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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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© ap Lupe
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist schon in viele Fettnäpfe getreten und einfach weitermarschiert. Der Prozess in München könnte diese Serie beenden.
Letzte Runde
Bernie Ecclestone, der große Zampano der Formel 1, hat ein echtes Problem. Er soll Schmiergeld in Millionenhöhe an Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky gezahlt haben. Jetzt kommt es zum Prozess. Drücken kann er sich nicht.
Vor einem Gericht in München wird Bernie Ecclestone, dem mächtigen Boss der Formel 1, Ende April der Prozess gemacht - wegen Korruption. Den Saal kennt er schon. 2011 hatte Ecclestone hier ausgesagt - als Zeuge im Prozess gegen den Ex-Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky. Der ist zu achteinhalb Jahre Gefängnis verurteilt worden. Er hat ausgesagt, dass Ecclestone ihn bestochen habe.

"In diesem Zusammenhang wird Herrn Ecclestone zum einen Bestechung und zum anderen Anstiftung zur Untreue zur Last gelegt", erläutert die Gerichtssprecherin Andrea Titz. "Es sollen 45 Mio. US-Dollar geflossen sein."

Sumpf der BayernLB
Ecclestone war 2005 in engem Kontakt mit dem Banker Gerhard Gribkowsky. Regelmäßig traf man sich auf der Rennstrecke. Die Bayerische Landesbank besaß damals große Anteile an der Formel 1, und Gribkowsky sollte sie verkaufen. Ecclestone soll ihm Schmiergeld gezahlt haben, damit beim Verkauf sein Wunschkandidat zum Zug kommt.

Dass Gribkowsky Millionen von Ecclestone bekommen hat, ist unbestritten. Allerdings betont Gribkowskys Ex-Anwalt, die 45 Mio. Dollar seien für Formel-1-Verhältnisse Peanuts. Auch wenn Otto-Normalverbraucher das sicher anders sehe.

Ecclestone aber weist die Bestechungsvorwürfe zurück. Er habe zwar Geld an Gribkowsky gezahlt, aber nur weil der ihn erpresst habe. In einem Zeitungsinterview gibt er sich kämpferisch: Ihm gehe es darum, seine Unschuld zu beweisen. Deshalb werde er im Falle eines Bestechungsprozesses auch nach München kommen.

"Ecclestone in der Formel 1 nicht mehr tragbar"
Der Prozess könnte das Lebenswerk des 83-Jährigen zerstören. Bernie Ecclestone hat die Formel 1 vor 30 Jahren quasi erfunden. Er machte den Rennsport zum Milliardengeschäft und sich selbst zum Milliardär. Doch jetzt könnte er für Anteilseigner der Formel 1, für Konzerne wie Daimler oder Ferrari, zum Problem werden.

"Ich halte Herrn Ecclestone in der Formel 1 nicht mehr für tragbar", meint Prof. Gunther Friedl, Wirtschaftswissenschaftler an der Technischen Universität München. "Aber das müssen letztendlich die Anteilseigner der Formel 1 beurteilen. Wenn die Reputation dieser Unternehmen schaden nimmt, dann können sie erhebliche finanzielle Folgen haben."

Letzte Ausfahrt München
Auch für Bernie Ecclestone kann der Skandal erhebliche finanzielle Folgen haben. Die BayernLB will 400 Mio. Dollar Schadenersatz, weil sie für ihre Formel-1-Anteile damals mehr Geld hätte bekommen können. Doch um Geld geht es dem Milliardär nicht. Eine Verurteilung fürchtet er viel mehr.

In diesem Falle habe Ecclestone mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe zu rechnen, sagt Thomas Pfister, Fachanwalt für Strafrecht. "Er muss sich überlegen: Stelle ich mich dem Verfahren, oder verlasse ich den Rest meines Lebens nicht mehr meine Heimat."

Wenn sich Ecclestone weigert, wieder nach München zu kommen, könnte das Gericht wenig ausrichten. Denn ausliefern würde ihn Großbritannien nicht. Auf den Rennstrecken dieser Welt könnte er dann aber auch nicht auftauchen. Im Ausland würde er sofort festgenommen. Ecclestone wird sich also dem Prozess Ende April stellen müssen.

Sendedaten
makro
"Korruption im Sport"

Freitag, 31. Januar 2014, 21.00 Uhr
Thema der Sendung: Korruption
Korruption im Sport
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