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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Schulden: Kredit und Tücke
Kredit und Tücke
Sind Schulden gut oder schlecht?
Schulden sind ein unverzichtbares Instrument der Ökonomie. Kluge Investitionen, auch schuldenfinanziert, schaffen Wohlstand. Konsum auf Pump nur eine süße Illusion - mit tragischem Ende. Immer.
Das, was der Ökonom Lorenz von Stein schon 1878 sagte, mutet im hoch verschuldeten Europa unserer Tage vielleicht etwas merkwürdig an: "Es hat nie einen civilisierten Staat ohne Staatsschuld gegeben. Und es wird, ja es soll nie einen solchen geben."

Für von Stein war klar: Wenn ein Staat seine Zukunft im Blick hat, dann geht es nicht ohne Schulden. Damals stand Deutschland aber auch noch nicht so tief in der Kreide wie heute, hatte Schulden in Höhe von 25% der Wirtschaftsleistung. Heute sind es mehr als 80.

Schulden: Immer schlimmer? – Reden Sie mit!

Schulden sind oft notwendig
"Sicher sind Schulden nichts Schlechtes. Die Vermischung von Schuld und Schulden ist töricht und auch ein bisschen gefährlich", sagt Philipp Harms, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mainz. "Stellen Sie sich vor, Privathaushalte machen Schulden immer dann, wenn sie Dinge anschaffen, die sie nicht aus den laufenden Ersparnissen oder aus dem laufenden Einkommen finanzieren können. Ein Hausbau zum Beispiel, kein Mensch käme auf die Idee, dass es schlecht ist, dafür einen Kredit aufzunehmen."

Und wie der Häuslebauer nimmt auch der Staat große Investitionen in Angriff, die ohne Schulden kaum möglich wären. Neue Straßen oder Eisenbahnlinien zu Beispiel, von denen, wenn es gut läuft, mehrere Generationen profitieren. Deshalb ist es nicht unbedingt verwerflich, zukünftige Generationen auch an den Kosten zu beteiligen. Besonders ein Ereignis der jüngsten deutschen Geschichte hat die Schulden der Republik ordentlich nach oben getrieben: die Wiedervereinigung. Ohne Schulden zu machen, wäre sie nicht zu stemmen gewesen. Unmöglich also in einer Welt, die auf Schulden verzichtet.

Ohne fremdes Kapital geht es nicht
Auch Unternehmen würden ohne Kredite nicht weit kommen. Ohne fremdes Kapital wären nur jene Unternehmer erfolgreich, die neue Geschäftsideen mit eigenem Geld umsetzen können. Alle anderen müssten verzichten und profitable Chancen vorbeiziehen lassen.

Lupe
Ökonom Philipp Harms
"Auf seinen Schulden reitet der Unternehmer zum Erfolg", sagte der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter bereits 1911. Wobei jeder Unternehmer aufpassen muss, dass er dabei nicht vom Pferd fällt: "Problematisch kann es dann aus zwei Gründen werden: Entweder man verhebt sich und steckt Kredite in schlechte Projekte oder was ein bisschen subtiler ist: Man verschuldet sich kurzfristig und steckt es in langfristige Projekte und kann sich möglicherweise nicht kurzfristig refinanzieren, dann kommt man ins Zahlungsschwierigkeiten", meint der Ökonom Philipp Harms.

Und in die kann auch ein Staat leicht kommen, wenn er es übertreibt beim Schuldenmachen. In der Eurozone gelten für die Mitglieder eigentlich klare Regeln: Die Verschuldung sollte nicht höher sein als 60% der Wirtschaftsleistung. Doch kaum einer hat sich dran gehalten.

Steigende Zinsen sind gefährlich
Wer wie Griechenland einen besonders großen Schuldenberg angehäuft hat, hat auch ein besonders großes Problem, wenn die Zinsen steigen. Dann wird es schwer, aus den Schulden wieder rauszukommen. "Das ist in der Praxis gar nicht so einfach einzuschätzen", sagt Harms. "Bei Griechenland zum Beispiel hätte Anfang der 2000er Jahre leicht der Eindruck entstehen können, dass man permanent Zugang zu billigem Geld hat. Das Problem ist dann ja erst aufgetreten, als sich der Wind gedreht hat."

Dass Schulden immer auch Risiko bedeuten, wusste auch der Ökonom Lorenz von Stein. "Die Verschuldung kann zu hoch sein", meinte er 1878, "schlecht verwaltet oder falsch verwendet werden. Aber vorhanden ist sie immer."

Sendedaten
makro
"Schulden ohne Ende"

Freitag, 12. April 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Schulden
Schulden ohne Ende
Wir leben in einer Welt des billigen Geldes: Schulden machen wird belohnt, Sparen wird bestraft. Das ist ungemein bequem - und hinterlässt Verwüstungen in den Bilanzen von Staaten, Unternehmen und Bürgern.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.