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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Sein letzter Trumpf: Hollandes Agenda © reuters Lupe
Präsident François Hollande startet einen Wiederbelebungsversuch der französischen Wirtschaft.
Sein letzter Trumpf
Hollandes Agenda
François Hollande stehen die Sorgenfalten im Gesicht. Nach der missratenen Kommunalwahl versucht er einen Neustart: neuer Premier, neue Regierung, neues Programm. Es erinnert an Schröder light.
Es war eine heikle Sache und sie hätte für den neuen französischen Premierminister Manuel Valls auch schiefgehen können. Doch am Dienstagabend stimmte die Nationalversammlung für das umstrittene Sparpaket, das Valls vorgelegt hat. 50 Milliarden Euro weniger Ausgaben bis 2017. Ein enormes Sparvorhaben, das man in Frankreich so nicht kennt. Entsprechend groß ist die Ablehnung. Doch anders wird es wohl nicht gehen.

Frankreich lebt seit Jahren schon über seine Verhältnisse und schafft es einfach nicht, die Neuverschuldung unter die von Brüssel vorgesehenen 3% der Wirtschaftsleistung zu drücken. Ab 2015 will das die Regierung endlich wieder hinbekommen und allein dafür muss sie sparen. Zweimal hat Brüssel den Franzosen schon mehr Zeit gegeben, ein drittes Mal wird es bei der Neuverschuldung keine Nachsicht geben. Das weiß auch der neue Premierminister: "Die Verschuldung ist eine der höchsten in Europa, das ist ein Rekord, den wir uns nicht leisten können."

Die Kassen sind leer
Doch um die Verschuldung dauerhaft in den Griff zu kriegen, braucht Frankreich dringend mehr Steuereinnahmen. Und die gibt es nur, wenn die Wirtschaft anzieht und neue Arbeitsplätze entstehen. Gerade das aber ist alles andere als einfach.

Seit fast zwei Jahren ist François Hollande jetzt im Amt. Angetreten Mitte Mai 2012 mit dem Versprechen, Frankreich "wirtschaftlich wieder aufzurichten". Daraus aber ist bislang nichts geworden. Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise und die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie nie. Es gibt die Befürchtung, dass Frankreich dafür von den Kapitalmärkten bald mit hohen Zinsen bestraft werden könnte. Sollte das passieren, sähe es düster aus für die Eurozone.

Frankreichs Problem sind vor allem die Unternehmen, die wenig wettbewerbsfähig sind und auf dem Weltmarkt nicht mehr wirklich mithalten. Im Wettbewerbsranking des Weltwirtschaftsforums steht selbst Saudi-Arabien besser da als Frankreich.

Schröder light
Präsident Hollande will das ändern und hat schon Anfang des Jahres den sogenannten "Verantwortungspakt" ausgerufen, der die enorme Abgabenlast für Unternehmen deutlich senken will, als Gegenleistung aber neue Jobs fordert. So ein kleines bisschen von Gerhard Schröders Agenda 2010, die in Frankreich allerdings ziemlich verpönt ist.

"Dadurch werden Arbeitsplätze entstehen", sagt Guy Maugis, Präsident von Bosch in Frankreich. "Aber nicht sofort. Deutschlands Agenda 2010 hat gezeigt, dass es vier bis sechs Jahre dauert, bis man Ergebnisse sieht."

Zeit, die Frankreich nicht wirklich hat. Erschwerend kommt hinzu, dass François Hollande der Rückhalt bei den Franzosen fehlt. Er ist so unbeliebt wie kein anderer Präsident vor ihm. Bei den Kommunalwahlen im März haben seine Sozialisten eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Als Antwort darauf hat Hollande die gesamte Regierung ausgetauscht.

Manuel Valls - der Neue soll's richten
© reuters Lupe
Frankreichs neuer Prmierminister Manuel Valls gilt als durchsetzungsstark. Eine Eigenschaft, die er gut wird gebrauchen können.
Der neuer Premierminister Manuel Valls gilt als der neue Hoffnungsträger, ihm trauen viele zu, Reformen tatsächlich in Gang zu bringen. Auch wenn sein Kurs gerade in den eigenen Reihen nicht unumstritten ist. Bei seiner Antrittsrede im Parlament Anfang April traf er einen wunden Punkt: "Zuviel Leid, zu wenig Hoffnung", sagte er, "das ist die Lage Frankreichs."

Bei der Abstimmung über das Sparpaket vor drei Tagen hat Manuel Valls das Parlament hinter sich gebracht. Doch jetzt muss das Programm umgesetzt und von der Bevölkerung getragen werden. Die härtesten Zeiten stehen Manuel Valls und François Hollande noch bevor.

Sendedaten
Freitag, 2. Mai 2014, 21.00 Uhr
Frankreich: Reden Sie mit!
© AlstomWarum steht Deutschland wirtschaftlich so viel besser da als Frankreich? Braucht unser Nachbar eine Agenda 2010 nach deutschem Vorbild? Diskutieren Sie mit!
Thema der Sendung: Frankreich
Frankreichs Misere
Die Wirtschaft ist abgehängt, die Arbeitslosigkeit hoch, die Leute wütend. Um Präsident Hollande ist es einsam geworden. Jetzt tut er, was er nie wollte: Er schrödert. Wenigstens ein bisschen.
Alstom, Siemens, General Electric
© AlstomDer Übernahmepoker
Als die Katze aus dem Sack war, brach Hektik aus. Die Katze ist in diesem Falle das Übernahmeangebot des amerikanischen Industrieriesen General Electric an die französische Alstom. Für die französische Politik ist es ein Albtraum.
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Europa
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