Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
1213
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
Navigationselement
Kroatien - Reif für die EU? © dpa Lupe
Kroatien - Reif für die EU?
Dass Kroatien der EU beitritt, ist eine politische Entscheidung. Ökonomisch sind die Fakten klar: Die Wirtschaft stagniert, die Korruption ist hoch, die Verschuldung auch.
Längst ist die Diskussion entbrannt, ob Kroatien wirklich reif ist für die EU und die EU reif für Kroatien. Seit fünf Jahren wächst die kroatische Wirtschaft nicht, die Korruption ist hoch, die Verschuldung ebenso.

Wie so oft in Europas Süden, haben auch in Kroatien 40 Prozent der jungen Menschen keine Arbeit. Zukunftsträchtige Wirtschaftszweige fehlen, der Tourismus allein kann es nicht richten. Gerade einmal 45 Prozent der Kroaten sind für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union, der Rest fürchtet, dass Kroatien dafür zu viele Zugeständnisse machen muss.

Kroatiens EU-Beitritt - Reden Sie mit!

Die Wettbewerbsfähigkeit ist so schwach, dass Kroatien im Ranking noch hinter Griechenland landet. Brüssel fordert deshalb deutliche Strukturreformen, hat aber grünes Licht gegeben für die Aufnahme des Landes. Hat Europa nichts gelernt aus dem Griechenland-Debakel?

Das 3sat-Wirtschaftsmagazin "makro" geht der Frage nach, ob Kroatien reif ist für die EU.

Industrie: Schwache Basis
© dpa
Zehn Jahre lang hat Kroatien auf den EU-Beitritt hingearbeitet. Doch das Land an der Adria hat eine schwache industrielle Basis und steckt in der Rezession. Wird Kroatien dem europäischen Wettbewerb standhalten können?
weiter ...

Vergangenheit: Lange Schatten
© ap
Schon vor dem Jugoslawienkrieg war Kroatien durch Jahrzehnte sozialistischer Misswirtschaft gezeichnet. Der Krieg selbst und dubiose Privatisierungen der Tudjman-Ära sind bis heute eine schwere Hypothek.
weiter ...

Interview mit Siniša Kušić
Video
Unser Studiogast, der Wirtschaftswissenschaftler Siniša Kušić, sagt, Kroatien stehe im Vergleich zu anderen Balkanländern wie Serbien, Bulgarien oder Rumänien noch recht gut da. Außerdem sei es wichtig für die EU, die Ränder Europas zu stützen.
weiter ...

Unternehmen: Honig, Wurst und Käse
© colourbox
Kroatien hat kaum Industrie. Die Menschen sind arm, aber stolz auf ihre landwirtschaftlichen Produkte, die sie oft auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Mit dem EU-Beitritt soll Schluss sein mit der Schattenwirtschaft.
weiter ...

Sendedaten
makro
"Kroatien - Reif für die EU?"

Freitag, 28. Juni 2013, 21.00 Uhr
Moderation
Eva Schmidt
Studiogast
Dr. Siniša Kušić
Kušić wurde in Zagreb geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Er ist Wirtschaftswissenschaftler, Südosteuropaexperte mit Schwerpunkt wirtschaftliche Entwicklung in Kroatien.
Schwerpunkt
Europa
makroskop: Kroatien
© Jimmy Harris, cc-by-2Videokurz & bündig
22 Jahre nach der Unabhängigkeit stellt sich Kroatien als ein krisengefährdetes Land dar. Seit einigen Jahren schrumpft die kroatische Wirtschaft. Gerade einmal die Hälfte der erwerbsfähigen Bevölkerung hat eine Arbeit. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 15%. Bei jungen Leuten zwischen 15 und 24 Jahren sind sogar 35,8% ohne Job.

Der Konjunktureinbruch hat seit 2008 einen starken Anstieg der kroatischen Staatsverschuldung zur Folge. Mittlerweile liegt diese bei 55% des Bruttoinlandsproduktes. Nur noch knapp unter der zulässigen EU-Höchstgrenze von 60%.

Von einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft ist Kroatien weit entfernt. So rangiert das Land auf der Liste der globalen Wettbewerbsfähigkeit des Weltwirtschaftsforums nur auf Platz 81 von insgesamt 144 Staaten. Länder wie Ungarn, Montenegro oder Rumänien stehen im Vergleich besser dar.

Lediglich in der Tourismusbranche sind steigende Umsätze zu vermelden. 11,8 Millionen Menschen besuchten das Land an der Adria im Jahr 2012, eine Steigerung von 3,3% zum Vorjahr. Jedoch kann das die enormen Einbrüche im schwächelnden Industriesektor keineswegs wettmachen. Bleibt die Frage, ob der EU-Beitritt den gewünschten wirtschaftlichen Wachstumsschub erzeugt.