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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Interview mit Markus Böhnisch © Markus Böhnisch Lupe
makro-Reporter Markus Böhnisch war kürzlich in Argentinien.
"Vertrauen zurückgewinnen"
Interview mit Markus Böhnisch
Markus Böhnisch, der für makro die Dokumentation "Que pasa, Argentina?" gedreht hat, war kürzlich erneut vor Ort. Wir haben ihn gefragt, für wie gefährlich er die jüngste Entwicklung hält und wie die Argentinier damit klarkommen.
Wie stark sind in Argentinien die Ängste vor einer erneuten Staatspleite?
Markus Böhnisch: Die Ängste sind groß. Wirtschaftsminister Axel Kicillof (der in der makro-Dokumentation "Que pasa, Argentina?" noch als Ex-Chef der Staatsairline sprach) warnt ganz offen vor einem Zahlungsausfall. Argentinien muss Ende Juni schon 900 Mio. Dollar an die Besitzer von Staatsanleihen zahlen, die eingewilligt hatten, weniger Geld zurückzubekommen als den Nennwert.

Die 1,5 Mrd. Dollar, die Argentinien nun an zwei US-Fonds zahlen soll, würden das Land nach Ansicht des Wirtschaftsministers überfordern. Deshalb soll nun verhandelt werden, um sich Luft zu verschaffen. Dabei hat Argentinien in den vergangenen Monaten und Jahren Schulden umgeschichtet oder zurückgezahlt. Auch die öffentliche Schuldenquote ist mit rund 48% (2012) nicht besonders hoch.

Wie stark steckt Argentiniens Wirtschaft in einer tiefgreifenden Krise?
Markus Böhnisch: Zunächst muss man sehen, dass die argentinische Wirtschaft wächst, immerhin 3% im vergangenen Jahr. Auch in den Vorjahren ging es nur nach oben. Das Problem ist ein anderes: Argentinien leidet seit Jahren unter einer hohen Inflation. Die Angst vor der Entwertung belastet sowohl die Verbraucher als auch die Wirtschaft. Die Regierung hat zu Beginn des Jahres einen Warenkorb mit niedrigen Preisen durchgesetzt. Damit sollen die Bürger die Möglichkeit haben, günstig den täglichen Bedarf abzudecken. Aber es ist ein Eingriff in den Markt.

Hinzu kommt: Die Regierung von Cristina Fernández de Kirchner hat die öffentlichen Ausgaben in Form von Sozialleistungen kräftig ausgedehnt. Kritiker werfen ihr vor, sich damit Stimmen unter den Ärmeren erkauft zu haben. Die Regierung hat nun angefangen, Subventionen zurückzufahren, stößt aber erwartungsgemäß auf Widerstand.

Welche Wirtschaftsreformen wären in Argentinien für notwendig?
Markus Böhnisch: Von außen betrachtet muss Argentinien als Wirtschaftsstandort Vertrauen zurückgewinnen. Es hilft wenig, wenn man Importeure von Waren verpflichtet, Waren im ähnlichen Wert auszuführen. Sinnvoll wäre zudem der freie Kapitalfluss. Nur wenn Aus- und Inländer wieder Vertrauen in die Wirtschafts- und Währungspolitik des Landes haben, sind größere Investitionen möglich.

Und nur dann werden die Inländer auch ihrer Währung trauen. Doch angesichts der hohen Inflationsraten der vergangenen Jahre gilt noch immer das Credo, so viele Pesos wie möglich und so schnell wie möglich in Dollar tauschen.

Argentinien
Schon wieder pleite
Nach einem aktuellen Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA muss Argentinien zwei US-Hedgefonds bis Ende Juni 1,5 Milliarden Dollar zahlen. Damit ist das Land praktisch wieder pleite.
Wirtschaftsdokumentation
VideoQué pasa, Argentina?
2001 ging Argentinien nach langer Misswirtschaft Pleite. Später wuchs die Wirtschaft wieder - offiziell mit acht Prozent. Tatsächlich stimmen die Zahlen vorne und hinten nicht.
Argentinien
Cry for me, Argentina
Flächenmäßig ist Argentinien das achtgrößte Land der Erde, aber wirtschaftlich liegt es auf den hinteren Plätzen. Die Wirtschaft ist durch Bürokratie und staatliche Willkür gelähmt, volkswirtschaftliche Daten sind alarmierend.