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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© dpa Lupe
Der goldhungrige Drache
Analyse von Bernhard Klinzing - Teil 1
Der Markt für Gold ist speziell, sehr speziell. Gut, dass makro einen echten Spezialisten an Bord hat. Bernhard Klinzing sagt: Wichtig sind die Notenbanken, die Hochzeiten und, klar, die Chinesen. Und die finstren Mächte.
makro-Studiogast Bernhard Klinzing vom Frankfurter Börsenbrief gibt hier für unsere goldinteressierten Zuschauer einen Überblick über den Goldmarkt: Welche Faktoren bestimmen den Goldpreis? Wie bedeutsam ist der Einfluss Chinas und welche Rolle spielen die mächtigen Bullion Banken?

Gold ist auf den ersten Blick ein nutzloses Metall. Es hat zwar ein paar interessante Eigenschaften, zum Beispiel Resistenz gegen Säuren. Es lassen sich aus wenig Gold robuste Drähte herstellen. Einige Wellen werden von Gold optimal reflektiert (was man sich zum Beispiel bei Mondmissionen zu Nutze gemacht hat). Beim Zahnersatz ist Gold das perfekte Metall.

Allerdings ist Gold für eine großflächige industrielle Nutzung viel zu teuer. Nicht aber zu selten! Silber komme in der Natur beispielsweise viel seltener vor, so Klinzing, kostet aber nur einen Bruchteil des Goldpreises (ca. 65:1). Die Hälfte der Silber-Förderung wird industriell verwertet. Beim Gold spielt dieser Faktor eine zu vernachlässigende Rolle.

Der Goldbesitz wirft zunächst keine Rendite ab, keine Zinsen, keine Dividenden. Das eingesetzte Kapital arbeitet nicht, wie bei alternativen Asset-Klassen wie z.B. Immobilien, die laufend Kapital abwerfen. Viele Kommentatoren sind entsprechend kritisch gestimmt für das Gold und sehen die mangelnde Rendite als Grund, auf keinen Fall Gold zu kaufen. Wer diesem Rat folgte hat im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts - und auch im laufenden Jahr - eine der kräftigsten Wertsteigerungen über alle Vermögensklassen verpasst.

Was bewegt den Goldpreis?
Das Dreieck der wichtigsten Einflussfaktoren, sagt Klinzing, bestehe aus China, Indien und den Notenbanken. Die beiden asiatischen Länder vereinten bereits mehr als die Hälfte der weltweiten Goldnachfrage auf sich, Tendenz steigend. Gold hat dort, in Ermangelung sozialer Sicherungssysteme, als Versicherung einen ganz anderen Stellenwert als in Europa. Zu Hochzeiten und anderen wichtigen Anlässen wird es gerne verschenkt.

Indien hat die Einfuhren reglementiert, um die Außenhandelsbilanz in den Griff zu bekommen. Auf schwarzen Kanälen gelangt aber noch immer viel Gold in den Subkontinent. Die Abwertung der Rupie in den letzten Quartalen hat Gold aus der Perspektive indischer Konsumenten weiter verteuert. Die Nachfrage reagiert relativ elastisch. Zieht der Goldpreis an, geht sie zurück, gibt der Goldpreis nach, steigt die Nachfrage.

China: Der Appetit kommt beim Essen
China: Der Appetit kommt beim EssenÜber den Verbrauch in China hat das World Gold Council in diesem Jahr eine interessante Studie erstellt. Darin wird prognostiziert, dass der Verbrauch Chinas von derzeit 1132 Tonnen/Jahr bis 2017 auf 1350 Tonnen steigen werde. Das liegt vor allem an der Urbanisierung (inzwischen lebt die Hälfte der Bevölkerung in den großen Städten) und dem damit verbundenen Anwachsen des Mittelstands (Einkommen über 50.000 RMB, das sind etwa 5000 EUR).

Dieser soll von aktuell 300 Mio. auf 500 Mio. Menschen bis 2020 anwachsen. Chinesen sparen ein Drittel des verfügbaren Einkommens oder versorgen ihre Verwandten. Angesichts der kommenden demographischen Katastrophe auf Grund der Ein-Kind-Politik werden die Chinesen noch stärker auf Ersparnisse angewiesen sein. Da der Immobilienmarkt, der ebenfalls traditionell Vorsorge-Charakter hat, vor einem Kollaps steht, und ausländische Assets nur sehr beschränkt erworben werden dürfen, bleibe vor allem das Gold als Ziel der Altersvorsorge, so das World Gold Council.

Notenbanken auf der Kaufseite
Die Notenbanken waren in den letzten Jahren netto auf der Kaufseite. Im März gab es zwar ein paar Abgaben, aber grundsätzlich sorgt das Anschwellen der Papiergeldmenge wegen der Stimulierungsmaßnahmen der Notenbanken in den USA, Europa und Japan für Unbehagen - positiv für Gold.

Seit dem Washingtoner Abkommen von 1999, das die Goldverkäufe der Notenbanken reglementierte, hat sich ein stabiler Aufwärtstrend des Goldpreises entwickelt. Gold ist vor allem deshalb beliebt, weil es nicht wie Papier-Assets beliebig vermehrbar ist, sondern seinen Wert erhält.

Allerdings stimmt das Image des Inflationsschutzes auch nicht immer. In der größten Inflation in der Weimarer Republik beispielsweise waren Aktien ein noch besserer Inflationsschutz als Gold. Empirisch hilft dem Gold auch nicht so sehr eine hohe Inflationsrate zu steigenden Bewertungen, sondern eine niedrige oder negative Realverzinsung (Nominalzinsen minus Inflation) von Kapital.

Sendedaten
Freitag, 9. Mai 2014, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.25 Uhr
Gold: Reden Sie mit!
© finanzen100Wie viel Sicherheit bietet Gold heutzutage tatsächlich noch? Studiogast Bernhard Klinzing rechnet in Zukunft wieder mit einem steigenden Goldpreis - vor allem wegen der wachsenden Nachfrage aus Asien. Diskutieren Sie mit!
Thema der Sendung: Gold
© dpaMythos Gold
Kein Metall übt auf uns Menschen so große Anziehungskraft aus wie Gold. Es steht für Sicherheit und Stabilität, gilt als Krisenwährung und Rettungsanker. Und um kein Metall gibt es so viele Spekulationen und Verschwörungstheorien.
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Rohstoffe
Charts: Gold in USD
© goldprice.orgDie Entwicklung des Goldpreises über verschiedene Zeiträume finden Sie auf der Seite von goldprice.org.
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Goldmarkt: Eine Analyse