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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© reuters Lupe
Griechenlands Wirtschaft bleibt eine Baustelle.
Hässliche Wahrheit
Die Politik ignoriert das Thema Schuldenschnitt in Griechenland nach Kräften. Davon wird der Schuldenberg aber nicht kleiner. Im Gegenteil, er wächst. Je klarer ein Schuldenschnitt ausfällt, desto besser.
Griechenlands Reformprogramm läuft - aber es läuft schleppend. 15.000 Beamte will das Land abbauen. Doch vielen Betroffenen wurde noch nicht einmal ordentlich gekündigt. Auch die Privatisierung von Staatsbetrieben, wie dem Hafen Piräus, stockt. Und noch immer schrumpft die Wirtschaft.

Zwar kommen wieder Touristen und lassen die Kassen klingeln, aber viele Griechen weigern sich noch immer Steuern und Abgaben zu zahlen. Die Folge: Die Einnahmen bleiben aus. Auch der gerade gelobte Haushalt, hat immer noch ein Defizit von fast drei Prozent.

Schmilzt der Euro? - Reden Sie mit!

Trotz mehrerer Hilfspakete ging die Verschuldung 2012 nur leicht zurück. In diesem Jahr steigt der Schuldenstand sogar auf einen neuen Höchststand von 179% der Wirtschaftsleistung. Die hohen Schulden belasten den griechischen Haushalt. Für 2014 und 2015 könnte das Land laut Internationalem Währungsfond (IMF) noch einmal 10 Mrd. Euro benötigen. Mindestens. Damit steht aber schon fest: Griechenland braucht ein weiteres Hilfspaket.

Schuldenschnitt ist unumgänglich
Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank geht noch weiter. Er meint, Griechenland braucht einen weiteren Schuldenschnitt: "Im günstigsten Fall wächst Griechenland leicht mit 3%", schätzt er. "Dann kommt man auf eine Schuldenquote von 150% in 2020, was immer noch über dem Zielwert von IMF und Europäischer Kommission liegt die von 120% ausgehen."

Damit ist Bielmeier in guter Gesellschaft. auch andere Experten sagen deutlich: Griechenland müssen Schulden erlassen werden, sonst bleibt das Land eine Dauer-Baustelle - trotz Reformen und soliden Wachstums. "Mindestens die Hälfte der Schulden müssten Griechenland erlassen werden", fordert Jörg Rocholl von der European School of Management. "Und selbst dann müsste man sicherstellen, dass die Einnahmen die Ausgaben übersteigen."

Private Gläubiger gaben bereits geblutet
Solch einen Schuldenschnitt hat es 2012 schon einmal gegeben. Damals mussten vor allem private Gläubiger auf insgesamt 100 Mrd. Euro verzichten. Investoren wandten sich von Europa ab. Deshalb könnte es jetzt die Staaten treffen. Auch Deutschland.

Henning Klodt vom Institut für Weltwirtschaft schätzt die Kosten für Deutschland bei einem Schuldenschnitt auf rund 28 Mrd. Euro. Das sei schon eine nennenswerte Größe, die auch haushaltswirksam würde. "Und die Pläne, dass die Schulden mit der Schuldenbremse runter gefahren werden sollen, wären dann erst einmal Makulatur", ergänzt Klodt.

Schäuble mauert noch
Deshalb lehnen die Bundesregierung und vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble einen Schuldenschnitt kategorisch ab. Stattdessen will Schäuble ein drittes Hilfspaket. Denn der Schuldenschnitt würde erstmals auch direkt den Bundeshaushalt belasten. Und damit auch deutsche Steuerzahler. Möglich wäre auch ein Kompromiss: Niedrigere Zinsen für Griechenland und mehr Zeit für die Rückzahlung. Ein Schuldenschnitt light.

DZ-Bank-Mann Bielmeier hält das im Prinzip für Augenwischerei. Eine Verschiebung von Einnahmen sei letztlich auch ein Verzicht auf Einnahmen: "Wir verlieren auf jeden Fall Geld. Entweder weil wir die Zinsen später bekommen als erwartet oder aber auch gar nicht."

Ob drittes Hilfspaket oder Schuldenschnitt - Griechenland wird noch länger die Hilfe aus Europa brauchen. Und es wird am Ende auch etwas kosten.

Sendedaten
makro
"Mission Eurorettung"

Freitag, 11. Oktober 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Eurorkrise
Mission Eurorettung
Es ist ein Jahr her, seit Mario Draghi die drei magischen Worte sprach: "whatever it takes" - die EZB werde alles Notwendige tun, um den Euro zu retten. Seitdem herrscht Ruhe im Karton. Und die Politik ist vom Haken.
Griechenlands Rettungspakete
Das 1. Rettungspaket für Griechenland aus dem Jahre 2010 hatte ein Volumen von 73 Mrd. Euro, davon 15 Mrd. Euro aus Deutschland. Das 2. Rettungspaket aus 2011/2012 hatte bereits ein Volumen von 164 Mrd. Euro, davon 68 Mrd. Euro aus Deutschland. Obwohl noch nicht alle Hilfsgelder an Griechenland überwiesen sind, ist bereits klar, dass weiterer Finanzierungsbedarf besteht. Der IWF hat seinen Anteil im 2. Rettungspaket deutlich gegenüber dem 1. Paket reduziert. Grund sind generelle Zweifel an der Schuldentragfähigkeit Griechenlands. AM liebsten hätte der IWF gar nicht mehr mitgemacht.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.
Expertenmeinung
LupeInterview mit Stefan Bielmeier
Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, erläutert, welche Chancen er der Griechenlandrettung einräumt. Kurz gesagt: Ohne Schuldenschnitt wird es nicht gehen. Im Euro sollten die Hellenen aber bleiben.