jetzt in den Staatsbetrieben seine Arbeit verliert, soll künftig Gemüse anbauen oder Tiere züchten. Ochsen sind in der Landwirtschaft Kubas übrigens unverzichtbar. Denn sie brauchen keinen Sprit. Landmaschinen dagegen brauchen Sprit, der wiederum an anderer Stelle fehlt. Oder Ersatzteile, die keiner hat.

Ruine zwischen Palmen
Die Arbeitersiedlung erzählt vom Glanz alter Tage. Als sich hier jahrhundertelang alles nur um Zucker drehte.
Zucker machte Kuba reich. Und gab der Insel ihren Mythos. Hunderttausende Arbeitsplätze hingen am Zucker. Ganze Ortschaften siedelten sich rund um die Zuckerfabriken an. Zum Beispiel Hershey50 Kilometer östlich von Havanna gelegen. Dieser Ort war früher der Inbegriff kubanischer Zuckerproduktion.

Der Amerikaner Milton Hershey gründete diese Fabrik Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Hershey-Schokolade gibt es bis heute, doch der Zucker kommt schon lange nicht mehr aus Kuba. Aus dieser Fabrik schon gar nicht. Fidel Castro, Sohn eines reichen Zuckerbarons, ließ 2003 fast die Hälfte aller Zuckerfabriken schließen. Denn Landwirtschaft sei eine Welt von gestern! Zucker, einst Kubas Exportgut Nummer eins, ist heute Mangelware und muss aus dem Ausland importiert werden.

Kaum noch Zucker von der Zuckerinsel
"Kuba produziert jetzt ungefähr eine Million Tonnen Zucker", sagt Bert Hoffmann vom GIGA Institut für Lateinamerika-Studien. In den achtziger Jahren seien es noch acht Millionen Tonnen gewesen. Und das liege keineswegs nur am Embargo, sondern vor allem daran, dass kaum Investitionen in den Sektor flossen. Und das in einer Situation, wo der Weltmarktpreis für Zucker aufgrund zunehmender Knappheit deutlich angezogen hat. Es gebe nun Versuche, die Zuckerproduktion auf Kuba zu revitalisieren, aber der Prozess verlaufe sehr schwerfällig.

Lupe
So wie Raul Cotilla geht es vielen: Seine ganze Familie lebte vom Zucker. Nun braucht sie Alternativen
Raul Cotilla war 20 Jahre lang Schweißer in der Zuckerfabrik. Heute verdient er sein Geld mit seiner Kutsche. Seine ganze Familie lebte vom Zucker, seine Frau Hortensia, sein Schwiegervater und Schwager. Die Schließung der Fabrik sei plötzlich gekommen, ohne Vorankündigung. Es sei für alle ein Schock gewesen."Viele Leute mussten gehen und sich neue Arbeit suchen", erzählt er. "Eine ganze Reihe fand eine neue Stelle entweder in der Fliesenfabrik oder auch in der Nudelfabrik. Aber das reichte nicht für alle. Hier haben 7500 bis 8000 Arbeiter gearbeitet."

20 Jahre Stillstand
Lupe
Die Landwirtschaft in Kuba möchte nicht so recht Fahrt aufnehmen.
Dass die Ruine der Zuckerfabrik endlich verschwindet, das wünschen sich viele Menschen in Hershey. Sie sei nur eine schmerzvolle Erinnerung an bessere Zeiten. Hershey hat schon hinter sich, was anderen Orten noch droht: Schließung und Massenentlassung.

Lateinamerikaexperte Hoffmann macht sich keine Illusionen: "Diese Maßnahmen kommen mehr als 20 Jahre nach 1989 und nach dem Zusammenbruch der Verbündeten in Übersee, die den alten kubanischen Sozialismus möglich gemacht haben. Seitdem ist unglaublich viel Zeit ins Land gegangen, Probleme haben sich so weit angestaut, dass es jetzt eigentlich viel größere Maßnahmen bräuchte, um wieder zu einem Gleichgewicht zu finden."

Sendung zum Thema
Kubas Geldträume
Das kommunistische Kuba macht einen großen Schritt hin zur Marktwirtschaft: Erstmals erlaubt das Gesetz, dass kubanische Firmen in ausländischer Hand sein dürfen.
Schwerpunkt
Mittelamerika & Karibik