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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Inderin mit Goldmünze: Schmuck für die Braut © dpa Lupe
In Indien ist Gold immer noch das traditionelle Hochzeitsgeschenk.
Inder ignorieren Importverbot
Schmuck für die Braut
Fast ein Fünftel des globalen Goldangebots geht ausgerechnet in das Land mit den meisten Armen. Man mag es kaum glauben, aber Indien ist nach China der größte Goldkäufer der Welt.
Bombay ist Megacity und Moloch zugleich. 17, 19 oder vielleicht schon 20 Millionen Einwohner leben hier. Die Metropole ist das Synonym für selbstverdienten Wohlstand und abgrundtiefes Elend.

In den Slums der Stadt leben die Menschen mit und vom Müll. Dennoch hat - nach China - keine andere Nation der Welt mehr Hunger nach Gold. Indien ist süchtig nach dem gelben Metall. Vor allem Indiens Frauen. In kaum einem anderen Land betreiben Brauteltern mehr Aufwand bei der Verheiratung ihrer Töchter. Das spezielle Verhältnis der Inder zu Gold ist tief in der hinduistischen Kultur verwurzelt.

Klotzen, nicht kleckern
Üppiger Brautschmuck gehört zu jeder indischen Hochzeit einfach dazu. Davon leben ganze Juwelier-Tempel. Die traditionelle indische Hochzeitssaison von September bis März spürt der internationale Goldhandel jedes Jahr. Die große Nachfrage aus Indien lässt weltweit die Preise steigen.

Wenn in Indien eine Tochter verheiratet wird, kann kein Brillant zu üppig, kein Aufwand zu groß, kein Kleid zu teuer sein. Die Vorbereitungen dauern oft monatelang. Bis ins kleinste Detail werden Stoffe ausgesucht und Schnitte begutachtet. Bei standesgemäßen indischen Hochzeiten geht es eben nicht einfach nur um die Vermählung zweier Menschen.

Gold ist soziales Auffangnetz
Hochzeiten stellen vor allem Status und Wohlstand der beiden Familien zur Schau. Wer es sich leisten kann, feiert mit tausenden Gästen. Eine Mitgift für Indiens Frauen ist heute offiziell verboten. Wenn der Bräutigam in die Familie der Braut aufgenommen wird, erhalten er und seine Familie stattdessen üppige "Geschenke".

Das Gold ist ihr soziales Auffangnetz. In der Mittelschicht sind das vielleicht hundert Gramm, bei reichen Leuten schon mal fünf Kilo. Indien ist vermutlich das Land mit den größten privaten Goldreserven.

Und diese Reserven steigen weiter. Die Versuche der indischen Regierung, die Leistungsbilanz wieder ins Lot zu bringen, indem Goldimporte limitiert werden, kann den Trend nicht stoppen. Das Edelmetall kommt jetzt einfach auf illegalem Wege ins Land.

Währung fürs Leben
Selbst zu Boomzeiten an Bombays Börse vertrauten die Inder lieber dem Edelmetall als Bankern und deren Investments. Gold bringt Glück. Dem Beschenkten so sehr wie dem Schenker, sagt man.

Das gilt auch für die Götter: Mit Gold- und Blumengeschenken bedanken sich die Gläubigen für die Segnungen der Gottheit. Die Kinderlosen beten für Nachwuchs, die Kranken für Heilung und verhelfen den Tempeln so zu beträchtlichem Reichtum. Für Millionen Inder gilt Gold als Schmuck, Geldanlage und Glücksbringer zugleich. Eine Währung fürs ganze Leben.

Sendedaten
Freitag, 9. Mai 2014, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.25 Uhr
Gold: Reden Sie mit!
© finanzen100Wie viel Sicherheit bietet Gold heutzutage tatsächlich noch? Studiogast Bernhard Klinzing rechnet in Zukunft wieder mit einem steigenden Goldpreis - vor allem wegen der wachsenden Nachfrage aus Asien. Diskutieren Sie mit!
Thema der Sendung: Gold
© dpaMythos Gold
Kein Metall übt auf uns Menschen so große Anziehungskraft aus wie Gold. Es steht für Sicherheit und Stabilität, gilt als Krisenwährung und Rettungsanker. Und um kein Metall gibt es so viele Spekulationen und Verschwörungstheorien.
Info
© goldprice.orgDass Gold in Indien einen so hohen Stellenwert hat, ist nicht nur der hinduistischen Tradition zu verdanken, sondern hat auch handfeste finanzielle Hintergründe. Die indische Rupie (INR) ist nicht gerade als Hartwährung bekannt. Die Geldentwertung über die letzten Jahrzehnte war enorm. Laut goldprice.org kostete eine Unze Gold Anfang 1971 etwa INR 250. Heute muss man etwa INR 80.000 berappen. Wohl dem, der seine Rupien in Gold getauscht hat. Hätte ein Inder damals eine Goldmünze gekauft, so hätte er heute den Gegenwert von ca. 940 Euro. Hätte er damals seine Rupien unter der Matratze versteckt, könnte er sich davon heute ein Eis kaufen. Aber nur ein kleines.
Charts: Gold in indischer Rupie