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Vorschau
Sendung am 24. November
Marshallplan für Afrika
Entwicklungshilfe war gestern: Auf dem EU-Afrika-Gipfel Ende November 2017 sollen die Weichen für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit gestellt werden.
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Rückblick
Sendung vom 10. November
Baustelle Bahn
Von München nach Berlin in weniger als vier Stunden. Das geht ab Dezember mit der Bahn. Doch reichen Prestigeprojekte wie dies, um die Bahn nach vorne zu bringen?
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Schulden: Jenseits der 60 Prozent © dpa Lupe
Die Gründe für die Schuldenkrisen in einzelnen Eurostaaten sind durchaus verschieden. Das Ergebnis ist immer gleich: Am Ende muss der Staat zahlen. Und das kann er nicht.
Jenseits der 60 Prozent
Warum Staaten in die Knie gehen
Manche Staaten ruinieren ihre Finanzen aus Unfähigkeit (Griechenland), manche aus Unwilligkeit (Italien), manche blendet das schnelle Geld (Zypern). Und manche passen einfach nicht auf, was ihre Bürger machen (Spanien).
Die Tuberkulose ist zurück. Und auch die Malaria, heißt es. Der Staat ist überschuldet, die Griechen bekommen dies jetzt wortwörtlich am eigenen Leib zu spüren. Medikamente werden knapp. Alte Erreger bekommen neue Chancen. Die Krankenhäuser müssen nämlich kräftig sparen, 40 Prozent.

"Auf der einen Seite will man die Kosten senken, andererseits steigt die Zahl derer, die das öffentliche Gesundheitssystem in Anspruch nehmen", erklärt Georgios Patuolis, Vorsitzender der griechischen Ärztekammer. "Es herrscht jetzt schon ein Mangel an grundlegenden Materialien, die die Qualität der Behandlung garantieren."

Schulden: Immer schlimmer? - Reden Sie mit!

Hier zeigt sich die Misere des ganzen Landes exemplarisch: Der Staat hat geschlampt. Jahrelang führten zahlreiche Krankenhäuser schlicht keine Bilanzen. Und die Behörden kontrollierten nicht. Im Gesundheitswesen passierte es, bei der Steuereintreibung, überall! Die Löcher in der Staatskasse wurden mit immer neuen Krediten gestopft.

Zyperns überdimensionierter Finanzsektor
Zypern wurde von der griechischen Krankheit angesteckt. Die Banken der Insel liehen Griechenland das fehlende Geld. Jetzt, nach dem Schuldenschnitt für Griechenland, müssen Zyperns Banken mit Milliarden-Infusionen vom Staat gerettet bzw. gleich ganz abgewickelt werden. Die Geldhäuser dominieren einseitig die Wirtschaftsstruktur der Insel. Die Regierung kann seinen Patienten deshalb nicht hängen lassen. Doch das überfordert die Staatskasse.

"La Casta" - Italiens raffgierige Elite
Italien ist schön – und reich. 1,4 Millionen Millionäre, deutlich mehr als etwa in Deutschland. Die Allgemeinheit hat davon wenig. In den Berlusconi-Jahren wurden die Wohlhabenden vom Staat kaum zur Kasse gebeten. "Jahrelang stand Italien an letzter Stelle in Europa, was die Steuerbelastung angeht", sagt die Wirtschftsjournalistin Nicoletta Picchio. "Andererseits sind wir überreguliert, besonders in Sachen Bürokratie."

Beim Geldausgeben war die politische Elite hingegen unbürokratisch und verschwenderisch. Nur Griechenland ist stärker verschuldet. Lange fiel das nicht auf, die vielen kleinen und mittelgroßen Betriebe waren solide Steuerzahler. Doch Italiens Wirtschaft ist mittlerweile der kranke Mann Europas. Es wird immer schwieriger, den Staatschuldenberg von fast 2 Billionen Euro zu verkleinern.

Immobilien - Spaniens private Verschuldung
Conchi Gil wohnt jetzt in der Tiefgarage einer Shopping-Mall. Ihre Eigentumswohnung wurde gepfändet. Die Sozialhilfe ist gering. Sie weiß, wie sich Schulden anfühlen. "Wenn man Hunger hat, wenn man Not leidet, wenn einem alles Mögliche passiert", schimpft sie, "braucht man wenigstens ein Dach über dem Kopf."

40 Wohnungen werden allein in Madrid jeden Tag geräumt. Es sind Geisterstädte, die der Bauboom hinterlässt. Nach 2002 spülte der neue Euro billiges Geld in den Süden. Die Spanier griffen begeistert zu. Jetzt können viele ihre privaten Bauschulden nicht mehr abtragen. Hier suchen viele von ihnen kostenlosen Rechtsbeistand.

"Wenn Du eine Hypothek hast, dann hast Du ein Problem", sagt Anwalt Rafael Myoral. "Wenn tausende Menschen ihre Hypothek nicht zahlen können, dann hat die Bank ein Problem. Wenn aber Hunderttausende ihre Hypothek nicht mehr zahlen können, dann hat das ganze Land ein Problem.

Und so werden Privatschulden zur Staatslast: Banken müssen gerettet werden und gleichzeitig Millionen Bürger vor dem sozialen Absturz. Lange waren die Staatsfinanzen im Lot, bei etwa 40% der Wirtschaftsleistung zu beginn der Finanzkrise. Jetzt ist das Königreich, anders als Griechenland oder Italien, unverschuldet verschuldet.

Sendedaten
makro
"Schulden ohne Ende"

Freitag, 12. April 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Schulden
Schulden ohne Ende
Wir leben in einer Welt des billigen Geldes: Schulden machen wird belohnt, Sparen wird bestraft. Das ist ungemein bequem - und hinterlässt Verwüstungen in den Bilanzen von Staaten, Unternehmen und Bürgern.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.
Schwerpunkt
Europa