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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Politik: In der Sackgasse © dpa Lupe
Ex-Präsident Mursi und seine Muslimbrüder haben in der ägyptischen Bevölkerung immer noch viele Anhänger.
In der Sackgasse
Was vor fast drei Jahren hoffnungsvoll als Arabischer Frühling begann, ist im Keim erstickt. Heute regieren Ausnahmezustand und Gewalt. Dabei entstehen ganz erstaunliche Allianzen.
Vier Finger recken Mursis Anhänger, die Muslimbrüder, in die Luft. Es ist das Rabaa-Zeichen zur Erinnerung an das Massaker vor der Rabaa-Moschee im August in Kairo, bei dem hunderte von Menschen ums Leben kamen als Protestlager der Muslimbrüder gewaltsam geräumt wurden. Diese vier Finger zeigen auch: Wir sind da, kampfbereit - obwohl die Muslimbruderschaft inzwischen verboten, ihr Vermögen eingefroren ist. Ihre Anhänger sind ohnmächtig vor Wut. "Das ist doch keine Demokratie. Die Polizei und das Militär haben uns unsere Freiheit geraubt", sagt eine Demonstrantin.

Von Frühling zu Herbst? - Reden Sie mit!

Wenige Kilometer entfernt feiert die Gegenseite ihren Helden: General Sisi. Sie sind überzeugt, er habe sie vor einer Diktatur der Muslimbrüder bewahrt. Jetzt sammeln sie Unterschriften, damit Sisi, der Mann, der Ex-Präsident Mursi stürzte, neuer Präsident wird: "Die Muslimbrüder haben Ägypten terrorisiert. Nur Sisi kann das Land retten."

Unversöhnliche Fronten
Während die einen stolz ihren Helden feiern, schauen Mursi-Anhänger wütend zu, recken die vier Finger nach oben zum Protest. Aus Nachbarn, aus Geschäftspartnern, sind regelrecht Feinde geworden - seit dem Sturz Mursis eskalieren Hass und Gewalt. Die neuen, selbst ernannten Machthaber bekommen die Lage nicht in den Griff. Nie in den vergangenen Jahren war das Land so zerrüttet, so polarisiert, so geschwächt. Ein Ausnahmezustand - nicht nur im übertragenen Sinne. Seit Monaten schränkt der Ausnahmezustand bürgerliche Freiheiten massiv ein - und wurde gerade bis November verlängert.

Bis dahin soll auch eine neue Verfassung ausgearbeitet sein. Diese Verfassung und Neuwahlen, die wohl irgendwann 2014 stattfinden, sollen ermöglichen, was Ägypten seit Jahren anstrebt: politische Stabilität, Demokratie, Reformen, Bildung, Aufbau der Wirtschaft, friedliches Miteinander. Noch aber sind diese Ziele weit weg von der Realität.

Saudis gegen Muslimbrüder
Auch der Westen mischt sich ein, um die Lage in Ägypten zu beeinflussen: Europa denkt seit Monaten über Repressalien nach - die USA greifen nun ein: Sie kündigten an, ihre jährlichen Militärhilfen für Ägypten von 1,5 Milliarden Dollar zu kürzen. Ob sie die Zahlungen wieder aufnimmt, macht die Supermacht von demokratischen Fortschritten in Ägypten abhängig, doch einige Golfstaaten sichern bereits finanziellen Ausgleich zu - im ganz eigenen Interesse:

"Die drei Golfstaaten Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate", sagt Dr. Stephan Roll, Ägypten-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, "haben Interesse, dass der politische Islam in Ägypten nicht in die Regierungsverantwortung geht, weil sie die islamische Opposition in ihren eigenen Ländern fürchten. Sie setzen deshalb klar auf das Militär."

Und so greifen Hass und Gewalt weiter in einem Ausmaß um sich, als hätte es die Revolution im Januar 2011 nicht gegeben. Das Ausland ist - Repressalien hin oder her - bisher weitgehend machtlos. Und Ägyptens Weg in eine Demokratie ist noch lang.

Sendedaten
makro
"Ägypten in der Krise"

Freitag, 18. Oktober 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Ägypten
Ägypten in der Krise
Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Ägypten. Doch die Unruhen halten Besucher fern und sind Gift für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes am Nil. Die Lage ist total verfahren.
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Rückzugsraum für Despoten wie Mugabe in Simbabwe. Der letzte verkannte Binnenmarkt, Aufbruch, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.