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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© dpa Lupe
In Deutschland wird es vorerst kein Fracking geben.
Im Land der Fracking-Angst
Eine Nation steht auf der Bremse
Auch in Deutschland gibt es Schiefergas, das per Fracking gefördert werden könnte. Das Problem sind die Chemikalien und die Gefahr für das Grundwasser. Wie gefährlich Fracking wirklich ist, weiß man nicht. Es gibt zu wenig Daten.
Vor zwei Jahren schon protestierte man im katholischen Emsland mit kirchlichem Segen gegen Probebohrungen von ExxonMobil. Mehr als geistigen Beistand gibt es auch heute nicht. Weltliche Gesetze für das Fracking fehlen noch immer. Die Befürchtung der Fracking-Gegner: Toxische Chemikalien, die tonnenweise tief in den Boden gepumpt werden, könnten in Grundwasser führende Schichten aufsteigen und dieses gefährden.

Die brennenden Wasserhähne aus den USA, dem Heimatland des unkontrollierten Frackings, verunsichern viele Bürger auch in Deutschland. Alles völlig harmlos, meint hingegen ExxonMobil in Anzeigen und Werbeclips.

Studie gegen Studie
Glaubhaft oder nicht? Beim Umweltbundesamt war man sich da nicht so sicher und hat eine Studie zu den Risiken des Frackings erstellt. Das Ergebnis: Im Augenblick könne man keine großflächige Gewinnung empfehlen, meint Bernd Kirschbaum. Man wisse einfach zu wenig.

Auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat eine Studie zu bieten. Sie betont die Potentiale des Frackings und hält die Risiken für beherrschbar: Man habe in Deutschland bereits 300 Fracks durchgeführt, sagt Stefan Ladage, wobei bisher keine negativen Umwelteinflüsse aufgetreten seien. "Aufgrund unserer Erfahrungswerte kann man da schon sagen, es ist ein sicheres Verfahren."

Zu wenig Daten
Im Umweltbundesamt sieht man das etwas anders. Denn speziell mit Schiefergas gibt es nur in den USA Erfahrungen und auch die stehen nur unvollständig zur Verfügung. "Wir haben in Deutschland Erfahrungen in Tightgas, also dichte Sandstein- und Kalksteinformationen", erzählt Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt. "Da wurde in Niedersachsen rund 300mal gefrackt." Allerdings sei nie untersucht worden, ob es Auswirkungen auf das Grundwasser gibt. Die Aussage, es sei bisher nichts passiert, sei letztendlich auch nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen gestützt.

Nicht nur die Studie des Umweltbundesamtes erteilt einigen Fakten über das erträumte Gasparadies Deutschland eine Absage. Ob Deutschland durch Schiefergas jahrzehntelang von Gasimporten unabhängig wäre, bezweifeln auch die Geologen. Ein Argument aber bleibt: Mit Fracking und herkömmlicher Förderung könnte sich Deutschland zuverlässig zu 20% mit eigenem Gas versorgen.

Wie teuer ist Fracking wirklich?
Sicher ist, dass deutsche Schiefergas-Lagerstätten nicht so ergiebig sind wie in den USA. Unsicher ist, ob sich die kommerzielle Förderung überhaupt lohnt. Noch werden viele Spekulationen als wissenschaftliche Daten gehandelt. Dazu kommt, dass sich einige Lagerstätten in Trinkwasserschutzzonen befinden. Problematisch, weil mit jeder Bohrung auch giftige Chemikalien in den Boden gepresst werden.

In den USA, wo massenhaft gefrackt wird, und zwar praktisch ohne Umweltauflagen, liegt der Preis für Erdgas bei 4 USD pro Millionen BTU. In Europa liegt der Preis bei 10 USD. Wie teuer Fracking hierzulande wäre, ernsthafte Umweltauflagen vorausgesetzt, ist schwer zu sagen. Es fehlen die Erfahrungswerte. Und so wird weiter protestiert gegen das Fracking. Ein Gesetz gibt es immer noch nicht.

Sendedaten
makro
"Gas: Zauberformel Fracking"

Freitag, 26. April 2013, 21.00 Uhr
Thema der Sendung: Gas
Zauberformel Fracking
Erdgas hat den Energiemarkt in Nordamerika revolutioniert. Gaskraftwerke ersetzen Kohlekraftwerke. Sie sind einfach billiger. Doch Fracking ist umstritten, weshalb die Förderung um Europa bisher einen Bogen macht.
Schwerpunkt
Öl & Gas
Kaum ein Thema ist von derart tiefgreifender Bedeutung wie die Versorgung mit Energie. Öl ist das Blut der Weltwirtschaft. Die entscheidende Frage dabei: Wer hat die meisten Reserven. Die großen westlichen Ölkonzerne verfügen übrigens nur über rund zehn Prozent.