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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
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Rückblick
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Das Duell: Adidas versus Nike © reuters Lupe
Der Portugiese Pepe (Nike) gerät mit Thomas Müller (Adidas) aneinander. Am Ende sieht Pepe Rot und Team Nike geht mit 0:4 unter.
Das Duell
Adidas versus Nike
Bei der Fußball-WM geht es um alles. Auf diesen Moment haben sich die Kontrahenten jahrelang vorbereitet. Adidas und Nike schenken sich nichts. Der Einsatz ist ein dreistelliger Millionenbetrag. Bei Erfolg winken Milliarden.
"Ich brauche neue Schuhe". Was im ersten Moment ganz unspektakulär klingt, verliert seine Banalität, wenn es aus dem Mund eines 13jährigen kommt. Dann wird dieser kurze Satz zum Startschuss für ein sportliches Event der ganz besonderen Art. Denn "Schuhe" heißt in dieser Altersgruppe nichts anderes als Sportschuhe.

Also hinein in den gläsernen Ausrüsterpalast unserer Wahl. Doch bereits knapp hinter der Türlinie trennen sich die Wege des 2-Generationen-Einkaufsteams. Während es die makro-Reporterin spontan zu den Tretern mit der 3-Streifen-Dekoration zieht, mit denen sie groß geworden ist, peilt Junior sofort die Modelle mit dem Swoosh an. Startschuss zur Familienvariante des Duells unter den Sportartiklern.

Marken- und Marketingschlacht WM
Adidas versus Nike - nirgends ist der Dauerwettstreit zwischen den beiden Alphatieren der Sportszene so präsent, wie bei der Fußballweltmeisterschaft. Das Turnier am Zuckerhut wird zur Marken- und Marketingschlacht, der Fußballplatz zum Laufsteg für neue Schuhe und Leibchen. Kaum ein Event, dass weltweit so viele potentielle Kunden anspricht, vor dem Bildschirm und in den Sportläden. Selbst Olympische Spiele locken nicht so viele Menschen in die Geschäfte wie die Fußball-WM. Siehe oben.

Und so scheint jeder Euro, den Adidas und Nike in die Vermarktung von Fußballern stecken, gut investiert. Schätzungen zufolge hat Nike sich das Sponsoring seiner 10 WM-Mannschaften rund 136 Millionen Euro kosten lassen. Adidas liegt mit geschätzt 100 Millionen Euro auf Rang 2.

Nike und Adidas in Zahlen
Nike Inc. Adidas AG
Börsenwert in Mrd. USD 66 22
Umsatz in Mrd. USD 27,07 19,43
Gewinn in Mrd. USD 2,67 0,93
Gewinnmarge 9,9% 4,8%
Quelle: Bloomberg 
Beim Umsatz kann Adidas mit Marktführer Nike noch einigermaßen mithalten. Bei der Profitabilität nicht. Die Gewinnmarge, also die Frage wieviel Dollar Gewinn generiere ich mit einem Dollar Umsatz, schafft Adidas nur die Hälfte von Nike. Im Ergebnis kostet Adidas an der Börse nur ein Drittel von Nike.

Nike legt vor
Auch die Rangliste der einzelnen Sponsorenverträge führt Nike klar an. Rekordverdächtige 40 Millionen Euro zahlte der US-Konzern der französischen Équipe, 30 Millionen der englischen. Erst auf den Plätzen 3 und 4 folgen die beiden Adidas-Teams Deutschland und Spanien mit je 28 Millionen Euro Budget.

Für die Spanier sicher ein zu hoher Werbepreis, denn ihr Auftritt im 3-Streifen-Look ist ja nach drei Spielen in Brasilien bereits beendet. Aber auch bei Nike sitzt mit den Engländern eine der Top-Mannschaften bereits so gut wie im Flieger nach Hause. In Sachen Topmannschaften also eher ein Unentschieden zwischen den beiden Sportartiklern.

Adidas punktet in der Verlängerung
Punkten kann Adidas hingegen mit seinem Sponsorenvertrag mit der Fifa. Schon seit 1970 spielen die Herzogenauracher und der Weltverband in einem Team und haben ihren Vertrag gerade bis 2030 verlängert. Durch ihn wird Adidas bei der WM zum Primus inter pares: Adidas darf - anders als Nike - nicht nur direkt im Stadion werben, die Deutschen stellen auch den offiziellen Turnierball, statten Schiedsrichter, Balljungen, Funktionäre und Helfer aus.

Ein Bildschirmpräsenz, die sich auszahlen soll. Adidas Chef Herbert Hainer hat die Messlatte hoch gelegt: Zwei Milliarden Euro Umsatz soll Adidas 2014 im Fußballsegment machen. Nike gibt sich mit 1,5 Milliarden etwas zurückhaltende. Adidas könnte seine Spitzenposition im Fußball also knapp vor Nike behaupten. Das Kopf-an-Kopf Rennen der beiden Sportgiganten wird aber nach der WM weitergehen.

Das Familienduell ging übrigens mit einem klaren Unentschieden aus. Während Nike erwartungsgemäß in der Mannschaft der unter 14jährigen punkten konnte, erzielte Adidas bei den Ü40 einen ungeplanten Treffer. Wenn das mal nicht Symbolcharakter hat.

<b>Deutschland</b><br />Schon seit vielen Jahren ist adidas mit der deutschen Mannschaft liiert. Der Vertrag läuft noch bis 2030. Neben Deutschland statten die Franken auch Mexiko, Spanien, Kolumbien, Japan, Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Nigeria und Russland aus.  © dpaLupeDeutschland: Adidas
<b>Portugal</b><br />Durch den 4:0 Sieg gegen Portugal im Vorrundenspiel hat adidas im Duell der Ausrüster die Nase vorn gegenüber Dauerkonkurrent Nike, der die portugiesische Elf ausstattet und Ronaldo fest unter Vertrag hat.  © dpaLupePortugal: Nike
<b>Ghana</b><br />Schon bei der letzten WM setzte Ausstatter Puma stark auf afrikanische Mannschaften. Auch in Brasilien laufen vier der fünf afrikanischen Teams mit dem Puma auf der Brust ein. Neben Deutschlands Gruppengegner Ghana, sind das Kamerun, Elfenbeinküste und Algerien. Dazu kommen Chile, Uruguay, Schweiz und Italien.  © apLupeGhana: Puma

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