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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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Video ansehen © dpa Video
Diese Computergraphik zeigt die vier Verkehrsröhren, die unter dem Fehmarnbelt hindurchgeführt werden sollen.
Drunter statt drüber
Wer von Deutschland nach Kopenhagen will oder weiter nach Schweden, muss auf die Fähre warten. Das soll anders werden. Eine Brücke ist vom Tisch. Nach Bürgerprotesten gibt es jetzt einen Tunnel. Wegen des Lärms.
Alle paar Minuten begegnen sich die Ostsee-Fähren. Im Fehmarnbelt verkehren sie auch im Winter rund um die Uhr jede halbe Stunde. Und genau hier hat das kleine Dänemark Großes vor: Einen Mega-Tunnel nach Deutschland und damit endlich eine schnelle Verbindung von Kopenhagen nach Kiel. Was bisher noch mit der Fähre läuft, geht dann per Auto und Zug von Puttgarden auf Fehmarn nach Rodby auf der dänischen Insel Lolland.

Der 10-Minuten-Tunnel, so lange braucht ein Auto für die 17 Kilometer, hat neben den zwei Bahngleisen vier Fahrspuren. Baukosten: 5,5 Milliarden Euro. Die zahlt Dänemark komplett allein. Im Gegenzug hat sich Deutschland durch einen Staatsvertrag verpflichtet, für die Hinterland-Anbindung zu sorgen. Autobahn statt Bundesstraße und keine eingleisige Bahntrasse mehr, sondern zweigleisig für die ICEs und Güterzüge von Hamburg über Scharbeutz bis zum Tunnel auf Fehmarn. Zur Tunnel-Anbindung gehört auch eine durchgängige Autobahn.

Krach an der Küste
Das bringt Verkehrslärm ins Urlaubsparadies. Auf Fehmarn fühlen sich die Bürger von Politikern und Behörden übergangen. Anders als auf dänischer Seite wurden sie erst spät in die Planungen eingeweiht.

"Der Bau des Tunnels wird die Insel mit Sicherheit beeinträchtigen", befürchtet Hendrik Kerlen vom Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung. "Vor allem durch den Bahnlärm der Güterzüge. Wenn hier 78 Güterzüge pro Tag über die Insel donnern, dann wird das sehr starke Einflüsse haben. Die Idylle ist hin."

© Deutsche Bahn AG Lupe
Unter dem Fehmarnberlt soll ein Tunnel gebaut werden. Über den Öresund zwischen Kopenhagen und Malmö spannt sich schon seit einigen Jahren eine gigantische Brücke.
Bürgerproteste gibt es seit Jahren in den Ferienorten entlang der Ostsee. Die Einwohner wehren sich gegen die Zunahme des Verkehrslärms.Die größte Sorge sei die langfistige Schädigung der Bevölkerung durch stetig anschwellende Lärmbelastung, sagt Michael Hauberg, ein Anwohner in Scharbeutz. "Nicht unbedingt unsere Generation, sondern die Generation, die nach uns kommt."

Vor allem die vielen Güterzüge, die nach den Planungen der Deutschen Bahn dann Tag und Nacht durch Wohngebiete fahren, sind ein großes Ärgernis. "Unsere Forderung war es zum Beispiel, den Güterverkehr und den Personenfernverkehr an die Autobahn zu verlegen", erzählt Volker Owerin, der Bürgermeister von Scharbeutz. Dann könne man den Lärmschutz für Autobahn- und Zugtrasse gemeinsam umsetzen und die Bestandstrasse für den Nahverkehr beibehalten.

Vorbild Dänemark
Nach den unzähligen Bürgerprotesten prüft die Deutsche Bahn jetzt genau solch eine Alternative, den Bau einer Schienentrasse entlang der Autobahn A1. In Dänemark wären solche Alternativen schon viel früher mit Bürgern diskutiert worden. Das kleine Land gilt in Europa als das große Vorbild, wie man Großprojekte bürgernah umsetzt. Hier können die Deutschen von den Dänen noch viel lernen.

In Lolland freuen sich die Einwohner auf den Tunnel und auf viele neue Arbeitsplätze auf beiden Seiten. "Wir hoffen, dass wir in 2021 ein Teil einer großen Wachstumsregion sein werden", sagt Peter Lundhus, Geschäftsführer der dänischen Projektgesellschaft Femers A/S.

Denn statt der Fähre gibt es für Autos und Züge dann den schnellen Mega-Tunnel unter dem Fehmarnbelt, eines der größten Infrastrukturprojekte in Europa.

Höher - Weiter - Teurer: Reden Sie mit!
© dpa
Woran liegt das eigentlich, dass Deutschland kaum ein großes Bauprojekt auf die Reihe bekommt? Unser Studiogast, Prof. Klaus Beckmann, sagt: Die Planungsphasen von Großprojekten sind einfach nicht gründlich genug.
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Sendedaten
makro
"Infrastruktur - Deutschland zerbröselt"

Freitag, 7. Februar 2014, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Infrastruktur
Deutschland zerbröselt
Schlechte Infrastruktur kostet Wachstum. Da hat auch Deutschland zuletzt geschlampt: Straßen, Flughäfen, Glasfaserkabel, Bahnhöfe - und immer gibt es Ärger. Vor allem bei den Kosten. Und beim Zeitplan. Und natürlich gilt: Nicht vor meiner Haustür!
Infrastruktur
© dpaDer letzte Schrei
Man wundert sich schon. Da stand noch nie soviel Geld für Infrastruktur bereit und trotzdem klagen wir über marode Straßen oder den schleppenden Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Internet. Doch zunächst ein Blick hinaus in die Welt. Da ist Infrastruktur nämlich der letzte Schrei!
Ständiger Geräuschpegel
Lärm macht krank
Bereits ein niedriger Lärmpegel von 40 Dezibel in der Nacht lässt laut einer Studie des Umweltbundesamts (UBA) das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten deutlich ansteigen.
Schwerpunkt
Verkehr & Logistik
Schwerpunkt
Infrastruktur & Bau
Fehmarnbelt