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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© dpa Lupe
"Cygnus" Sekunden nach dem Start.
Rückschlag für die Raumfahrt
US-Raumtransporter "Cygnus" expoldiert nach Start
"Cygnus", ein unbemannter US-Raumtransporter mit rund 2,3 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS ist Sekunden nach dem Start in den USA explodiert. Mehr als 200 Millionen Dollar flogen bei der Explosion in die Luft.
Derzeit befinden sich an Bord der ISS der Deutsche Alexander Gerst und fünf weitere Raumfahrer aus Russland und den USA. Zu ihren Aufgaben gehören Experimente mit einem wissenschaftlichen Nutzen für Physik, Materialforschung, Biologie, Medizin und Astronomie. Das war den beteiligten Staaten seit Beginn der ISS-Mission wichtig. Die Astronauten lieferten bislang auch Ergebnisse aus über 1.300 Experimenten, daraus ergaben sich lediglich 3.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen, zu wenig im Vergleich mit anderen Forschungsprojekten im All.

Nicht vorschnell aufgeben
© dpa Lupe
Alexander Gerst, Astronaut
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst warnt jedoch davor, die Missionen zu unterschätzen oder gar aufzugeben: "Es ist wichtig zu wissen, dass wir das Geld nicht in den Weltraum schießen, sondern tatsächlich in Europa, in Deutschland, investieren. Das ist ein Euro pro Person pro Jahr, den wir in die bemannte Raumfahrt investieren. Das heißt wir investieren tatsächlich in unsere Zukunft und darin, dass Deutschland weiterhin an der vordersten Front der Technologie mitarbeitet."

Aus Kostengründen private Anbieter
Die Explosion ist auch ein Rückschlag für die private Raumfahrt-Industrie. "Cygnus" sollte von einer privaten Antares-Rakete in den Weltraum gebracht werden. Die Rakete hob zwar pünktlich ab, doch bereits Sekunden später stürzte sie in einem riesigen Feuerball zur Erde.

Die Betreiberfirma Orbital Sciences sprach von "katastrophalem Versagen". Offensichtlich seien Treibstofftanks detoniert. "Cygnus" (Schwan) sollte rund 2.300 Kilogramm Lebensmittel und Forschungsmaterial zur ISS bringen. Die USA setzen seit Ende ihrer Shuttle-Flüge bei der Versorgung der ISS aus Kostengründen auf mehrere private Betreiber. So ist im Dezember 2014 ein Flug des privaten US-Transporters "Dragon" der US-Firma SpaceX zur ISS geplant.

Private Unternehmen erobern den Weltraum
Seit Jahren spielen private Unternehmen in der Raumfahrt eine immer größere Rolle - vor allem seitdem die Nasa 2011 ihr Shuttle-Programm aus Kostengründen nach rund 30 Jahren beendet hat. Seitdem sind US-Astronauten auf Mitfluggelegenheiten russischer Raumkapseln angewiesen.

  • SPACE X: Der Selfmade-Milliardär Elon Musk sandte 2012 mit seiner 3.000-Mitarbeiter-Firma die erste private Raumfähre zur Internationalen Raumstation ISS und läutete damit eine neue Ära ein. Der Raumfrachter "Dragon" versorgt die Astronauten mit Vorräten, Ersatzteilen und technischer Ausrüstung. Bis 2016 sind insgesamt zwölf Missionen geplant, der Auftrag hat einen Gesamtwert von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro.
  • ORBITAL SCIENCES: Seit 2013 hatte es drei erfolgreiche Flüge gegeben. Das Unternehmen mit knapp 3.000 Angestellten setzte im vorigen Jahr umgerechnet 1,1 Milliarden Euro um.
  • BOEING: Der US-Flugzeuggigant entwickelt gegenwärtig das Raumschiff "CST-100". Es wird mit Hilfe einer Atlas-5-Rakete ins All geschickt und kann bis zu sieben Passagiere oder eine Kombination aus Passagieren und Ausrüstung transportieren. Mit Hilfe von Fallschirmen und Airbags soll "CST-100" auf dem Festland oder im Meer landen können und bis zu zehn Mal wiederverwendbar sein.
  • MARS ONE: Die private Stiftung mit Sitz in den Niederlanden will den Mars besiedeln, schon 2025 sollen die ersten Menschen dort landen. Ein echtes "Himmelfahrtskommando", denn eine Rückkehr zur Erde ist ausgeschlossen. Dennoch gibt es bereits mehr als 200.000 Bewerber aus 140 Ländern. Fachleute zweifeln allerdings an der technischen Umsetzbarkeit und halten das Projekt für unseriös.

Wissenschaftsdoku
Teures Abenteuer im All - die ISS
Die Internationale Raumstation ist eine Meisterleistung von Ingenieuren, Technikern und Wissenschaftlern. Doch schon seit den ersten Planungen für die ISS steht die Frage im Raum: Lohnt sich das Projekt überhaupt?
Die Internationale Raumstation ISS
Die Internationale Raumstation ISS gilt seit mehr als 15 Jahren als Außenposten der Menschheit. Gut ein Dutzend Staaten beteiligen sich an dem Projekt, neben EU-Ländern auch Kanada, Japan, Russland und die USA. Seit dem Jahr 2000 sind ständig Menschen auf der ISS, seit Ende Mai arbeitete auch der Deutsche Alexander Gerst in dem fliegenden Labor etwa 400 Kilometer über der Erde.

Kommandeur ist meist ein Russe oder US-Amerikaner. Die optimale Besetzung sind sechs Raumfahrer. Sie verbringen jeweils etwa sechs Monate im Orbit. Zu ihren Aufgaben dort gehören Experimente in der Schwerelosigkeit. Forscher erhoffen sich davon auch Erkenntnisse über einen möglichen dauerhaften Aufenthalt im All und für eine bemannte Mars-Mission. Bei einem Tempo von 28 000 Stundenkilometern erlebt die Mannschaft alle 90 Minuten einen Sonnenaufgang. Ihre Energie bezieht die Station über Solarzellen.

Das Schicksal der Raumstation steht in den Sternen. Russland hat nach mehr als 15 Jahren ein Ende seines Engagements für 2020 angekündigt. Dabei handelt es sich wohl auch um eine Reaktion auf US-Sanktionen im Ukraine-Konflikt.
Sendung zum Thema
© colourbox.deTeure Weltraumabenteuer