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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© ap Lupe
Nur die wenigsten können es sich noch leisten als Zuschauer bei sportlichen Mega-Events dabei zu sein.
Schluss mit lustig
Sportliche Großereignisse vor dem Aus?
Das Austragen von Fußballweltmeisterschaften oder Olympischen Spielen wird immer teurer. Aber zahlt es sich für die Gastgeber auch aus? Vor allem Schwellenländer versprechen sich Prestige und wirtschaftlichen Nutzen, doch die Rechnung geht nicht immer auf.
In Brasilien hoffen die Menschen auf den sechsten Titel-Gewinn ihrer Fußball-Nationalmannschaft, gleichzeitig entlädt sich aber auch ein großer Frust über die ausufernden Kosten und die Korruption. Auch nach dem Anpfiff der Spiele reißen die Proteste nicht ab. Denn die Brasilianer sind unzufrieden, dass der Sport Milliarden verschlingt, während für Gesundheit oder Bildung wenig übrig bleibt.

Kritik am Kommerz
Nicht nur in Brasilien, fast überall stehen große Sportspektakel im Zentrum der Kritik, ganz egal, ob es sich um die Fußballweltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele handelt. Denn hüben wie drüben explodieren die Kosten, die Umwelt leidet, die Athleten sind gedopt und die Sportverbände glänzen durch Intransparenz. Die Athleten liefern heute fast nur noch ein Rahmenprogramm für das Milliardengeschäft der Verbände. Der Sport wird missbraucht für Kommerz, für Politik und für alle möglichen Formen der Selbstdarstellung.

"Ich bin überzeugt, dass dieser Gigantismus uns auffrisst, wenn wir nichts dagegen unternehmen", sagt Gian-Franco Kasper, Präsident der Vereinigung der Olympischen Wintersportverbände. Kein Wunder, dass der Rückhalt in der Bevölkerung langsam schwindet.

Interview mit Sportökonom Eike Emrich
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Professor Eike Emrich will weg von den Mega-Events zurück zum Ursprungsgedanken eines Festes rund um den Sport. Für ihn ist es denkbar große Sport-Events an den Orten stattfinden zu lassen, wo es von früheren Veranstaltungen entsprechende Sportstätten und Infrastrukturen gibt.
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Mega-Events sind mega out
Während sich vor einigen Jahren noch viele Städte um die Austragung von großen Sportspektakeln rissen, rücken sie heute von ihren Bewerbungen ab. Zuletzt haben die Menschen in Krakau den Winterspielen 2022 eine Absage erteilt - wie schon zuvor in München oder Graubünden.

Welche Folgen haben solche Absagen für die Zukunft des Sports? Berühren sie die Veranstalter überhaupt, wo doch in vielen Schwellenländern, in Asien und im arabischen Raum Austragungsorte schon parat stehen. Der Sport wandert dorthin ab, wo nicht nur viele Fans, sondern auch viel Geld sitzt. So steht Almaty im rohstoffreichen Kasachstan für die Olympischen Winterspiele 2022 schon in den Startlöchern.

Großereignis und danach...
Nur sehr Wenige profitieren von Olympia und WM. Ein Großteil der Bevölkerung der ausrichtenden Länder leidet eher unter den Umgestaltungen, die ein solches Sportereignis mit sich bringt. Steuermillionen werden statt für die Bevölkerung für den Bau von Megastadien investiert. Und nach dem sportlichen Spektakel? Stehen viele der teuer erbauten Stadien meist leer oder werden kaum genutzt, wie die Erfahrung zeigt...

Für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wollte Kapstadt eigentlich das bestehende Athlone-Stadion kostengünstig aufmöbeln. Doch der Weltfußballverband Fifa und die Regierung in Pretoria wollten einen Neubau. So kam es auch: Für 536 Millionen Dollar wurde das Cape-Town-Stadion gebaut, 55.000 Plätze, acht WM-Spiele fanden darin statt. Seitdem spielt der örtliche Fußballclub etwa zehnmal im Jahr vor rund 4000 Zuschauern, den Rest des Jahres ist das Stadion meist ungenutzt und kostet noch einmal viele Millionen an Unterhalt. © dpaLupeWM 2010 Südafrika
Lemberg in der Ukraine bekam zur Fußball-EM 2012 ein neues Stadion und einen massiven Flughafenausbau. Das Stadion ist seitdem verwaist, und kaum ein Flugzeug steuert Lemberg an. 700 Millionen Euro an Steuergeldern sind futsch. © dapdLupeEM 2012 Ukraine
In Brasilien sind ähnliche Fehlinvestitionen absehbar, etwa in der Hauptstadt Brasilia. Das neue Nationalstadion kostete statt der geplanten 275 Millionen Dollar am Ende mehr als 480 Millionen Dollar. Nach der WM werden die meisten der 72.000 Plätze jedoch höchstens noch für große Popkonzerte gebraucht: Der lokale Fußballclub spielt nur in der dritten Liga.  © dpaLupeWM 2014 Brasilien

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Dawid Bartelt, Leiter des Brasilien-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Rio, sieht das Großprojekt WM in Brasilien kritisch.
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© dpaVideoVor einigen Jahren noch machten wenige Staaten die Vergabe sportlicher Großevents unter sich aus. Doch zunehmend drängen Neulinge in den Milliardenmarkt Sport. Allen voran Schwellenländer und die reichen Golf-Emirate
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