Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
1213
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
Navigationselement
© joker Lupe
Pillendreher im Gegenwind
"Zusatznutzen" und "Generika" sind zwei Begriffe, auf die die Pharmabranche allergisch reagiert. Die Beweispflicht eines Zusatznutzens neuer Arzneimittel lässt Pillenträume platzen. Generika nagen an den Margen.
Die Entwicklung von neuen Wirkstoffen werde immer aufwendiger und riskanter für die Pharmaindustrie - sagt die Pharmaindustrie. Gerne kauft man deshalb Patente ein, etwa durch Firmenübernahmen. Doch trotzdem lohnt sich oft auch die eigene Forschungsarbeit. Zum Beispiel das Krebsmedikament Glivec von Novartis. Nach einer amerikanischen Studie kostete die Entwicklung von Glivec rund 74 Millionen Euro. Umgesetzt wurden seit 2001 24,8 Milliarden Euro.

Wo sind die Rezepte? - Reden Sie mit!

Und in Deutschland konnten die Pharmahersteller bislang jeden Preis verlangen. Doch die Pillen, die die Politik jetzt dem Gesundheitswesen verabreicht, schmecken den Arzneimittelkonzernen nicht. Die Hersteller müssen bei neuen Präparaten zunächst einen Zusatznutzen nachweisen. Nur wenn ein Mittel mehr bringt als ein altes, darf es auch mehr kosten als das frühere Standard-Medikament.

Strenge Kriterien
Ist "neu" gleich "besser"? Darüber urteilt der Gemeinsame Bundesausschuss, dem Vertreter von Krankenkassen, Ärzten und Krankenhäusern angehören. Die Kassen hätten im Ausschuss das Sagen, kritisieren die Produzenten. Selbst sei man dort nicht vertreten. Und Kassen wollten vor allem eines: sparen.

Doch es kommt noch härter für die Pharmakonzerne. Nicht nur neue Präparate werden begutachtet, sondern auch solche, die es längst in der Apotheke gibt. Der freie Pharmamarkt wird reguliert. Deutschland ist keine Goldgrube mehr.

Zukunftsmarkt Schwellenländer
Der Blick geht deshalb ins Ausland. Schwellenländer wie Indien sind Hoffnungsmärkte der europäischen Pharmaindustrie. Schon in wenigen Jahren werden dort 40 Prozent des globalen Pharmageschäfts umgesetzt.

Schon jetzt allerdings kämpfen die Europäer dort gegen einheimische Konkurrenz. Denn die produziert billiger. Während Glivec von Novartis bei uns 2733 Euro kostet, liegt der Preis für das indische Vergleichspräparat bei gerade einmal 134 Euro. Ein Generikum mit gleichem Wirkstoff und gleicher Dosierung.

Das Nachahmerprodukt wurde zudem gerade von Indiens höchstem Gericht erlaubt, trotz Patentbruchs. Eine Niederlage für Novartis. Und ein Unsicherheitsfaktor, sagt das Unternehmen. Man werde in Indien Medikamente nur noch vorsichtig oder gar nicht mehr einführen.

Und noch eine Sorge plagt die Branche: Der Ruf ist schwer angekratzt. In der DDR wurden Arzneimittel westlicher Firmen an Menschen ausprobiert. Die DDR bekam im Gegenzug Devisen. Die Pharmaindustrie steht von vielen Seiten unter Druck.

Sendedaten
makro
"Bittere Pillen für die Pharmaindustrie"

Freitag, 24. Mai 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Pharmaindustrie
Bittere Pillen
Die Zeiten, in denen Pharmafirmen goldene Eier legten, sind vorbei. Denn viele Patente laufen aus. Die Entwicklung neuer Medikamente dauert Jahre, ist extrem teuer und am Ende meist vergeblich. Gut, dass es die Schwellenländer gibt.
Schwerpunkt
Pharma & Gesundheit