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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Bericht ansehen © adler Lupe
Der Atatürk-Staudamm in der Türkei.
Türkei baut Megadämme
Wenn Staaten sich das Wasser abgraben
Um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, setzt die Türkei auf den Ausbau der Wasserkraft. Und zwar in Bulldozer-Manier. Außerdem gewinnt das Land so eine strategische Waffe.
Die beschaulichen Täler am Schwarzen Meer gehören zu den reizvollsten Naturlandschaften der Türkei. Damit ist jetzt Schluss. Bagger pflügen das Tal um, denn die Türkei braucht Strom. Praktisch jeder Kubikmeter Fließwasser muß dafür herhalten. So will es die Regierung.

Im Solakli-Tal enstehen auf 52 km Länge 36 Staukraftwerke - alle zwei Kilometer eines. Ein gewaltiger Eingriff in die Natur, gegen den die Anwohner vergeblich Sturm laufen. "Wir lehnen das ab, aber das wird einfach übergangen", schimpft die Anwohnerin Ayten Demir. "Hier drüben, da war unser Wald, die Weiden für das Vieh. Alles zerstört. Sie nehmen uns die Lebensgrundlage."

Ohne Rücksicht auf Verluste
Vor zehn Jahren begann die türkische Regierung, den Energiemarkt zu privatisieren. Das Ziel: Die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen verringern, für die die Türkei allein im letzten Jahr saftige 60 Milliarden Dollar ausgeben musste. Kritiker halten Ankara jedoch vor, völlig kurzsichtig und ohne jede Nachhaltigkeit vorzugehen.

Es sei eine überhastete Politik, mit viel Panik und wenig Planung, sagt Engin Yilmaz vom Umweltschutzverband Doga. Es werde weder auf die Umwelt noch auf die Bedürfnisse der Menschen, die dort wohnen, Rücksicht genommen.

Wachsender Energiehunger
© reuters Lupe
Für den Ilisu-Staudamm hat die Weltbank die Finanzierung gestrichen. Gebeut wird trotzdem. Die Jahrtausende alte Stadt Hasankeyf wird in den Fluten versinken.
Es ist ein Dilemma für Ankara. Die Wirtschaft wächst gewaltig und mit ihr der Energiehunger der Türkei. Staatliche Investitionen reichen nicht aus, um die nötigen Kilowatt bereitzustellen. Also vergibt der Staat Lizenzen an private Energieanbieter. Es ist ein Milliardenmarkt. In den kommenden Jahren werden bis zu 150 Milliarden Dollar in den Ausbau der Energieversorgung fließen, allen voran Wasserkraft.

Das Land hat große Wasserresourcen. Vor allem lohnt sich das Geschäft für die Regierungspartei AKP, denn den Zuschlag für Projekte erhalten in der Regel Konzerne, die auf der Günstlingsliste der Partei stehen.

Offiziell klingt das dann so: "Wir müssen den Ausbau der Wasserkraft forcieren", erklärt Taner Yildiz, Energieminister der Türkei. "Es gibt da keine staatlichen Hindernisse. Im Gegenteil: Wir helfen Investoren mit Vereinfachung der Bürokratie und finanziellen Anreizen."

Geostrategische Waffe
Auf ökologische oder soziale Folgen nehmen die Planer keine Rücksicht, wie beim Ilisu-Megastaudamm in Südostanatolien, wo trotz richterlich verfügten Baustopps weitergegraben wird. Der Tigris wird hier auf einer Länge von fast 400 km gestaut, die Jahrtausende alte Stadt Hasankeyf untergehen. 40.000 Menschen müssen dem Damm weichen, sie werden zwangsumgesiedelt. Und die Türkei kann künftig nach Belieben den Wasserhahn für die Nachbarn zudrehen.

Flußabwärts benötigten Länder wie Irak, Syrien und Jordanien auch das Wasser von Euphrat und Tigris, sagt Umweltschützer Engin Yilmaz. Neue Studien belegten zudem, dass der Wasserspiegel in Mesopotamien massiv sinke. Die Länder trocknen regelrecht aus.

Und Ilisu ist nur eine von insgesamt 22 geplanten Riesentalsperren in der Region. Wasser wird zur geostrategischen Waffe.

Sendedaten
makro
"Milliardenmarkt Wasser"

Freitag, 10. Mai 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.25 Uhr
Thema der Sendung: Wasser
Milliardenmarkt Wasser
Wasser ist ein kostbares Gut - und vielerorts zu teuer. In Deutschland ist genügend da. In manchen Entwicklungsländern hingegen gibt es sauberes Wasser nur noch in Flaschen. Wasser wird zur strategischen Waffe.
Schwerpunkt
Wasser
Wasser: Umkämpfte Ressource
Reden Sie mit!
Ein Glas zur Hand nehmen, den Wasserhahn aufdrehen, Durst löschen. In Deutschland eine absolute Selbstverständlichkeit. Für viele Menschen auf der Welt aber ein unermesslicher Luxus.