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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Der Boden links und rechts des Nils ist fruchtbar. Das Problem: Hier siedeln auch die 80 Mio. Einwohner des Landes.
Hoffnungslos veraltet
Vom Staat hochsubventioniert, ist Brot in Ägypten nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern auch Überlebensration für alle, die sich mehr nicht leisten können. Und das ist die Mehrheit der Bevölkerung.
Der Brotpreis ist ein Politikum. "Wenn der normale Ägypter sich sein täglich' Brot nicht mehr leisten kann, garantiere ich ihnen, dass die Menschen auf die Straße gehen, und notfalls mit Gewalt dafür kämpfen, dass Brot wieder erschwinglich wird. Und das weiß jede Regierung", sagt ein Mann auf Kairos Straßen.

Trotz all der fruchtbaren Böden entlang des Nil ist Ägypten der größte Getreideimporteur der Welt und wird es wohl auch bleiben. Reich ist mit Ackerbau und Viehzucht hier noch niemand geworden. Der Staat subventioniert zwar das Brot, die Bauern aber lässt er mit veralteter Technik, oft überholten Anbaumethoden und einer kaum entwickelten Infrastruktur allein.

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Es fehlt an Wasser und Infrastruktur
"Nehmen sie Wasser als Beispiel", sagt Landwirt Mohammed Radhi. "Jeder Bauer braucht Wasser für seine Felder, aber es gibt nicht genug. Jedem hier wäre geholfen, wenn die Verteilung des Wassers zentral geregelt würde, von einer Behörde".

Auf engstem Raum hält Mohammed sein Vieh. Als Stall dient ein fensterloser Verschlag, für mehr reicht das Geld nicht. Doch das Problem ist viel größer. Würde Kairo nicht nur das Brot, sondern die gesamte Landwirtschaft subventionieren, gäbe es bald keine Kredite mehr. Der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds sind die wettbewerbsverzerrenden Subventionen ohnehin ein Dorn im Auge.

Fließendes Wasser und auch Strom sind auf dem Land keine Selbstverständlichkeit. Früchte sind oft das einzige, was auf den Tisch kommt. Während der Zeit, als die Muslimbrüder das Sagen hatten, ist es mit Ägyptens Wirtschaft noch weiter bergab gegangen und die Preise sind explodiert.

Die Wüste erobert sich Land zurück
Landwirtschaftsexperte Karam Saber sieht ein weiteres Problem, das außerhalb Ägyptens oft gar nicht wahrgenommen wird. Denn Jahr für Jahr verschwinden riesige Flächen Agrarland - entweder, weil die Wüste es zurückerobert, oder weil auf diesem Land illegal gebaut wird.

Ein Beispiel dafür sind die Vororte von Kairo. Über Kilometer säumen die Gerippe halbfertiger, schwarz gebauter Häuser die Autobahn. Das Nachsehen haben die Bauern, deren Anbauflächen immer kleiner werden. Eine Chance sich zu wehren haben sie nicht. Die Verwaltung ist korrupt, die Justiz träge.

"Das Hauptproblem ist tatsächlich der Staat. Warum finde ich in keinem europäischen Supermarkt ägyptisches Obst oder Gemüse, sehr wohl aber Produkte aus Israel? Weil sich hier niemand kümmert." Davon ist Karam Saber überzeugt.

Sendedaten
makro
"Ägypten in der Krise"

Freitag, 18. Oktober 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Ägypten
Ägypten in der Krise
Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Ägypten. Doch die Unruhen halten Besucher fern und sind Gift für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes am Nil. Die Lage ist total verfahren.
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Rückzugsraum für Despoten wie Mugabe in Simbabwe. Der letzte verkannte Binnenmarkt, Aufbruch, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.
Schwerpunkt
Agrar