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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Japan: Im Land der aufgehenden Schulden - Beitrag ansehen Lupe
Der schöne Schein trügt: In Japan ist eine gewaltige Unwucht entstanden zwischen den Schulden des Staates einerseits und den Ersparnissen seiner Bürger andererseits.
Im Land der aufgehenden Schulden
Die Horrorzahl lautet 14.000.000.000.000 Dollar. Es ist die Staatsverschuldung Japans. Plusminus 'ne Billion - Wechselkursschwankungen halt. Doch anders als in Europa wird hier nicht gespart. Im Gegenteil.
Japans Pro-Kopf-Verschuldung liegt prozentual zur Wirtschaftsleistung beim fünffachen der Mittelmehrinsel Zypern. Mittlerweile sind es knapp 240% der Wirtschaftsleistung. Und es wird immer mehr: Die Neuverschuldung liegt bei knapp 10%. Seit Jahren. Wenn die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Pleite geht, gehen weltweit die Lichter aus.

Schulden: Immer schlimmer? – Reden Sie mit!

Japanische Besonderheit
Dass Japan bei dieser Schuldenlast nicht schon längst in die Knie gegangen ist, liegt an einer Besonderheit. Statt an den internationalen Finanzmärkten verschuldet sich der Staat bei seinen Bürgern und Unternehmen. Momentan ist deren privates Geldvermögen deutlich höher als die Schulden des Staates und sie nehmen Zinsen in Kauf, die deutlich unter einem Prozent liegen. Über 90% der Staatsschulden werden so finanziert.

Aber die Sache hat einen Haken, erklärt Martin Schulz vom Fujitsu Research Institute in Tokio: "Die japanische Verschuldung ist im Wesentlichen eine Verschuldung, die von der einen Tasche in die andere Tasche geht. Der japanische Staat verschuldet sich bei den privaten Haushalten, dadurch geht aber die Nachfrage im privaten Bereich immer weiter nach unten. Die Investitionen steigen nicht an und der japanische Staat versucht das immer weiter aufzufangen. Durch Infrastrukturmaßnahmen zum Beispiel. Dadurch geht die Wachstumsrate nach unten, die Produktivität sinkt und wir haben ein ganz langfristiges Problem."

In der Deflationsfalle
Seit beinahe zwei Jahrzehnten stagniert das Wachstum in Japans Wirtschaft. Ein Folge davon sind sinkende Preise, auf die sich die Konsumenten einstellen. Sie investieren nicht und kaufen nicht, da sie auf weiter fallende Preise warten. Außerdem leihen sie sich auch kein Geld mehr, denn in Zukunft könnten sie sich bei gleichem Kredit mehr leisten. Auf diese Art gerät die Wirtschaft in eine deflationäre Abwärtsspirale.

Bürger und Unternehmen sparen anstatt zu konsumieren und zu investieren. Es lohnt sich für sie mehr, dem Staat billig Geld zu leihen. Der aber braucht immer mehr davon um die stagnierende Wirtschaft überhaupt in Gang zu halten. Und so steigen die Schulden immer schneller bis es auch in Japan zum Unvermeidlichen kommt.

© dpa_n Lupe
Die höchste Schuldenquote der Welt. Und doch ist von Krise nichts zu spüren.
Experten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2020 die Staatsschulden die privaten Geldvermögen übersteigen. Dann bricht das japanische Modell des billigen Schuldenmachens bei den eigenen Bürgern zusammen. Und selbst wenn Japans Wirtschaft wieder anspringen würde, könnte es bei dem riesigen Schuldenberg den Japan angehäuft, hat zum Kollaps kommen.

Sendedaten
makro
"Schulden ohne Ende"

Freitag, 12. April 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Schulden
Schulden ohne Ende
Wir leben in einer Welt des billigen Geldes: Schulden machen wird belohnt, Sparen wird bestraft. Das ist ungemein bequem - und hinterlässt Verwüstungen in den Bilanzen von Staaten, Unternehmen und Bürgern.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.
Japan: Operation Kamikaze
© apJapans Staatsverschuldung liegt weit jenseits von 200% der Wirtschaftsleistung. Das ist weltweit einsame Spitze. Nicht einmal Griechenland kann da mithalten. Warum regt sich dann niemand über Japan auf? Weil alle Welt davon ausgeht, dass Japan seine Schulden brav zurückzahlen wird. Ein Blick in die Geschichte lässt an dieser Einschätzung zweifeln, denn es wäre das erste Mal.
Schwerpunkt
Japan
Video zum Thema
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