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Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Bankenunion: Chef-Aufseher EZB - Video ansehen © dpa Video
Bisher waren sämtliche Stresstests europäischer Banken das Papier nicht wert, auf dem sie standen. Jetzt übernimmt die EZB die europäische Bankenaufsicht.
Chef-Aufseher EZB
So funktioniert die neue Bankenunion
Nach fünf Jahren Hängepartie wird auch in Europa endlich die Kernfrage unseres Finanzwesens gestellt: Was taugen die Bilanzen der Banken? Prüfen soll dies die EZB. Ziel sind klare Verhältnisse. Endlich.
Danièle Nouy soll künftig die Banken in Schach halten. Dafür bringt sie jahrzehntelange Erfahrung mit. Zuletzt leitete sie die Finanzaufsicht in Frankreich. Seit diesem Jahr ist die 63-jährige Chefin des "Einheitlichen Bankenaufsichtsmechanismus" (SSM - Single Supervisory Mechanism) der EZB.

Von den 6000 europäischen Banken wird Nouy in erster Linie die systemrelevanten und größten ins Visier nehmen. 128 Banken stehen auf der Liste. Die werden gerade - noch bevor es im November 2014 richtig losgeht - mit Hilfe der nationalen Aufseher einer umfassenden Bewertung unterzogen (Comprehensive Assessment).

Reinen Tisch machen
Die EZB soll bei der Bewertung der Bankbilanzen endlich reinen Tisch machen. Danièle Nouy sagte dazu bei einer Anhörung vor EU-Parlamentariern, es sei für die Aufsichtsbehörde entscheidend, gleich von Anfang an die richtigen Signale zu setzen, um für den Bankensektor sofort einen soliden Ruf herzustellen. Das ist ein wichtiger Punkt. Siehe dazu auch unseren Blog-Eintrag zu den Zombie-Banken in der rechten Spalte.

Die aktuelle "umfassende Bewertung" besteht aus drei Teilen: einer Risikoprüfung, die bereits abgeschlossen ist, einer Bilanzprüfung, die gerade läuft und schließlich einem Stresstest, der noch kommt. Dessen Szenarien stehen noch nicht endgültig fest. Es gilt aber als sicher, dass besonders heikle Positionen in den europäischen Bankhäusern wie mögliche Kreditausfälle und ein Preisverfall von Staatsanleihen dabei sein werden.

Was ist "risikofrei"?
Äußerungen von Danièle Nouy vor Mitgliedern des europäischen Parlaments legen nahe, dass Staatsanleihen künftig vielleicht nicht mehr als "risikofrei" durchgehen. Allerdings ist das nicht allein Sache der Bankenaufsicht. Hier sind die Regulierer gefragt, vor allem die Politiker.

Für "risikofreie" Investments müssen Banken nämlich keine Sicherheiten vorhalten, weshalb das Kriterium "risikofrei" bei Banken besonders beliebt ist. Was bei Politikern besonders beliebt ist, ist das Schulden machen (Staatsanleihen herausgeben). So haben Banken und Politik in großer Einhelligkeit Staatsanleihen das Prädikat "risikofrei" verpasst.

Es gibt bereits konkrete Befürchtungen, dass sich bei der aktuellen Prüfung bei einigen Banken große Kapitallöcher auftuen. In der EZB will man aber offenbar klare Verhältnisse, bevor im November das eigentliche Mandat zur Bankaufsicht beginnt.

Große Baustelle
Noch ist die Organisation der neuen Bankenaufsicht eine Baustelle. Aber es bleibt nicht viel Zeit. Bis spätestens Mai muss feststehen, wie sie organisiert werden soll. Geplant sind Teams aus Mitgliedern der Nationalen Aufsichtsbehörden wie der Bafin in Deutschland und dem Personal der EZB. Personal, das allerdings noch gesucht wird.

Bis zu 800 Kontrolleure und 200 Stellen in anderen Bereichen muss die EZB besetzen, wenn die Bankenprüfung ab November funktionieren soll. Bis dahin sollte auch der Neubau der EZB-Zentrale in Frankfurt fertig gestellt sein.

Entscheidend für das Gelingen der Bankenaufsicht wird sein, wie gut Nationale Aufseher und EZB zusammenarbeiten – oder ob nationale Partikularinteressen und Befindlichkeiten wie in der Vergangenheit die Oberhand gewinnen. Und welche konkreten Regeln für die Banken noch erarbeitet werden. Es ist in jedem Fall ein ambitioniertes Unternehmen. Selbst für die mächtige EZB.

Sendedaten
Freitag, 28. Februar 2014, 21.00 Uhr
Banken: Reden Sie mit!
© ARSENAL Filmverleih GmbHZocken Banken heute noch genauso hemmungslos wie früher? Dominieren irre Renditeformeln immer noch das Geschäft? Unser Studiogast, Martin Hellwig, antwortet mit einem Vergleich: Ein Laster mit giftigen Chemikalien fährt mit Tempo 140 durch eine Ortschaft. Das war vor der Finanzkrise. Heute fährt der Laster nur noch mit Tempo 130.
Thema der Sendung: Banken
Banken ohne Regeln?
Seit der Finanzkrise gibt es jede Menge neuer Regulierung, um den Banken das Zocken zu verleiden. Einerseits. Andererseits drängt sich der Verdacht auf, dass sich das Geschäftsmodell des too big to fail fest etabliert hat.
Hintergrund: Banken
© apDie Zombie-Banken
Wer sich fragt, warum der Aufschwung in Amerika an Fahrt gewinnt, während Europa noch halb im Koma liegt, der findet die Antwort im Gruselkabinett der Finanzgeschichte: Die Zombies sind los.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Irland
Irlands Auferstehung?
Irland hat als erster Krisenstaat den Rettungsschirm verlassen und finanziert sich wieder am Kapitalmarkt. Doch vergessen wir nicht: Die Iren werden noch viele Jahre bluten. Wegen eines großen Fehlers. (14.02.2014)