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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© dpa Lupe
Das Stadion in Brasilia ist mit 1,4 Mrd. Reais das teuerste des Landes.
Teure Prestigeprojekte
Brasiliens Regierung baut an Bedürfnissen vorbei
Die Fußball-Weltmeisterschaft werde die Infrastruktur des Landes modernisieren, beteuerte die Regierung, Arbeitsplätze schaffen und nachhaltiges Wachstum generieren. Von wegen - alles Propaganda!
Die Gesamtinvestitionen für die WM betragen nach offizieller Lesart rund 26 Mrd. Reais, inoffiziell geht man von bis zu 30 Mrd. Reais (10 Mrd. Euro) aus. Zum Vergleich: Die WM 2006 in Deutschland kostete 4,4 Mrd. Euro, die Kalkulationen für Qatar 2022 liegen mit 140 Mrd. Euro Jenseits von gut und böse.

In Brasilien entfallen allein rund 8 Mrd. Reais auf die zwölf WM-Stadien. Spätestens hier hört für viele Brasilianer der Spaß auf. Denn drei der 12 Austragungsorte - Brasilia, Cuiaba, Manaus - haben nicht einmal Vereine in der 1. oder 2. Liga. Da stellt sich die Frage, was man nach der WM mit den Stadien anfangen soll.

Der mit 1,4 Mrd. Reais teuerste Fußball-Tempel entstand ausgerechnet in der Hauptstadt Brasilia. Die ursprüngliche Kostenkalkulation ging von der Hälfte aus. Wie sich herausstellte, war das aber nur der Rohbau. Sportminister Aldo Rebelo ficht das nicht an. Er vergleicht das Stadion, das 73.000 Plätze bietet, mit dem Colosseum des antiken Rom. Heimspiele des lokalen Fußballclubs ziehen durchschnittlich 1000 Fans an.

Mediathek: WM-Spielstätten - modern und unnötig
Das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro wurde für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 1950 gebaut. Jetzt kommt der Arena 2014 in Brasilien erneut eine wichtige Rolle zu.  © reutersDas Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro wurde für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 1950 gebaut. Jetzt kommt der Arena 2014 in Brasilien erneut eine wichtige Rolle zu.
Die Fußball-Arena Amazônia in Manaus liegt im weltweit größten zusammenhängenden Waldgebiet. Beim gesamten Stadionbau wurde geachtet auf  Nachhaltigkeit. © reutersDie Fußball-Arena Amazônia in Manaus liegt im weltweit größten zusammenhängenden Waldgebiet. Beim gesamten Stadionbau wurde geachtet auf Nachhaltigkeit.
Das Estadio Nacional Mané Garrincha in Brasilia ist eines der beeindruckendsten Stadien und das zweitgrößte der Fussball-Weltmeisterschaft 2014. © dpaDas Estadio Nacional Mané Garrincha in Brasilia ist eines der beeindruckendsten Stadien und das zweitgrößte der Fussball-Weltmeisterschaft 2014.

Milliarden für die Galerie
Auch der Umbau von Rios berühmten Maracana-Stadion riss die Milliarden-Reais-Grenze und das Eröffnungsstadion in Sao Paulo wird das nach Medienberichten wohl ebenfalls tun.

Die Kosten für Infrastrukturprojekte im Kontext der WM - etwa im öffentlichen Nahverkehr und für Flughäfen - belaufen sich auf 14,4 Mrd. Reais. Damit kann das Land perspektivisch schon eher etwas anfangen. Doch auch hier vermutet eine Mehrheit der Brasilianer, dass viel Geld für teure Prestigebauten verplempert wurde, mit denen sich ihre Regierung gerne schmücken möchte.

Von der versprochenen Generalüberholung der maroden Infrastruktur, mit der sich die Brasilianer tagtäglich herumschlagen, ist wenig zu sehen. Es wird viel für die Galerie geplant. Je teurer, komplexer und moderner die geplanten Nahverkehrssysteme sind, desto häufiger scheitern sie. In Manaus, zum Beispiel, wo die anschwellende Blechlawine den Verkehr zum Erliegen bringt, sollte eine schickes Straßenbahnsystem für Linderung sorgen. Daraus wird nichts, aus Sorge um historische Stätten. Für ein alternatives Bus-Transit-Netz fehlte kurz vor der WM die Zeit und auch das Geld.

Die Copa und die Wirtschaft
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Die 20. Fußball-Weltmeisterschaft wird eine der teuersten der Geschichte. Brasilien hofft, dass sich die Copa auch wirtschaftlich bezahlt macht. Doch Ökonomen haben da so ihre Zweifel.
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