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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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© reuters Lupe
Argentiniens Staatspräsidentin Christina Fernandez de Kirchner sieht sich als Erbin von Evita Peron.
Cry for me, Argentina
Eine Präsidentin ruiniert ihr Land
Flächenmäßig ist Argentinien das achtgrößte Land der Erde, aber wirtschaftlich liegt es auf den hinteren Plätzen. Die Wirtschaft ist durch Bürokratie und staatliche Willkür gelähmt, volkswirtschaftliche Daten sind alarmierend.
Die Inflation hat sich auf 35% beschleunigt und könnte, wenn die Analysten der Investmentbank JP Morgan recht behalten, bis zum Jahresende sogar auf 45% klettern. Baugewerbe, Handel und Industrie schrumpfen. Allein der Autoabsatz ist im 1. Quartal um 25% eingebrochen. Volkswirte sehen für 2014 einen Rückgang der Reallöhne um 6%. Die Regierung versucht, die Preis-Lohn-Spirale durch eine Begrenzung des Lohnanstiegs auf knapp 30% in den Griff zu bekommen. Da spielen aber die mächtigen Gewerkschaften nicht mit.

Die Inflation wird angeheizt durch einen Niedergang des Peso, der seit Anfang 2012 gegenüber dem US-Dollar rund 40% an Wert verloren hat. Dollar-Schwarzmärkte erblühen überall im Land. Der größte Geldwechsler-Strich in Buenos Aires beginnt direkt an der Zentralbank. Argentiniens Oberschicht hingegen hat ihr Geld längst außer Landes geschafft.

Der Fluch des Protektionismus
© Markus Böhnisch Lupe
Im Präsidentenpalast von Buenos Aires, der Casa Rosada, residiert Cristina Fernandez de Kirchner, Nachfolgerin ihres Ehmannes Nestor. Sie gilt als schwierig.
Die Weltbank schreibt in ihrer aktuellen Lateinamerika-Studie zu Argentinien: "Der marktfeindliche Staatsinterventionismus hat die Wirtschaft regelrecht zugrunde gerichtet." Das Land verzeichne eine "galoppierende Inflation" und "Mangelerscheinungen beim Warenangebot" sei ein Hemmschuh für die Region geworden.

Seit ihrem Amtsantritt 2007 mischt sich Argentiniens linkspopulistische Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner massiv in die Wirtschaftspolitik ein. Sie schreibt den Landwirten, aber auch Energie- und Wasserkonzernen die Preise vor, verstaatlichte private Pensionskassen und Unternehmen wie den heimischen Ölförderer YPF und errichtet immer neue Handelsbarrieren.

Längst merken auch die Bürger Argentiniens am eigenen Leib, dass die Armuts-, Inflations- und Wachstumszahlen der Regierung allesamt gefälscht sind.

Argentinien
Schon wieder pleite
Nach einem aktuellen Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA muss Argentinien zwei US-Hedgefonds bis Ende Juni 1,5 Milliarden Dollar zahlen. Damit ist das Land praktisch wieder pleite.
Wirtschaftsdokumentation
Qué pasa, Argentina?
2001 ging Argentinien nach langer Misswirtschaft Pleite. Später wuchs die Wirtschaft wieder - offiziell mit acht Prozent. Tatsächlich stimmen die Zahlen vorne und hinten nicht.
Interview
© Markus Böhnisch"Vertrauen zurückgewinnen"
Markus Böhnisch, der für makro die Dokumentation "Que pasa, Argentina?" gedreht hat, war kürzlich erneut vor Ort. Wir haben ihn gefragt, für wie gefährlich er die jüngste Entwicklung hält und wie die Argentinier damit klarkommen.
Chart: Argentinischer Peso
© xeDer argentinische Peso (ARS) hat über die letzten 12 Monate gegenüber dem US-Dollar rund ein Drittel an Wert verloren. Jeder, der kann, flieht in eine andere Währung.