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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Der Euroretter
Kann EZB-Chef Mario Draghi den Euro retten? Im Moment sieht es ganz danach aus. Das Bemerkenswerte ist, dass eine bloße Ankündigung die Wende brachte. Einlösen musste Draghi sein Versprechen bislang nicht.
Er sorgt für historisch niedrige Leitzinsen und vergibt überaus günstige Kredite an Europas Banken. Den bislang größten Coup aber landete EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer 2012. Damals stiegen die Zinsen für Länder wie Italien oder Spanien auf den Finanzmärkten in immer neue Höhen und sie mussten für neue Kredite immer mehr zahlen. Eine Belastungsprobe für den Euro. In dieser Situation kündigte Draghi an, alles zu tun, um die gemeinsame Währung zu erhalten. Denn "der Euro ist unumkehrbar", sagt Draghi.

Schmilzt der Euro? - Reden Sie mit!

Er rief das Programm OMT ins Leben. OMT steht für Outright Monetary Transactions und heißt so viel wie "vorbehaltlose Geldgeschäfte". Dahinter verbirgt sich das Versprechen der EZB, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen. Nicht von den Staaten direkt, aber von privaten Investoren. Bislang hat die EZB das noch nicht getan. Allein die Ankündigung reichte aus, um die Märkte zu beruhigen - und die Kritiker vor dem Bundesverfassungsgericht gegen OMT klagen zu lassen. OMT, so der Vorwurf, sei keine Geldpolitik mehr, sondern Staatsfinanzierung, und die sei der EZB verboten.

Umstrittene EZB-Anleihenkäufe
VWL-Professorin Isabel Schnabel von der Uni Mainz sieht das anders. Die EZB habe innerhalb ihres Mandats prinzipiell die Möglichkeit, Staatsanleihen zu kaufen. Eine andere Institution wäre wohl kaum in der Lage gewesen, den Euro zu zusammenzuhalten. Risikolos sei das Ganze aber nicht: "Natürlich kann eine Situation kommen, in der die EZB tatsächlich Anleihen aufkaufen muss. Dann entstehen Verlustrisiken, die sich auch auf den deutschen Steuerzahler übertragen, denn Deutschland ist ja mit rund 27% am Kapital der EZB beteiligt. Und wenn der EZB Verluste entstehen, dann übertragen die sich auch anteilig auf Deutschland", gibt die Ökonomin zu bedenken.

Über OMT hat die EZB noch keine einzige Staatsanleihe gekauft. Anders sieht es aus, wenn man sich das Vorgängerprogramm SMP anschaut. SMP steht für Securities Markets Programme und kam zwischen 2010 und 2012 zum Einsatz. In diesem Zeitraum hat die EZB Anleihen von fünf Krisenländern gekauft. Den kleinsten Anteil machen irische Papiere aus, den größten italienische. Griechenland liegt im Mittelfeld. Insgesamt hält die EZB Staatsanleihen dieser fünf Länder im Wert von 209 Milliarden Euro.

Neue EZB-Aufgabe: Die Bankenaufsicht
Lange kannte man nur die Gesamtsumme und wusste nicht, aus welchen Ländern die Staatsanleihen stammen. Doch die EZB will ihr Handeln transparenter machen und bald auch darüber entscheiden, ob sie die Protokolle ihrer Ratssitzungen veröffentlicht. Vielleicht nicht die schlechteste Strategie, denn ab 2014 bekommt die Europäische Zentralbank eine weitere Aufgabe. Sie soll die Aufsicht über die 130 größten Banken im Euroraum übernehmen und sich in einem ersten Schritt die Bilanzen anschauen.

Ökonomin Isabel Schnabel rechnet damit, dass in den Büchern von Europas Banken noch erhebliche Risiken schlummern. Die Institute in Zukunft unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen, hält die Professorin für sehr sinnvoll. In einem Forschungsprojekt untersucht sie, ob diese Aufgabe dauerhaft von der EZB übernommen werden sollte. "Grundsätzlich sehe ich die Kombination von Geldpolitik und Bankenaufsicht durchaus kritisch und deshalb sollte meines Erachtens mittelfristig angestrebt werden, die Bankenaufsicht wieder aus der EZB herauszulösen und beispielsweise auf die neu zu schaffende Abwicklungsagentur für Banken zu übertragen", sagt Isabel Schnabel.

Um marode Banken abwickeln zu können, gibt es auf europäischer Ebene noch keinen einheitlichen Mechanismus. Es wird sich zeigen, welche Rolle die EZB überhaupt spielen kann, wenn sie feststellt, dass eine Bank keine Zukunft hat. Das ist wohl die nächste große Herausforderung für die Eurozone und die nächste auch für die EZB.

Sendedaten
makro
"Mission Eurorettung"

Freitag, 11. Oktober 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Eurorkrise
Mission Eurorettung
Es ist ein Jahr her, seit Mario Draghi die drei magischen Worte sprach: "whatever it takes" - die EZB werde alles Notwendige tun, um den Euro zu retten. Seitdem herrscht Ruhe im Karton. Und die Politik ist vom Haken.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.
Trendwende beim Euro
© finanztreffDer 3-Jahreschart des Euro gegenüber dem US-Dollar spricht eine deutliche Sprache. Am 26.07.2012 beendete Mario Draghis "whatever it takes"-Rede die Talfahrt des Euro. Seither gewinnen die Märkte wieder Vertrauen, das Kapital strömt in den Euro-Raum zurück.