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Vorschau
Sendung am 24. November
Marshallplan für Afrika
Entwicklungshilfe war gestern: Auf dem EU-Afrika-Gipfel Ende November 2017 sollen die Weichen für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit gestellt werden.
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Rückblick
Sendung vom 10. November
Baustelle Bahn
Von München nach Berlin in weniger als vier Stunden. Das geht ab Dezember mit der Bahn. Doch reichen Prestigeprojekte wie dies, um die Bahn nach vorne zu bringen?
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"Libanon - Zukunft gesucht" [>> Dokumentation ansehen] © Alexander Seidenstücker, Kobalt Productions Video
"Libanon - Zukunft gesucht" [>> Dokumentation ansehen]
Zukunft gesucht
Existenzielle Krise im Libanon
Der Libanon war einst die Schweiz des Nahen Ostens. Davon ist wenig geblieben. Der syrische Bürgerkrieg spült die Not ins Land. Auf vier Libanesen kommt heute ein Flüchtling. Weltrekord.
51.000.000 - einundfünfzig Millionen Männer, Frauen und Kinder waren nach Schätzungen der Vereinten Nationen zum Jahresende 2013 auf der Flucht. Auf der Flucht vor Tod, Gewalt, und Unterdrückung. Das ist der höchste Stand seit dem 2.Weltkrieg.

Die Ursachen für den traurigen Rekord liegen nach Ansicht des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge, António Guterres, vor allem an langanhaltenden Konflikten wie zum Beispiel jenem in Syrien. Dort ist aus dem nationalen Aufstand gegen eine Diktatur in den letzten drei Jahren ein konfessioneller Stellvertreterkrieg geworden. Sunniten gegen Schiiten. Ein Kampf, der 6,5 Mio. Syrer zu Flüchtlingen im eignen Land macht. Doch wer kann, flüchtet ins Ausland.

Aufnahme finden die syrischen Flüchtlinge vor allem im Nachbarland Libanon. Kein Wunder, die beiden Länder teilen eine 375 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Seit Juni 2012 ist die Zahl der Flüchtlinge schier explodiert, wie eine Erhebung der Vereinten Nationen zeigt.

Trauriger Rekord
© UNHCR Lupe
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: Die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Libanon stieg von 25.000 im Juni 2012 auf zuletzt über eine Million.
Mehr als eine Million syrischer Flüchtlinge haben bereits Schutz im Libanon gesucht. Das entspricht rund einem Viertel der einheimischen Bevölkerung. Im Pro-Kopf-Vergleich leben damit in keinem anderen Land der Welt so viele Vertriebene. Der Libanon habe seine Belastungsgrenze erreicht, konstatiert das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen.

Die humanitäre Katastrophe bedroht nicht nur die fragile religiöse Ruhe im Libanon. Sie stellt das kleine Land auch vor existenzielle gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen. Die Weltbank schätzt, dass dem Libanon durch den Syrienkrieg jedes Jahr ein finanzpolitischer Schaden von 2,6 Milliarden US-Dollar entsteht. Die Zahl setzt sich aus schrumpfenden Auslandsinvestitionen, Profiten und Steuereinnahmen zusammen, die mit steigender Arbeitslosigkeit und Armut eine unheilige Allianz bilden.

Und nun könnte der Libanon auch noch in den Sog der Irak-Krise geraten. Der Kampf der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) könnte auf den Libanon überschwappen. Die Zahl der Flüchtlinge aus dem Nachbarland könnte noch mal steigen. Dem Libanon stehen unruhige Zeiten bevor.

Die syrischen Flüchtlinge haben meist nur das Wesentliche zusammengepackt und ansonsten ihr gesamtes Hab und Gut zurückgelassen. © Kobalt_ProductionsLupe
Die libanesische Bevölkerung hat selbst nicht viel zum Leben. Sie ächzt unter dem Flüchtlingsansturm. Es kommt immer wieder zu Spannungen. © Alexander Seidenstücker, Kobalt ProductionsLupe
"Ordentlich" registrierte Flüchtlinge bekommen von den Vereinten Nationen monatlich 25 Dollar pro Kopf. © Alexander Seidenstücker, Kobalt ProductionsLupe

Sendedaten
Freitag, 8. August 2014, 21.00 Uhr

Ein Film von Katrin Sandmann
"Islamischer Staat" im Libanon
© apUnheilige Krieger
Reporterin Katrin Sandmann war für makro gerade im Libanon unterwegs, um die Dokumentation "Libanon - Zukunft gesucht" zu drehen. Hier in unserem Blog gibt sie ein kurzes Update zur aktuellen Lage: Die ist nicht gut. Die Steinzeit-Dschihadisten des "Islamischen Staats" fallen jetzt auch im Libanon ein!
Libanon
Im Niemandsland
makro-Autorin Katrin Sandmann berichtet aus Schatila, einem syrischen Flüchtlingslager im Libanon. Dort trifft sie Anjoud Masri, ihren Mann und die fünf Kinder. Und die Scherben einer Existenz.
Gespräch
Warum gehen Sie dahin, wo es wehtut?
"Wir hören immer, dass wir in einer globalisierten Welt leben. Ich glaube, dass die Welt kleiner wird, und dass es immer wichtiger wird, dass wir sie verstehen", sagt Fernsehjournalistin Katrin Sandmann in einem Gespräch auf Deutschlandradio Kultur. (30.06.2014)
Info
Die Journalistin Katrin Sandmann berichtet seit 15 Jahren von verschiedenen Krisenschauplätzen der Welt. Für makro war sie kürzlich im Libanon, zuvor aber auch in Pakistan, Saudi-Arabien und Somalia.
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