Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
1213
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
Navigationselement
Lupe
Insbesondere Menschen aus Südamerika nutzen Kubas hervorragendes Gesundheitssystem und lassen sich preiswert behandeln
Medizin für alle
Das kubanische Gesundheitssystem
In Kuba existiert ein einmaliges Sozial- und Gesundheitswesen. Unfall-, Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherungen für jedermann werden über Steuern finanziert. Jedem Kubaner ist damit eine umfassende Gesundheitsfürsorge garantiert.
Hervorragend ausgebildete Ärzte gibt es mehr als genug. 6,12 Mediziner kommen auf 1.000 Einwohner (in Deutschland sind es nur 3,73). Jeder Gemeinde wird einer oder mehrere Hausärzte zugeteilt, diese sind dann über Jahrzehnte hinweg für dieselbe kleine Gruppe von Menschen verantwortlich. Aufwendigere Untersuchungen und Behandlungen sowie Notfälle übernehmen die übergeordneten Polikliniken und in den urbanen Zentren gibt es große Krankenhäuser, in denen teils hoch spezialisierte Fachärzte und Chirurgen arbeiten. Auch die medizinische Forschung ist erstklassig. Das Land zählt zu den ersten, in denen Impfstoffe gegen Meningitis B und C sowie Hepatitis B entwickelt wurden.

Qualität hat ihren Preis
Die gute Ausbildung, die die Studenten in Kuba genießen, hält den Gesundheitsstandard hoch. Doch die kostenlose Ausbildung der Mediziner hat auch Schattenseiten. So müssen Kubas Ärzte nach ihrer Ausbildung für den Staat arbeiten und werden als Staatsdiener ins Ausland "vermietet". Sie sind eines der beliebtesten Exportprodukte der Insel. Nach offiziellen Angaben arbeiten inzwischen allein in Brasilien mehr als 11.000 kubanische Ärzte. Ein Großteil des so erwirtschafteten Geldes fließt in Kubas Staatsbudget.

Da das Krankenhauspersonal noch immer extrem wenig verdient, hat Kubas sozialistische Regierung im Rahmen einer Wirtschaftsreform eine Gehaltserhöhung für rund 440.000 Staatsbedienstete im Gesundheitswesen angekündigt. Bislang lagen die Monatslöhne umgerechnet bei höchstens 15 Euro, jetzt dürfen Ärzte bis zu 44 Euro verdienen. Damit bleiben Sie aber trotzdem im niedrigen Einkommensbereich. Begründet wurde die Erhöhung mit der Arbeit Zehntausender kubanischer Mediziner im Ausland.

Ärzte ohne Grenzen
© dpa Lupe
Kubanische Ärzte und Helfer entladen Material aus einem Flugzeug in Freetown. Medizinische Hilfe im Ausland hat eine lange Tradition für das sozialistische Kuba.
Obwohl Kuba eigene wirtschaftliche Probleme hat, unterstützt es Entwicklungsnationen - vor allem im medizinischen Bereich. Weltweit stellt der arme Karibikstaat mehr medizinisches Personal zur Verfügung als die WHO. Über 250 medizinische Helfer hat das Land bereits nach Westafrika gesendet, Dutzende sollen folgen. In dem sozialistischen Staat hat die Hilfe für arme "Brüderländer" in Not Tradition.

Kubanischen Medizinern eilt in vielen Ländern Lateinamerikas der Ruf voraus, auch in die entlegensten Regionen zu kommen, selbst dorthin, wo der jeweils eigene Staat kaum Präsenz hat. Kuba habe laut Staatschef Raúl Castro zurzeit mehr als 4000 Helfer in 32 afrikanischen Ländern. Seit der Revolution von 1959 seien insgesamt 76.000 Helfer in diese Region geschickt worden. Afrika und Lateinamerika standen immer im Mittelpunkt der kubanischen Hilfe. So war das Land Anfang 2010 eines der Ersten, die Haiti nach dem verheerenden Erdbeben zur Hilfe eilten.

Sendedaten
Freitag, 21. November 2014,
21.00 Uhr

Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Thema der Sendung
Kubas Geldträume
Das kommunistische Kuba macht einen großen Schritt hin zur Marktwirtschaft: Erstmals erlaubt das Gesetz, dass kubanische Firmen in ausländischer Hand sein dürfen.